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Das Philharmonische Tagebuch

Do, 21. Oktober 2010

Interna

 

Zwei Mitglieder treten in den Ruhestand

Gabriel Madas

Im August 1976 traf Gabriel Madas gemeinsam mit seiner Frau Jana eine Entscheidung, die beider Leben grundlegend veränderte: Die CSSR-Bürger verließen ihre Heimat und suchten in der Schweiz um politisches Asyl an. Um die volle Tragweite dieses Schrittes wenigstens zu erahnen, muß man sich vor Augen halten, welch glänzende Karriere Gabriel Madas zu diesem Zeitpunkt bereits absolviert hatte. Geboren am 24. März 1945 in Levoča (Slowakei), besuchte er nach der Pflichtschule das Musikkonservatorium Košice, wo er Posaune bei František Polaško studierte und 1965 maturierte. Danach inskribierte er Konzertfach Posaune in der Klasse von Miloslav Hejda an der Musikhochschule Prag und schloß das Studium vier Jahre später ab.

Bereits zuvor hatte seine Laufbahn als Berufsmusiker begonnen, war er doch seit 1. Jänner 1968 Erster Posaunist der Tschechischen Philharmonie Prag. In der Folge stellte er sein Können nicht nur im Orchester unter Beweis: 1973 erhielt er beim Musikwettbewerb in Genf die Bronzemedaille, 1973 und 1974 gewann er jeweils den 1. Preis beim Nationalen Wettbewerb in Kraslice, und 1974 siegte er bei einem der bedeutendsten internationalen Wettbewerbe – jenem des "Prager Frühlings". Es war daher nicht überraschend, daß Gabriel Madas schon kurz nach seiner Emigration ein Engagement erhielt: Ab 1. September 1977 war er Erster Posaunist des Berner Symphonie-Orchesters, verließ dieses aber nach einer Saison, um am 1. September 1978 seinen Dienst als Erster Posaunist des Wiener Staatsopernorchesters anzutreten. 1981 wurde er in den Verein Wiener Philharmoniker aufgenommen, im selben Jahr begann er mit der Unterrichtstätigkeit am Konservatorium der Stadt  Wien, die er bis 1. September 2010 fortführte. Neben seinen künstlerischen Leistungen "hinterläßt" Professor Gabriel Madas den Wiener Philharmonikern ein weiteres "Erbe" – seinen Sohn Oliver, der seit 2006 unserer Vereinigung als Schlagwerker angehört.

*

Peter Schmidl

Peter Schmidl, der am 10. Jänner 1942 in Olmütz zur Welt kam, wurde in eine "Philharmoniker-Familie" geboren: Sein Großvater Alois wurde vom damaligen Operndirektor Wilhelm Jahn bzw. vom Ersten Hofkapellmeister Hans Richter engagiert und war von 1892 bis 1914 als Klarinettist tätig, sein Vater Viktor wirkte von 1921 bis 1936 ebenfalls als Klarinettist der Staatsoper und der Wiener Philharmoniker. Es war selbstverständlich, daß Peter Schmidl nach der mit Auszeichnung abgelegten Matura (bei der er übrigens Beethovens Viertes Klavierkonzert spielte!) ab 1959 bei einem Philharmoniker an der Wiener Musikakademie studierte – bei Rudolf Jettel, dem damaligen Ersten Klarinettisten. 1964 legte er die Diplomprüfung mit Auszeichnung ab, das darauf folgende Studium von Schauspiel und Regie am Max Reinhardt Seminar brach er allerdings bald ab: Nach einem erfolgreichen Probespiel wurde er mit 1. Mai 1965 Mitglied des Staatsopernorchesters, am 1. September 1968 erfolgte seine Aufnahme in den Verein Wiener Philharmoniker.

In den folgenden Jahrzehnten profilierte sich Peter Schmidl als eine der markantesten Persönlichkeiten der Musikszene. Die Vielfalt seiner Tätigkeit läßt sich nur umreißen: Neben der Orchesterkarriere brillierte er als international gefragter Solist, der mit den Wiener Philharmonikern, dem Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester, dem Mozarteumorchester Salzburg, New Philharmonic Tokyo u. a. auftrat, wobei Leonard Bernstein, Karl Böhm, Christoph von Dohnányi, Riccardo Muti oder André Previn dirigierten. Als Kammermusiker spielte er mit dem "Wiener Oktett" und den "Wiener Bläsersolisten" ebenfalls in den Weltzentren der Musik, als Lehrer kann Schmidl, der seit 1967 unterrichtet und 1985 Ordentlicher Professor wurde, bereits auf mehrere Schülergenerationen, darunter vier Mitglieder der Wiener Philharmoniker, hinweisen. Schließlich war Peter Schmidl, Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen, auch als Manager erfolgreich: Seit vielen  Jahren ist er beim Pacific Music Festival in Sapporo tätig, und von 2001 bis 2005 leitete er als Geschäftsführer die Geschicke unseres Orchesters. Im Jahre 2006 wurde Professor Schmidl zum Doyen der Wiener Staatsoper ernannt, nach 45 Jahren als aktiver Musiker trat mit ihm nun ein "Denkmal" unserer Vereinigung in den dauernden Ruhestand.

 

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