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Das Philharmonische Tagebuch

Fr, 10. Juni 2011

Interna

 

Professor Gottfried Martin gestorben

Prof. Gottfried Martin

Vor etwas mehr als einem Jahr, am 1. März 2010, war Professor Gottfried Martin, Bratschist der Wiener Philharmoniker, in den dauernden Ruhestand getreten. Nur wenige Monate später wurde bei ihm eine schwere Erkrankung diagnostiziert, der er nach mehrmonatigem, mit großer Geduld ertragenem Leiden am 17. Mai 2011 erlag.

Geboren am 26. November 1944 in Wien als Sohn eines Hornisten der Wiener Symphoniker, studierte Gottfried Martin ab 1958 an der damaligen Musikakademie Konzertfach Violine bei Franz Samohyl und Günter Pichler sowie Viola bei Karl Stierhof. Noch während des Studiums trat er in diversen Wiener Theatern als Violinsolist auf und stand in diesem Rahmen etwa mit Hans Moser, Paul Hörbiger, Heinz Conrads und Helmut Qualtinger auf der Bühne. Mit neunzehn Jahren wurde er in das Juniorenorchester der Wiener Staatsoper aufgenommen, 1967 erhielt er ein Engagement in der Wiener Volksoper. Nach einem weiteren erfolgreichen Probespiel gehörte er ab 1. September 1970 der Violagruppe der Staatsoper an und wurde im Jänner 1974 in den Verein Wiener Philharmoniker aufgenommen, nachdem er 1971 die Diplomprüfung im Konzertfach Viola mit Auszeichnung abgelegt hatte.

Zeitlebens beeindruckte Gottfried Martin durch eine unerhörte Interessenvielfalt: Er befaßte sich intensiv mit zeitgenössischer Musik, stand mit zahlreichen Komponisten in regem Kontakt (Egon Wellesz beispielsweise widmete ihm sein letztes Werk) sowie mit Graphik und Bildhauerei und studierte ab 1980 am Institut für elektroakustische Musik der Wiener Musikhochschule. Er gestaltete zahlreiche Ausstellungen eigener Werke und gewann beim "Photoshop Award 2003", dem Europäischen Wettbewerb für Computergraphik, den Dritten Preis in der Kategorie "Professionals", den er - charakteristisch für sein ausgeprägtes soziales Empfinden - einer für behinderte Kinder und Jugendliche tätigen Institution spendete.

Ab 1985 konzentrierte er sich zunehmend auf die administrative Arbeit innerhalb unseres Orchesters: Reiseleiter, Ordnungswahrer, beinahe zwanzig Jahre Betriebsrat des Staatsopernorchesters, Stellvertretender Vorsitzender der Sektion Musik in der Gewerkschaft Kunst, Medien und freie Berufe - mit Elan, Intensität und unerhörtem Fleiß nahm Professor Gottfried Martin die Vielzahl der ihm anvertrauten Aufgaben an. Sein maßgeblicher Beitrag zum Abschluß des neuen Kollektivvertrags des Staatsopernorchesters, den Direktor Dominique Meyer bei der Generalprobe für das Konzert anläßlich des 100. Todestages Gustav Mahlers am 18. Mai 2011 mit berührenden Worten würdigte, basierte auf seiner großen Erfahrung und war eine brillante, zukunftsweisende Leistung, die vor dem Hintergrund seines Schicksals, das sich nun vollendet hat, eine Krönung seines Lebenswerkes für unsere Gemeinschaft darstellt.

 

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