Berufsbild
Das "Orchester der Wiener Staatsoper", das sich als Konzertorchester "Wiener Philharmoniker" nennt und als Verein organisiert ist, bildet die Basis der Anstellung für die einzelnen Orchestermitglieder. Freie Stellen werden daher auch von der Direktion der Wiener Staatsoper unter Hinweis auf die Tätigkeit auf dem Konzertpodium als Wiener Philharmoniker ausgeschrieben.
Ein Spieljahr an der Wiener Staatsoper umfasst den Zeitraum zwischen dem 1. September bis 31. August. des darauffolgenden Jahres, wobei die Monate Juli und August gänzlich spielfrei sind. Von 1. September bis 30. Juni jeder Saison finden also ca. 300 Opernabende statt, wobei das Repertoire etwa 70 verschiedene Werke der Opern- und Ballett-Literatur umfasst. Als "Wiener Philharmoniker" spielt das Orchester darüber hinaus auch noch etwa 90 Konzerte, die zum Teil in Wien als Abonnement- oder Sonderkonzerte, und auf weltweiten Konzertreisen unter der Leitung der namhaftesten Dirigenten unserer Zeit bestritten werden.
Während der Theaterferien in Wien begeben sich die Wiener Philharmoniker nunmehr seit mehr als 80 Jahren jeden Sommer nach Salzburg, um bei den dortigen Festspielen als zentraler künstlerischer Faktor an Opern-Aufführungen und Konzerten mitzuwirken.
Die in dieser Form und diesem Ausmaß wohl einzigartige Kombination von Opern- und Konzertorchester trägt mit Sicherheit auch zum hohen künstlerischen Ansehen des Orchesters bei. Die Wiener Philharmoniker als Konzertorchester dürfen sich in einem der besten und berühmtesten Konzertsäle, dem Grossen Saal der Gesellschaft der Musikfreunde, zu Hause fühlen, dessen legendäre akustische Eigenschaften ebenfalls zur kollektiven Klangvorstellung des Orchesters beitragen.
Über die künstlerischen Aufgaben der einzelnen Musiker hinaus, die - auf Grund des bewussten Verzichts auf einen Chef-Dirigenten - durchaus verantwortungsvoll wahrzunehmen sind, bildet die Selbstverwaltung des Vereins "Wiener Philharmoniker" den sinnstiftenden Faktor des gemeinsamen Selbstverständnis.
- Dr. Clemens Hellsberg |