Anmelden

Anmelden

 

Mein Bereich

Nützen Sie zahlreiche Vorteile mit Ihrer Registrierung auf www.wienerphilharmoniker.at: Verschiedenste Newsletter, Teilnahme an den Kartenverlosungen und ein Überblick über alle Ihre Online-Einkäufe!

Jetzt registrieren

Fenster schließen

Menu Kalender

  2017  
  NOV  
M D M D F S S
M 1
D 2
F 3
S 4
S 5
M 6
D 7
M 8
D 9
F 10
M 13
D 14
M 15
D 16
F 17
D 21
M 22
D 23
M 27
D 30

Startseite > Orchester : Orchester

 

Das Philharmonische Tagebuch

Mo, 15. November 2010

 

passwort:klassik – So pocht das Schicksal an die Pforte…

...Und so pochten auch die Wiener Philharmoniker an die Türen von sechs Musikklassen in Kooperativen Mittelschulen und Gymnasien Wiens. Die Musiker bereiteten gemeinsam mit der Konzertpädagogin Hanne Muthspiel-Payer die Schüler auf den Beethoven-Zyklus mit Christian Thielemann vor. Sie werden am Mittwoch die Generalprobe der Symphonie Nr. 5 hören. Bei der Arbeit mit den Jugendlichen stellten die Musiker wieder einmal fest, dass sich allein in der Musikstadt Wien Welten zwischen Gleichaltrigen auftun: Musizierten sie mit einer Klasse Themen aus Beethovens Fünfter, so hatten sie in einer anderen unzählige Fragen der Schüler zu beantworten, da die Begegnung mit klassischer Musik Neuland für diese bedeutete. Ziel des Projektes war - unabhängig von Vorkenntnissen und Wissen - den jungen Menschen den Boden aufzubereiten, um sich die 5. Symphonie Beethovens zu Herzen gehen lassen zu können.

Rückmeldungen von Lehrern und Musikern:

Unsere Schüler erwarteten die Musiker bei Ihrem Besuch an unserer Schule mit Spannung. Die türkischen Mädchen trugen ihr schönstes Kopftuch und selbst die größten Rabauken benahmen sich  recht höflich. Nur mit Mühe konnte ich die Frage "Wieviel verdient ein Philharmoniker?" abwenden. Dann kam die nächste, sehr persönliche Frage: "Gehen Ihre Kinder in eine öffentliche oder in eine private Schule?"
Natürlich waren die SchülerInnen begeistert von den Hörproben und von der Erschließung einer für sie bis dahin neuen musikalischen Welt.
Aber noch stärker waren sie auf der Suche nach Vorbildern. Und in den Musikern schienen sie welche gefunden zu haben. Sie stammten - teilweise - wie die Kinder selbst - aus anderen Ländern - und - haben es bis ganz an die Spitze geschafft.
DAS war wirklich wichtig: ein lebendiges Vorbild!
Nicht hier geboren worden zu sein und es dennoch zu schaffen!!! Das gab den Kindern Mut.
Und mir, als ihre Begleiterin, einmal mehr die Gewißheit, wie schwer es sein muss in einem Land fern der Heimat aufzuwachsen und von existentiellen Problemen umringt zu sein. 
Als Botschafter der Musik sind sie zu uns gekommen und als Hoffnungsträger und Mutmacher haben sie die Herzen der Kinder erobert. Meinen herzlichen Dank dafür!
Mag. Claudia Tichy

Für die Schüler der Boerhaavegasse war die Begegnung mit den beiden Musikern ein besonderes Erlebnis. Besonders das gemeinsame Musizieren und die Erzählungen - Stichwort "Konzertreisen" - haben bestimmt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es macht schon große Freude, die Nahtstelle zwischen Jugend und Profis erleben und beobachten zu können.  
Mag. Christoph Wigelbeyer

Die Reaktionen Einzelner, aber auch einer ganzen Klasse, auf Musik und das, was man darüber erzählen kann, sind faszinierend und enorm spannend. Da gibt es auch Enttäuschungen, aber die größten Überraschungen dort, wo man sie nie erwarten würde!
Freilich ist das alles ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu dem, was sich am Popsektor an Promotion und Jugendförderung abspielt, aber wenn niemand zu tröpfeln beginnt, wird sich nie etwas ändern. Unsere Kinder haben nun mal nicht mehr dieselben Umstände, die uns seinerzeit noch fast automatisch zur Musik der großen Meister geführt haben. Die beherrschen andrerseits heute mit 10, 12 Jahren Sachen, von denen wir nur träumen hätten können! Dass da manches auf der Strecke bleiben muss, ist klar. Aber wir leben nicht von Brot allein, und nur Ausbildung ohne Herzensbildung ließe uns sehr arm werden. Wenn junge Menschen unsere Musik erst einmal kennen gelernt haben, können sie dann ja selber entscheiden, ob sie prinzipiell den gerade gefundenen Radiosender verlassen wollen, sobald ein Ton Klassik zu hören ist.
Martin Kubik (Wiener Philharmoniker, Violine)

 

Tags

© 2017 Wiener Philharmoniker RD0003FF4B68AC