12 34 5
678910 11 12
13141516171819
2021222324 25 26
272829 3031  





Die CD-, DVD- und Blu-ray-Aufnahmen des Neujahrskonzerts 2013 können im Shop der Wiener Philharmoniker bestellt werden.

Die Wiener Philharmoniker in der NS-Zeit
(1938 bis 1945)

1938 griff auf brutalste Weise die Politik ins philharmonische Geschehen ein: Die Nationalsozialisten entließen fristlos alle jüdischen Künstler aus dem Dienst der Staatsoper und lösten den Verein Wiener Philharmoniker auf. Lediglich die Intervention Wilhelm Furtwänglers und anderer Personen bewirkte die Annullierung des Auflösungsbescheides und retteten bis auf zwei die "Halbjuden" und "Versippten" vor Entlassung aus dem Staatsopernorchester. Fünf Orchester-Kollegen verstarben trotz Intervention des neuen NS-Vorstandes, der sie vor der Deportation retten wollte, an den Folgen der KZ-Haft oder wurden ermordet. Weitere zwei Musiker kamen in Wien als direkte Folge von versuchter Deportation oder Verfolgung ums Leben. Insgesamt neun Kollegen wurden ins Exil vertrieben.

Die 11 verbliebenen Orchestermitglieder, die mit Jüdinnen verheiratet waren oder als „Halbjuden" stigmatisiert wurden, lebten unter der ständigen Bedrohung des Widerrufs dieser „Sondergenehmigung".

Doch auch im Orchester selbst gab es bereits eine im Rahmen der Nationalsozialistischen Betriebsorganisation Staatsoper (NSBO) sehr aktive „illegale" Zelle, sodass bereits vor 1938 während des Verbots der NSDAP der Anteil der NSDAP-Mitglieder rund 20% betrug. 1942  waren 60 von 123 aktiven Musikern Mitglieder der NSDAP geworden.

Oliver Rathkolb

Zum Projekt "Wiener Philharmoniker - Geschichtlicher Überblick zur NS-Zeit"
In den nachfolgenden fünf Kapiteln wird versucht, auf der Basis langjähriger und umfangreicher wissenschaftlicher Arbeiten der unabhängigen HistorikerInnengruppe Maga Bernadette Mayrhofer, Dr. Fritz Trümpi und Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb eine verdichtete Zusammenfassung über die wissenschaftliche Auseinandersetzung zur Geschichte der Wiener Philharmoniker in der NS-Zeit zu geben. Dieses Projekt ist ein weiterer Schritt in eine offene wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Wirkungsgeschichte des nationalsozialistischen Terrorregimes, aber keineswegs ein Schlussstrich, sondern soll auch in den nächsten Monaten noch weiter ausgebaut und intensiviert werden. Die Verantwortung für diese Texte liegt ausschließlich bei der HistorikerInnengruppe.

Fritz Trümpi
Politisierungsprozess der Wiener Philharmoniker vom Ersten Weltkrieg bis 1945

Politisierungsschub durch den Ersten Weltkrieg
Während des Ersten Weltkriegs sah sich das Orchester erstmals diversen politisch motivierten Vereinnahmungsmaßnahmen gegenüber, die es teilweise abzuwehren versuchte, teilweise aber auch unterstützte und beförderte.
Erste Republik und Austrofaschismus: Ausbau der Bezüge zur „Musikstadt Wien" und der internen autoritären Strukturen
Die Tätigkeitsbereiche des Orchesters wiesen zunehmend regional- und staatspolitische Schnittstellen auf. Der Ausbau seiner „Musikstadt Wien"-Bezüge lieferte dem Orchester eine ideale Operationsbasis dazu.
Ein Verein nach nationalsozialistischen Grundsätzen
Der Verein blieb weiterhin bestehen, hatte aber einschneidende Satzungsänderungen vorzunehmen: Wichtige Personalentscheide unterlagen nun der Zustimmung zunächst des Reichspropaganda-ministeriums und später dem Wiener Reichsstatthalter.
'Musikstadt Wien' statt Deutsches Reich - die Medienpräsenz der Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus
Die Wiener Philharmoniker verfügten seit jeher über eine vielfältige Medienpräsenz. Auch für die Zeit des Nationalsozialismus war sie anhaltend hoch.
Die 'wienerische Note' als Merkmal des politisierten Musikrepertoires
Auf das Repertoire bezogen war die Konzertpraxis der Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus also von einer hohen Kontinuität geprägt – allerdings nur soweit es die Abonnementkonzerte betraf.

Oliver Rathkolb

Vom Johann-Strauß-Konzert 1939 zum Neujahrskonzert 1946
[...] die Tradition von über Rundfunk (und später Fernsehen) ausgestrahlten Konzerten mit Werken von Johann Strauß anlässlich des Jahreswechsels begann in der NS-Zeit [...]

Bernadette Mayrhofer
Vertreibung und Ermordung von Wiener Philharmonikern nach 1938

Vertreibung und Ermordung von Wiener Philharmonikern nach 1938
Aus dem Philharmonischen Verband bzw. aus dem Orchester der Staatsoper wurden 1938 dreizehn aktive Musiker vertrieben. Drei weitere Philharmoniker, die bereits in der Pension waren, fielen dem Holocaust zum Opfer.

Ermordung nach Deportation

Aufgrund der Verfolgung ums Leben gekommene oder ermordete Wiener Philharmoniker
Insgesamt fünf Philharmoniker wurden im Zuge der rassistischen Säuberungen ermordet. Ein Philharmoniker starb infolge der Delogierung aus seiner Wohnung. Ein weiterer verstarb noch vor der drohenden Deportation in Wien.
Moriz Glattauer (Violine I)
Am 14. Juli 1942 wurde der bereits pensionierte Wiener Philharmoniker Moriz Glattauer, I. Violinist im Orchester, gemeinsam mit seiner Frau Anna (geb. Schidlof) nach Theresienstadt deportiert.
Viktor Robitsek (Violine II)
Nach 35 Dienstjahren an der Staatsoper und im Orchester der Wiener Philharmoniker wurde der Violinist Viktor Robitsek am 23. März 1938 schriftlich von der Direktion der Staatsoper über seine Zwangs-beurlaubung in Kenntnis gesetzt.
Max Starkmann (Violine I, Viola)
Dieser Beitrag erscheint demnächst.
Julius Stwertka (Konzertmeister, Violine)
Julius Stwertka wurde als Konzertmeister von Gustav Mahler von Hamburg abgeworben und in dieser Position im Wiener Staatsopernorchester und bei den WPh (1902 – 1936) engagiert.
Armin Tyroler (Oboe II)
"„(ich) habe mich stets bemüht, den Daseinskampf meiner vom Glück weniger begünstigten Kollegen zu erleichtern, zu verschönern. Das ist alles!"

In Wien ‚ums Leben gekommen'

Paul Fischer (Violine I, Stimmführer)
Paul Fischer spielte 39 Jahre lang 1. Violine bei den WPh und im Staatsopernorchester. Zusätzlich war er langjähriges Mitglied des international renommierten Rosé-Quartetts.
Anton Weiss (Violine I)
Dieser Beitrag erscheint demnächst.

Wiener Philharmoniker im Exil

Wiener Philharmoniker im Exil
Neun Philharmoniker konnten sich ins Exil retten.
Hugo Burghauser (Fagott I, Vorstand)
[...] und von ihren alten Schülern niemand anderer als Hugo Burghauser, der arme, der so ganz verloren auf dem Asphalt von Manhatten ist [...]
Friedrich Siegfried Buxbaum (Solocellist)
Friedrich Buxbaum wurde in seiner exponierten Position als Solist und erster Cellist der WPh unmittelbar nach dem ‚Anschluss' Österreichs an Deutschland aus dem Orchesterverband vertrieben.
Daniel Falk (Violine II)
„Seitdem ich Wien verließ, liegen hinter mir Jahre der Wanderung, das tragische Schicksal, meine ganze Familie, Mutter, Brüder wie auch sämtliche Angehörige in den Konzentrationslagern und Gaskammern verloren zu haben, wie auch Jahre, ein neues, hochinteressantes Land kennengelernt zu haben."
Leopold Othmar Föderl (Violine II)
Im Sommer 1948 kam dann die große Ernüchterung: Der Operndirektor Franz Salmhofer wies den vertriebenen Musiker zurück, während ehemalige Nazis in der Oper ihre Karriere fortsetzen durften.
Josef Geringer (Violine II)
Dieser Beitrag erscheint demnächst.
Ricardo Odnoposoff (Violine I, Konzertmeister)
„[...] he established himself as one of the outstanding violinists of the day. The Argentine artist, who came here virtually unknown to the general public, took his audience by storm by the virtuosity, power and fire of his performance. [...]"
Arnold Rosé (Konzertmeister, Violine I, Viola-Solist)
„Wie Sie richtig vermuten, bin ich nun nach 57 Jahren Oper, 56 Jahren Quartett und 44 Jahren Hofmusikkapelle in den Ruhestand versunken, ohne Sang und Klang"
Berthold Salander (Violine II)
Durch die gewaltsame Vertreibung aus dem Orchester brach für Berthold Salander eine Welt zusammen. Mit 51 Jahren wurde er abrupt aus seinem gewohnten, sehr erfolgreichen Berufsleben exkludiert.
Ludwig Wittels (Violine I)
Dieser Beitrag erscheint demnächst.

Bernadette Mayrhofer

Drohende Vertreibung der in der rassistischen NS-Diktion als „jüdisch Versippte", „Mischlinge" und „Ausländer" ohne „Ariernachweis" bezeichneten Wiener Philharmoniker
Gottfried Freiberg, Josef Hadraba, Theodor Hess, Rudolf Jettel, Richard Krotschak, Karl Maurer, Ernst Moravec, Otto Rieger, Arthur Schurig, Erich Weis, Otto Fieck

Oliver Rathkolb

Das "gestrichene" Abonnement-Publikum (Gründer, Unterstützende und Beiträger)
Im Zuge der Recherchen mit der Archivarin der Wiener Philharmoniker wurde in einem als Notenarchiv gewidmeten Kellerdepot in der Wiener Staatsoper ein handgeschriebenes Kontoregister vom Autor dieses Beitrags gefunden.

Oliver Rathkolb
Anmerkungen zu "Nazifizierung" und "Entnazifizierung"

Von der Betriebszelle Staatsoper zur Vereinsführung
Der Kern der NSDAP-Sympathisanten im Orchester der Wiener Philharmoniker, hat sich bereits 1931/32 im Rahmen der NSBO – der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation Staatsoper – organisiert.
Ehrungen und Auszeichnungen (Ehrenmitglieder, Ehrenring, Nicolai-Medaille und die „gelbe" Liste)
In Vorbereitung des Hundertjährigen Jubiläums wurde auch eine Zusammenstellung der Träger von Ehrenringen angefertigt.  Wann genau der erste Ring verliehen wurde, kann derzeit nicht rekonstruiert werden.
Entnazifizierung und der lange Schatten der Vergangenheit in den 1950er/1960er Jahren
Das markanteste Beispiel für den unüberwindbaren Prioritätenkonflikt bei der kulturellen Entnazifizierung, nämlich die Forderung nach künstlerischen Leistungen bei gleichzeitiger Eliminierung nationalsozialistischen Gedankengutes durch rigorose Personalsäuberung, stellte die politische Einordnung eines kollektiven Klangkörpers wie jenen der Wiener Philharmoniker dar.

Silvia Kargl

Historisches Archiv – Bestand
Die umfangreiche Programmsammlung und eine Konzertdatenbank bilden das Herz des Historischen Archivs.

 

Sommernachtskonzert 2013

 

Das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker Schönbrunn findet am 30. Mai 2013 unter der Leitung von Lorin Maazel statt.

 

75 Jahre Anschluss

 

Forschungsergebnisse einer unabhängigen HistorikerInnen-gruppe zur NS-Geschichte der Wiener Philharmoniker werden hier präsentiert.

 

Neujahrskonzert 2014

 

Die Wiener Philharmoniker haben Daniel Barenboim eingeladen, das Neujahrskonzert 2014 zu dirigieren.

 

Kammermusik-Zyklus der Wiener Philharmoniker

 

Das nächste Konzert im Kammermusik-Zyklus der Wiener Philharmoniker in der Wiener Staatsoper findet am 22. Juni 2013 statt.

 

passwort:kammermusik

 

Ein neues Format des passwort:klassik Musikvermittlungsprogramms findet zum 2. Mal am 29. Mai im Bundesgymnasium Mödling statt

Made by Enyox | www.enyox.com (Stephan Siber MSc)