Anmelden

Anmelden

 

Mein Bereich

Nützen Sie zahlreiche Vorteile mit Ihrer Registrierung auf www.wienerphilharmoniker.at: Verschiedenste Newsletter, Teilnahme an den Kartenverlosungen und ein Überblick über alle Ihre Online-Einkäufe!

Jetzt registrieren

Fenster schließen

Menu Kalender

  2017  
  NOV  
M D M D F S S
M 1
D 2
F 3
S 4
S 5
M 6
D 7
M 8
D 9
F 10
M 13
D 14
M 15
D 16
F 17
D 21
M 22
D 23
M 27
D 30

Startseite > Orchester : Orchester

 

Das Philharmonische Tagebuch

Mo, 06. Oktober 2008

Nachrichten

 

Jugendprojekte der Wiener Philharmoniker im Sommer 2008

Wie in jedem Sommer waren die Wiener Philharmoniker auch heuer an mehreren Jugendprojekten beteiligt, die gänzlich verschiedene Zielsetzungen hatten. Vom 24. Juli bis 1. August wurde in Slowenien zum neunten Mal das von der Bank Austria unterstützte und unter philharmonischer Patronanz stehende "Internationale Musikforum Trenta" für Streicher abgehalten, bei welchem Volkhard Steude, Elmar Landerer, Wolfgang Herzer und Peter Götzel 21 Jugendliche in Violine, Viola, Violoncello und Kammermusik unterrichteten. Die Korrepetition übernahm wie in den vergangenen Jahren Andreas Rentsch. Das traditionelle Abschlußkonzert findet am 21. Oktober 2008 im Brahmssaal des Musikvereinsgebäudes statt.

Zwischen 21. Juli und 30. August wurde in Salzburg die "Angelika Prokopp Sommerakademie der Wiener Philharmoniker" veranstaltet, deren Schwerpunkt heuer nicht auf Probespielseminaren, sondern auf Kammermusik lag. Die 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche unter der Anleitung von Rainer Küchl, Werner Hink, Daniel Froschauer, Günter Seifert, Erich Schagerl, Peter Götzel, Raimund Lissy, Tibor Kovác, Gerald Schubert, Heinz Koll, Tobias Lea, Hans Peter Ochsenhofer, Robert Nagy, Jerzy Dybał, Günter Voglmayr, Martin Gabriel, Michael Werba, Dietmar Küblböck sowie Mark Gaal und Jeremy Wilson (beide Posaune, Orchester der Wiener Staatsoper) nicht weniger als 37 Werke einstudierten, waren zudem direkt in die Salzburger Festspiele eingebunden, stellten sie doch die Bühnenmusik für "Don Giovanni" und "Die Zauberflöte". Am 27. August fand in der Aula der Alten Universität ein beinahe sechsstündiger "Schlußmarathon" statt, in dessen Verlauf u. a. Richard Strauss' "Metamorphosen" und "Capriccio"-Sextett sowie das Achte Streichquartett von Dmitri Schostakowitsch (unter Mitwirkung von Rainer Küchl, Heinrich Koll, Erich Schagerl und Johannes Tomböck) aufgeführt wurden.

Die auf Initiative von Gerald Schubert abgehaltenen und vom "Verein der Freunde der Wiener Philharmoniker" und der "Dkfm. Angelika Prokopp Privatstiftung" unterstützten Probespielseminare der Jahre 2005 bis 2007 erwiesen sich als überaus effizient: Nicht weniger als zwanzig der 45 Studierenden erhielten bisher Engagements in acht verschiedenen Orchestern, zehn von ihnen in der Wiener Staatsoper.

Das Internationale Orchesterinstitut Attergau, welches 1994 von Professor Wolfgang Schuster gegründet wurde und zu dem alljährlich Studierende aus Europa und Übersee eingeladen werden, fand heuer zwischen 17. und 31. August in St. Georgen am Attersee statt. Im Rahmen dieser unter der Patronanz der Wiener Philharmoniker stehenden Institution (wissenschaftliche Leitung und Theorie: Prof. Mag. Gregor Widholm) erarbeiteten Daniel Froschauer, Helmut Zehetner, Peter Götzel, Robert Nagy, Milan Sagat, Meinhart Niedermayr, Harald Hörth, Peter Schmidl, Michael Werba, Wolfgang Tomböck, Hans Peter Schuh, Karl Jeitler und Kurt Prihoda mit 61 Studierenden aus  sechzehn Ländern zwei Programme: Am 23. August dirigierte Sascha Goetzel in der Pfarrkirche Gampern Anton Bruckners Messe Nr. 3 in f-Moll, und am 30. August gelangten in der Salzburger Felsenreitschule unter der Leitung von Jordi Savall Suiten aus "The Fairy Queen" von Henry Purcell und aus "Alceste" von Jean-Baptiste Lully sowie Georg Friedrich Händels Concerto a due cori in F-Dur und "Feuerwerksmusik" zur Aufführung. Dieses Programm wurde auch am 31. August in Schloß Kammer am Attersee gespielt.

Eine Initiative besonderer Art ist bereits zur Institution geworden: Am 17. August 2008 fand auf der Jedermann-Bühne am Salzburger Domplatz zum dritten Mal ein von den Salzburger Festspielen, den Wiener Philharmonikern und dem Salzburger Blasmusikverband organisiertes Konzert von jungen Holz- und Blechbläsern statt. Diese von Gerald Schubert vor zwei Jahren entwickelte Idee, die sich sofort als überaus publikumswirksam erwies, wurde mittlerweile dahingehend modifiziert, daß Salzburg jedes Jahr die Hälfte der Jugendlichen stellt, während die andere Hälfte jeweils aus einem anderen Bundesland kommt. Den Anfang machte 2007 Oberösterreich, heuer folgte Niederösterreich, für nächstes Jahr wurde Tirol eingeladen. Die Einstudierung in einem sich über drei Tage erstreckenden Kurs erfolgte durch Wolfgang Breinschmid, Alexander Öhlberger, Peter Schmidl, Michael Werba, Lars Michael Stransky, Stephan Haimel, Mark Gaal (Posaune, Orchester der Wiener Staatsoper) und Paul Halwax, die Gesamtleitung lag wie in den vergangenen Jahren in den Händen von Karl Jeitler, der diesmal Werke von Carl Maria von Weber, Richard Wagner, Giuseppe Verdi, Johann und Josef Strauß, Emil Waldteufel und Carl Michael Ziehrer in zum Teil eigens für diesen Anlaß hergestellten Arrangements von Anton Sollfelner, E. Schmidt-Köthen, Hermann Männecke, Harald Kolasch und Otto Wagner dirigierte.

Unterstützt vom "Verein der Freunde der Wiener Philharmoniker", vom "Verein der Freunde der Salzburger Festspiele" und der "Salzburg Stiftung der American Austrian Foundation" veranstalteten die Wiener Philharmoniker gemeinsam mit "passwort:klassik" auf Schloß Arenberg in Salzburg auch heuer wieder zwei Opern-Musikcamps, an denen je 34 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis fünfzehn Jahren aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, USA und Mexiko teilnahmen. Mit Hanne Muthspiel-Payer und ihrem Team wurden "spezielle Versionen jener Werke geschaffen, die auch bei den Festspielen zur Aufführung gelangen", Besuche der entsprechenden Generalproben der Festspiele ermöglicht, Einblicke hinter die Kulissen geboten und am jeweils letzten Camptag "die gemeinsam erarbeitete Version der Oper unter Mitwirkung von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker im Festspielbezirk dem Publikum präsentiert."

Das Camp für Jugendliche zwischen elf und fünfzehn Jahren fand vom 3. bis 8. August statt und galt der Oper "Herzog Blaubarts Burg" von Béla Bartók, wobei sich unsere beiden ungarisch-österreichischen Solocellisten Tamás Varga und Robert Nagy ebenso wie Wolfgang Vladar der musikalischen Einstudierung widmeten. Die  sieben- bis zehnjährigen Kinder hingegen erarbeiteten zwischen 10. und 16. August Mozarts "Zauberflöte". Kulisse, Kostüme, Bühnenbild etc. für beide Opern wurden zu einem großen Teil selbst hergestellt. Höhepunkt waren jeweils die Aufführungen, die am 8. und 16. August in der Aula der Alten Universität über die Bühne gingen, wobei Daniel Froschauer, Christoph Wimmer, Daniel Ottensamer (Klarinette, Orchester der Wiener Staatsoper) und Ronald Janezic bzw. Walter Auer, Johannes Tomböck, Christian Frohn und Sebastian Bru (Violoncello, Orchester der Wiener Staatsoper) mitwirkten.

*

Der Bericht über ein schon länger zurückliegendes Jugendförderungsprojekt, das die Wiener Philharmoniker unterstützten, ist noch nachzutragen. Ende März 2008 fand an der Universität Bloemfontein (Südafrika) im Rahmen des "Mangaung String Programme" ein Camp für Kinder- und Jugendorchester statt, das von Ulla Schulz angeregt und von ihrer Tochter Veronika und ihrem Neffen, dem Dirigenten und Komponisten Emanuel Schulz, sowie vom Geiger Thomas Bik und der südafrikanischen Cellistin Bertine van Schoor durchgeführt wurde. Der Kurs verfolgte mehrere Ziele: Den Kindern sollten die technischen Grundlagen ihres Instruments vermittelt werden, da der fundamentale Unterricht meist zu kurz kommt; sie sollten ferner mit Wiener Musik (Radetzky-Marsch und Pizzicato-Polka bzw. Ausschnitte aus der "Zauberflöte") konfrontiert werden und schließlich "Me na ńwana" ("Mutter und Kind"), ein von Emanuel Schulz komponiertes Auftragswerk der Wiener Philharmoniker für Chor und Orchester, das Elemente afrikanischer Musik enthält und bei dem auch Marimba, Kalimba und Glockenspiel zum Einsatz kommen, einstudieren und aufführen. Der Kurs, der vom ungeheuren Enthusiasmus der Kinder geprägt war, endete mit zwei Konzerten, die im Odeon der Universität Bloemfontein sowie in der Stadt Ladybrand stattfanden.

Die Unterstützung durch die Wiener Philharmoniker bestand nicht nur in einem Beitrag zur Finanzierung des Projektes: Neben Compact Discs und DVDs mit Einspielungen unseres Orchesters fanden T-Shirts mit dem Emblem der Wiener Philharmoniker besonderen Anklang, zudem steuerten weitere Sponsoren Violinbögen, Saiten und Dämpfer bei. Die Photos sowie eine DVD-Aufnahme von den Proben und Konzerten vermitteln bewegende Eindrücke – und machen den Wunsch der Dozenten nach einer Fortsetzung der Aktivität und einer weiteren Unterstützung des Mangaung String Programmes mehr als verständlich.

-- Dr. Clemens Hellsberg

 

Tags

© 2017 Wiener Philharmoniker RD0003FF4B68AC