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Das Philharmonische Tagebuch

Di, 14. Oktober 2008

Aktivitäten

 

Intensive Arbeitsphase mit Riccardo Muti

An die Salzburger Festspiele, die heuer bezüglich unseres Orchesters von Riccardo Muti dominiert wurden (er leitete fünfzehn Aufführungen und vierzehn Proben), schloß sich eine weitere intensive Arbeitsphase mit dem Künstler, der seit seinem Debüt im Jahre 1971 ein "Fixstern" im philharmonischen Geschehen ist. Gleich am 1. September begann eine intensive Probentätigkeit für eine große Tournee, der zwei Konzerte in Wien vorangingen: Am 3. September wurde im Theater an der Wien das Programm des heutigen Konzerts aufgeführt, am 6. September gelangten in einem Sonderkonzert anläßlich des Jubiläums "175 Jahre Schoellerbank" die Symphonie in F-Dur, Hob. I:67, von Joseph Haydn sowie Peter Iljitsch Tschaikowskys Fünfte Symphonie in e-Moll, op. 64, zur Wiedergabe.

Am 7. September erfolgte die Abreise zum Lucerne Festival, wo die Wiener Philharmoniker seit nunmehr fünfzehn Jahren als "Orchestra in residence" geladen sind. Beim ersten Konzert am 8. September wurde mit dem Bratschisten Antoine Tamestit der Gewinner des heurigen "Credit Suisse Young Artists Award" vorgestellt, der das Violakonzert von Béla Bartók spielte. Nach der Pause stand Anton Bruckners Zweite Symphonie auf dem Programm, die nach der am 26. Oktober 1873 erfolgten Uraufführung durch unser von Bruckner persönlich geleitetes Orchester 126 Jahre lang mit lediglich fünf Wiedergaben ein "Stiefkind" des philharmonischen Repertoires war, ehe ab 1999 eine "Renaissance" des Werkes durch Seiji Ozawa und Riccardo Muti erfolgte, in deren Verlauf wir die "Zweite", die Anton Bruckner dereinst vergeblich unserem Ensemble zur Widmung angeboten hatte, in Wien, London, Baden-Baden, New York, Shanghai, Seoul, Köln und Paris fünfzehn Mal spielten. (Zugabe am 8. September 2008 war das "Notturno" von Giuseppe Martucci). Das Konzert am 9. September wurde mit der Ouvertüre zur Oper "Semiramide" von Gioacchino Rossini eröffnet; es folgte Igor Strawinskys "Kuß der Fee", den Abschluß des offiziellen Programms bildete Tschaikowskys "Fünfte". Als Zugabe dirigierte Riccardo Muti den Walzer "Marienklänge", op. 214, von Josef Strauß, den er bereits beim Neujahrskonzert 2000 geleitet hatte. Beim letzten Konzert unseres heurigen Luzerngastspiels (10. September) wurden die heute aufgeführten Werke gespielt (Zugabe: Giacomo Puccini, Intermezzo aus der Oper "Manon Lescaut").

Am 11. September flog das Orchester zur dreizehnten "Wiener Philharmoniker-Woche in Japan". Nachdem wir im "Mozart-Jahr" 2006 das Jubiläum "Fünfzig Jahre Wiener Philharmoniker in Japan" gefeiert hatten und 2007 nicht zu Besuch gewesen waren, fand heuer das sechsundzwanzigste Gastspiel unseres Orchesters in diesem Land statt. Bereits in diesen bloßen Zahlen spiegelt sich die Begeisterung der japanischen Musikliebhaber ebenso wie die bewegende Treue, mit der Suntory Ltd. und Suntory Hall die Beziehung zu unserem Orchester weiterführen: Mit dem neuen Vertrag, welcher die Jahre 2008 bis 2011 umfaßt, setzt Präsident Nobutada Gary Saji die einzigartige Zusammenarbeit fort, welche unter Präsident Keizo Saji, dem unvergessenen Erbauer der Suntory Hall, im Jahre 1999 begann und die einen Meilenstein in der Geschichte unseres Orchesters darstellt.

Die "Wiener Philharmoniker-Woche in Japan 2008" umfaßte neun Konzerte in sechs verschiedenen Städten:
14. September – Kawasaki
Giuseppe Verdi: Ouvertüre zu "Giovanna d’Arco"
Giuseppe Verdi: Ballettmusik aus "Les Vêpres Siciliennes"
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Symphonie Nr. 5 in e-Moll, op. 64
Zugabe: Josef Strauß: "Marienklänge". Walzer, op. 214

15. September – Osaka
Programm wie 14. September

16. September – Tokyo, Suntory Hall
Joseph Haydn: Symphonie in F-Dur, Hob. I:67
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 2 in c-Moll
Zugabe: Giuseppe Martucci: "Notturno"

18. September – Tokyo, Suntory Hall
Giuseppe Verdi: Ouvertüre zu "Giovanna d’Arco"
Giuseppe Verdi: Ballettmusik aus "Les Vêpres Siciliennes "
Nino Rota: Konzert für Posaune und Orchester (Solist: Ian Bousfield)
Nino Rota: Musik aus dem Film "Il Gattopardo"
Zugabe: Giacomo Puccini: Intermezzo aus "Manon Lescaut"

19. September – Tokyo, Suntory Hall
Gioacchino Rossini: Ouvertüre zu "Semiramide"
Igor Strawinsky: Der Kuß der Fee
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Symphonie Nr. 5 in e-Moll, op. 64
Zugabe: Josef Strauß: "Marienklänge". Walzer, op. 214

20. September – Niigata
Joseph Haydn: Symphonie in F-Dur, Hob. I:67
Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 in C-Dur, D 944
Zugabe: Franz Schubert: Entreacte aus "Rosamunde”

22. September – Sapporo
Programm wie 19. September

23. September – Tokyo, Suntory Hall
Programm wie 19. September. Das Konzert wurde vom japanischen Fernsehsender NHK übertragen.

24. September – Nagano
Programm wie 14. September

Wie bei jeder "Wiener Philharmoniker-Woche in Japan" seit 1999 gab es auch diesmal einige zusätzliche Veranstaltungen. Ian Bousfield leitete eine Master Class in Tokyo, während Günter Voglmayr, Peter Schmidl und Hans Peter Schuh Lehrveranstaltungen  in Nagano abhielten, eine Probe war für Schüler und Studenten geöffnet, der "Verein der Freunde der Wiener Philharmoniker in Japan" veranstaltete einen Empfang, und Suntory Hall lud nach dem letzten Konzert in Tokyo zur traditionellen Farewell Party. Dr. Clemens Hellsberg hielt einen Vortrag zu den Themen "100. Geburtstag Herbert von Karajan – 100 Jahre Verein Wiener Philharmoniker", zu dem Riccardo Muti persönliche Erinnerungen an Karajan beisteuerte und der von Rainer Küchl, Eckhard Seifert, Tobias Lea und Gerhard Iberer mit Ausschnitten aus Streichquartetten von Joseph Haydn (Hob. III:65, 1. Satz), Wolfgang Amadeus Mozart ("Dissonanzenquartett", KV 465, 2. Satz), Franz Schmidt (Scherzo aus dem Streichquartett in A-Dur) sowie mit dem Streichquartett in B-Dur unseres Gründers Otto Nicolai musikalisch gestaltet wurde.

Nach der Rückkehr am 25. September 2008 fand das "Muti-Festival" noch eine Prolongation: Am 27./28. September wurde im Rahmen des I. Abonnementkonzerts das Verdi-Rota-Programm wiederholt, am 30. September gelangten bei einem Gesellschaftskonzert Rossinis "Semiramide"-Ouvertüre, Strawinskys "Kuß der Fee" sowie die Fünfte Symphonie von Tschaikowsky zur Aufführung.

Am 29. September erfolgte ein weiteres Auslandsgastspiel, das unter ganz besonderen Auspizien stand: Anläßlich des 60-Jahr-Jubiläums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gaben die Wiener Philharmoniker ein Benefizkonzert in der Victoria Hall in Genf, bei dem die Symphonie in F-Dur, Hob. I:67, von Joseph Haydn und Franz Schuberts "große" C-Dur-Symphonie gespielt wurden. Das Konzert stellte sowohl eine Würdigung des Wirkens dieser weltumspannenden Organisation als auch die Erfüllung eines Vermächtnisses dar: Dr. Jong-wook Lee, Generaldirektor der WHO von 2003 bis 2006, auf dessen Initiative die Wiener Philharmoniker im Jahre 2005 zu Goodwill Ambassadors der WHO ernannt worden waren, hatte seinerzeit darum gebeten, das Gründungsjubiläum dieser Institution mit einem Festkonzert zu feiern. Nachdem der gebürtige Koreaner am 22. Mai 2006 im Alter von 61 Jahren völlig überraschend verstorben war, wurde nun sein Wunsch posthum erfüllt. – Das Konzert mit Riccardo Muti war übrigens der erste Auftritt unseres Orchesters nach mehr als 36 Jahren in Genf, wo es zwischen 1935 und 1972 immerhin dreizehn Mal gastiert hatte.

-- Dr. Clemens Hellsberg

 

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