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Die Wiener Philharmoniker
haben den 200. Todestag
Joseph Haydns zum Anlaß
genommen, eine Sonder-
edition mit Live-Aufnahmen
einiger Symphonien des
Meisters zu veröffentlichen.
Diese Sonderedition ist im
E-Shop der Wiener
Philharmoniker erhältlich.

Der Wiener Klangstil

Die Wiener Philharmoniker sehen sich als direkte Erben jenes Instrumentariums, welches noch zu Ende des 18. Jahrhunderts nicht nur mitteleuropäisches, sondern in gewissem Sinn gesamteuropäisches Geistes- und Wertgut darstellte. Das Entstehen nationaler Kompositionsschulen zu Beginn des 19. Jahrhunderts bedingte auch Änderungen im Instrumentenbau der einzelnen Länder. Die Werke der französischen Impressionisten und die ihnen zugrundeliegenden Klangvorstellungen erforderten nicht nur ein modifiziertes Instrumentarium, sondern auch einen Wandel der bis dahin hinter der Musik stehenden Geisteshaltung, die im gesamteuropäischen Raum - zumindest bis zur Französischen Revolution - vom Gedanken der musikalischen Rhetorik geprägt war. Dieser Prozeß wurde in Wien nicht mitvollzogen: Man blieb den aus der Zeit der Wiener Klassik herrührenden Klangvorstellungen vorerst weitgehend treu, wiewohl es auch zu Weiterentwicklungen kam.

Die Wiener Blasinstrumente
Die Wiener Blasinstrumente unterscheiden sich von denjenigen anderer Symphonieorchester in wesentlichen Details: So zeigt die Klarinette ein besonderes Griffsystem und eine andere Form der Mundstückbahn, die wiederum ein anderes Rohrblatt erfordert. Das Fagott hat zwar grundsätzlich das Deutsche System, aber spezielle Griffkombinationen und Rohrblätter. Die Trompete verfügt über ein Drehventilsystem und eine teilweise etwas engere Mensur.

Eine engere Mensur, die eine bessere Gestaltung des Tones in Farbe und Dynamik gestattet, besitzen auch die Posaune sowie die (Wiener F-)Tuba, die darüber hinaus unterschiedliche Griff- und Ventilsysteme aufweist. Bei der Flöte gibt es vom Instrument her keine wesentlichen Unterschiede zu der international gebräuchlichen Böhm-Flöte, welche die Holzflöte in Wien erst in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts abgelöst hat. Selbst hier aber wird, wie bei allen Blasinstrumenten in den Werken der Wiener Klassik, nur sparsam vom Vibrato Gebrauch gemacht. Bis dahin war das Vibrato nahezu ausschließlich den Streichinstrumenten vorbehalten. Es galt als Form der Auszierung und nicht als ein permanent angewandtes Mittel zur "Behübschung" des Tones. Es ist interessant zu beobachten, daß auch immer mehr internationale Bläsersolisten bei der Interpretation von Werken der Wiener Klassik das übermäßige Vibrato als stilfremd ablehnen. Selbstverständlich wird aber auch von den Wiener Philharmonikern das Vibrato bei der Interpretation jener Literatur, bei der es Stilelement ist, angewandt.

Die wesentlichsten Unterschiede zum internationalen Instrumentarium finden wir beim Wiener (F-)Horn, welches über eine engere Mensur, ein längeres Rohr und über ein Pumpventilsystem verfügt. Diese Ventile haben den Vorteil, den Horn-Ton nicht so scharf abzugrenzen und weichere Bindungen zu ermöglichen. Auch sind die Wiener Hörner aus stärkerem Material hergestellt als das international gebräuchliche Doppelhorn.

Ebenso unterscheidet sich die Wiener Oboe von der sonst international gebräuchlichen Französischen Oboe insofern, als sie über einen besonderen Mensurverlauf, ein spezielles Rohrblatt und ein spezielles Griffsystem verfügt.

Außer für die Flöte und zum Teil das Fagott können für die Wiener Instrumente folgende typische klangliche Besonderheiten konstatiert werden:

Sie sind teiltonreicher, d.h., sie verfügen über einen grundsätzlich helleren Klang; sie umfassen einen größeren Dynamikbereich (es besteht die Möglichkeit größerer Unterschiede zwischen "laut" und "leise"); sie besitzen eine höhere Modulationsfähigkeit des Klanges: der Musiker kann die Farbe des Klanges in weiten Bereichen bewußt verändern.

Der Klangstil eines Orchesters ist aber auch das Resultat von Traditionen und den daraus gewachsenen Klangvorstellungen. Die Wurzeln der Wiener Blechbläsertradition liegen in Deutschland. Als stilbildend hat hier Hans Richter zu gelten. Durch ihn kam es nicht allein zur Mitwirkung zahlreicher philharmonischer Blechbläser bei den Bayreuther Festspielen, sondern auch immer wieder zum Engagement deutscher Blechbläser - in erster Linie Posaunisten und Tubisten - in Wien.

Das Wiener Schlagwerk
Das Wiener Schlagwerk weist folgende Besonderheiten auf: Alle Fellinstrumente (Membraphone) sind grundsätzlich mit Naturfellen, und zwar mit Ziegenpergament, bespannt, die im Vergleich zu Kunststoffellen über eine reichere Obertonreihe verfügen (aural.at). Bei der Wiener Pauke wird der bewegliche Kessel gegen das Fell gedrückt. Der Handhebemechanismus erlaubt gegenüber den mit dem Fuß zu stimmenden Pauken eine größere Feinfühligkeit beim Stimmvorgang. Bei den verschiedenen Trommelarten werden jene Instrumente bevorzugt, die über einen Zylinder ohne Zugstangenhalterung verfügen, welcher frei schwingen kann. Da es sich entwicklungsgeschichtlich bei diesen Instrumenten um klöppellose Handglocken handelt, sind sie gegossen und nicht wie die heutigen Instrumente aus Walzblech gefertigt. All diese Unterschiede zu anderen Orchestern sind mit Hilfe digitaler Analyse meß- und darstellbar.

Violine, Viola, Violoncello

Der Wiener Streicherklang

Im Bereich des zu Recht berühmten Wiener Streicherklanges fehlen noch umfangreiche Forschungen. Von einer völlig einheitlichen Wiener Geigerschule kann nicht gesprochen werden, auch wenn eine kontinuierliche Entwicklung nachweisbar ist. Es kann als sicher gelten, daß das Instrumentarium der Wiener Streicher zum Unterschied vom Bläserinstrumentarium für den Klang des Orchesters nicht relevant ist, daß es, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht von außerordentlicher Qualität ist. Vielmehr scheinen die Streichergruppen der Wiener Philharmoniker eine Art von Werkstattcharakter im mittelalterlichen Sinn zu haben, der den neu hinzukommenden Musiker in den speziellen philharmonischen Musizierstil einbindet.

Dadurch wird jener Orchesterklang erzeugt, der in wesentlichen Elementen dem Klang entspricht, den die großen Komponisten der Wiener Klassik, der Wiener Romantik und der Wiener Schule im Ohr hatten, als sie ihre Werke schufen.

 

E-Shop

 

Am 8. Juni fand das alljährliche Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im einzigartigen Ambiente des Schönbrunner Schlossparks statt. Die CD und DVD des Konzerts können in unserem E-Shop bestellt werden.

 

Neujahrskonzert 2011

 

Das Neujahrskonzert 2011 der Wiener Philharmoniker wird von Franz Welser-Möst geleitet.

 

Dank an Otto Nicolai

 

Die internationale Musikwelt feiert heuer den 200. Geburtstag gleich mehrerer Komponisten: Frédéric Chopin, geboren am 1. März 1810 in Żelazowa Wola, und Robert Schumann, geboren am 8. Juni 1810 in Zwickau. Für die Wiener Philharmoniker gibt es freilich einen noch wichtigeren Gedenktag: Am 9. Juni 1810 kam Otto Nicolai in Königsberg zur Welt.

 

Beethoven-Zyklus Berlin & Paris

 

Die Wiener Philharmoniker spielen unter Christian Thielemann im November und Dezember 2010 sämtliche Beethoven-Symphonien in Berlin und Paris.

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