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Das Philharmonische Tagebuch

Aktivitäten 2009

So, 17. Mai 2009

Aktivitäten

 

Weltreise mit Zubin Mehta

Am 19. Februar 2009 begaben sich die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta auf eine der streckenmäßig längsten Tourneen ihrer Geschichte: Fünfzig Jahre nach der legendären Weltreise mit Herbert von Karajan (zwischen 19. Oktober und 23. November 1959 bestritt das Orchester insgesamt 26 Konzerte in Indien, auf den Philippinen, in Hongkong, Japan, den USA und Kanada) wurde wiederum die Welt umrundet. Selbstverständlich haben die internationalen Reisebedingungen im vergangenen halben Jahrhundert einen unerhörten Aufschwung erfahren, eine derartige Tournee bleibt aber ein gewaltiges Unternehmen, dessen Dimensionen bereits die technischen Daten veranschaulichen: Vierzehn Konzerte in neun Städten und sechs Ländern auf drei Kontinenten; rund fünfzig Flugstunden, zu denen mehr als weitere fünfzig Stunden Aufenthalt in Bussen, Bahn und auf Flughäfen kamen; die Uhren mußten achtmal um insgesamt 34 Stunden verstellt werden, und es gab Temperaturunterschiede von rund 35 Grad Celsius.

Den Beginn machte am 19. Februar ein Konzert in der kürzlich renovierten Royal Festival Hall in London, bei dem Joseph Haydns Symphonie in D-Dur, Hob. I:104, sowie Anton Bruckners "Neunte" aufgeführt wurden. Das Programm wurde tags darauf im Théâtre des Champs-Élysées wiederholt, wobei selbstverständlich Dominique Meyer, der langjährige Leiter des Hauses und designierte Direktor der Wiener Staatsoper, unser Orchester begrüßte und anschließend zu einem längst traditionellen Empfang lud. Das nächste Konzert fand am 24. Februar in der Verizon Hall in Philadelphia statt. Nach Richard Wagners Ouvertüre zu "Rienzi" spielte Lang Lang, der am dortigen Curtis Institute of Music bei Gary Graffman studierte, das Klavierkonzert Nr. 2 in f-Moll, op. 21, von Frédéric Chopin, den zweiten Teil des Abends bildete Franz Schuberts Symphonie in C-Dur, D 944. Zugabe war die Schnellpolka "Leichtfüßig" von Josef Hellmesberger, dem ehemaligen Konzertmeister und Vorstand der Wiener Philharmoniker, die auch bereits zweimal im Neujahrskonzert aufgeführt wurde.

Im Februar/März 1989 hatte unter der Leitung Herbert von Karajans erstmals eine "Wiener Philharmoniker-Woche in New York" stattgefunden. Aus dem damaligen Experiment wurde inzwischen längst ein Fixpunkt im Jahresprogramm sowohl unseres Orchesters als auch der Carnegie Hall, und in Würdigung des 20-Jahr-Jubiläums wurden heuer vier statt der obligaten drei Konzerte veranstaltet: Am 25. Februar gab es ein Benefiz zugunsten der National Academy Foundation, bei dem neben der "Rienzi"-Ouvertüre und Chopins zweitem Klavierkonzert Werke von Johann Strauß auf dem Programm standen. Die "regulären" Konzerte der "Wiener-Philharmoniker-Woche" am 27. und 28. Februar bzw. 1. März hatten folgende Programme: Arnold Schönberg, "Verklärte Nacht" – Anton Bruckner, Symphonie Nr. 9; Hugo Wolf, Italienische Serenade – Josef Marx, Orchesterlieder (Solistin: Angela Maria Blasi) – Franz Schubert, Symphonie Nr. 8 in C-Dur, D 944 (Zugaben: Johann Strauß, "Tritsch-Tratsch". Polka schnell, op. 214; "Unter Donner und Blitz". Polka schnell, op. 324); Wolfgang Amadeus Mozart, Ouvertüre zu "Le nozze di Figaro" – Joseph Haydn, Symphonie D-Dur, Hob. I:104 – Richard Strauss, "Ein Heldenleben", op. 40 (Solovioline: Rainer Küchl; Zugaben: Hellmesberger, "Leichtfüßig" und Eduard Strauß, "Bahn frei!" Polka schnell, op. 45). 

Unmittelbar nach dem letzten Konzert erfolgte der Abflug nach Los Angeles, dem Wohnsitz unseres "dienstältesten" Dirigenten, der seine Freude, endlich mit unserem Orchester in seiner Heimatstadt aufzutreten, in bewegender Weise zum Ausdruck brachte: Am 2. März luden Zubin Mehta und seine Gattin Nancy das gesamte Orchester zum Mittagessen in ihr Haus, und tags darauf rief der Maestro am Ende des ersten Konzerts, bei dem Hugo Wolf, Josef Marx und Anton Bruckner auf dem Programm standen, dem Publikum zu: "Seit 1962 träume ich davon, mit diesem Orchester für Sie zu spielen" – eine in unserer mittlerweile 167jährigen Geschichte wohl einzigartige Begebenheit. Am 4. März standen in der Walt Disney Concert Hall Wagners "Rienzi"-Ouvertüre, das zweite Klavierkonzert von Chopin mit Lang Lang als Solist sowie Schuberts "große" C-Dur-Symphonie auf dem Programm, als Zugaben wurden diesmal die Polkas "Leichtfüßig" und "Tritsch-Tratsch" gespielt.

Die Reise wurde mit einem 14-Stunden-Flug nach Peking fortgesetzt, wo unser Orchester nach 1973 (Dirigenten: Claudio Abbado, Willi Boskovsky), 1996 (Zubin Mehta) und 2004 (Seiji Ozawa) zum vierten Mal gastierte. Im neu erbauten, spektakulären National Center for the Performing Arts gelangten am 8. und 9. März Schönbergs "Verklärte Nacht" und Strauss' "Ein Heldenleben" bzw. Mozarts Ouvertüre zu "Le nozze di Figaro", Joseph Haydns Symphonie in D-Dur, Hob. I:104, Chopins Klavierkonzert Nr. 2 und Schuberts Symphonie in C-Dur zur Aufführung (Zugaben: Johann Strauß, "Wo die Citronen blüh'n". Walzer, op. 364, und Hellmesbergers Schnellpolka "Leichtfüßig" resp. "Tritsch-Tratsch" und "Unter Donner und Blitz").

Am 11. März gab es einen weiteren emotionalen Höhepunkt: Nach 2003 traten wir zum zweiten Mal mit Zubin Mehta in seiner Geburtsstadt Bombay, einer Station übrigens der Weltreise von 1959, auf. Mozarts "Figaro"-Ouvertüre eröffnete den Abend, Lang Lang gab mit Chopins f-Moll-Konzert sein Debüt in Indien, den Schluß des offiziellen Programms bildete die Siebente Symphonie von Ludwig van Beethoven. Als Zugaben wurden zwei Werke von Johann Strauß gespielt: "Kaiserwalzer", op. 437, und "Tritsch-Tratsch"-Polka. Die Weltreise endete mit einer Premiere, nämlich dem ersten Gastspiel unseres Orchesters in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Am 13. März gelangten in einem Open-Air-Konzert in Al Ain Schuberts "große" C-Dur-Symphonie sowie Werke der Strauß-Dynastie zur Aufführung, am nächsten Tag standen in Abu Dhabi "Rienzi"-Ouvertüre, Chopins Klavierkonzert Nr. 2 und "Ein Heldenleben" auf dem Programm, den endgültigen Schlußpunkt der Reise bildete die als Zugabe gespielte "Figaro"-Ouvertüre.

Im Verlaufe dieser 25 Tage gab es auch noch einige begleitende Veranstaltungen. Am 23. Februar stand Joseph Haydn im Mittelpunkt eines Kammerkonzerts im Österreichischen Kulturinstitut in New York, bei dem Clemens Hellsberg ein Kurzreferat über den vor 200 Jahren verstorbenen Klassiker hielt und gemeinsam mit Dieter Flury, Rainer Honeck, Gerhard Marschner, Tamás Varga und Robert Nagy Werke von Joseph Haydn und seiner Schüler Ignaz Pleyel (1757-1831) und Ludwig van Beethoven spielte. Beim "Abu Dhabi Classic Festival" wurde unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Musikvermittlerin Hanne Muthspiel-Payer auf einer internationalen Ebene fortgesetzt: Kinder und Jugendliche der Raha International School und der British International School setzten sich mit Mozarts Kindheit auseinander, wobei im Verlaufe von vier Tagen der Soundscape "Mozarts Journey" entstand, welcher die Reisen von Wolfgang und Nannerl mit der Kutsche zum Gegenstand hatte. Dazu wurde mit dem Schulorchester der British International School der Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn Bartholdy, einem weiteren musikalischen Jahresregenten, erarbeitet. Mendelssohns Oktett in Es-Dur, op. 20, war der Schwerpunkt eines von Hanne Muthspiel-Payer moderierten Familienkonzerts, in dessen Rahmen Wolfgang Breinschmid, Charlotte Balzereit, Eckhard Seifert, Isabelle Ballot, Johannes Kostner, Martin Klimek, Gerhard Marschner, Thomas Hajek (Viola, Orchester der Wiener Staatsoper), Tamás Varga und Wolfgang Härtel ferner Werke von Mozart (darunter das Menuett, KV 1) und Beethoven aufführten und mit den Kindern und Jugendlichen auch "Mozarts Journey" und den Hochzeitsmarsch spielten.

-- Dr. Clemes Hellsberg

 

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