Anmelden

Anmelden

 

Mein Bereich

Nützen Sie zahlreiche Vorteile mit Ihrer Registrierung auf www.wienerphilharmoniker.at: Verschiedenste Newsletter, Teilnahme an den Kartenverlosungen und ein Überblick über alle Ihre Online-Einkäufe!

Jetzt registrieren

Fenster schließen

Menu Kalender

  2017  
  NOV  
M D M D F S S
M 1
D 2
F 3
S 4
S 5
M 6
D 7
M 8
D 9
F 10
M 13
D 14
M 15
D 16
F 17
D 21
M 22
D 23
M 27
D 30

Startseite > Orchester : Orchester

 

Das Philharmonische Tagebuch

Do, 15. September 2011

Nachrichten

 

Philharmonische Feierstunde mit Zubin Mehta

Zubin Mehta bei der Philharmonischen
Feierstunde am 18. Juni 2011

Am 11. Juni 1961 hatte Zubin Mehta am Pult unseres Orchesters debütiert, am 18. Juni 2011 feierten wir die fünfzigjährige Zusammenarbeit mit dem indischen Maestro, der nicht nur seines Studiums wegen längst in vieler Hinsicht zu einem Wiener geworden ist.

Es war nicht das erste Mal in unserer Geschichte, daß ein Dirigent ein derart bemerkenswertes Jubiläum feierte – auch Bruno Walter und Herbert von Karajan erreichten bzw. überschritten diese Zeitspanne; es war aber das erste Mal, daß wir diesem Anlaß eine Philharmonische Feierstunde widmeten, und allein dieser Umstand sagt sehr viel über unser Verhältnis zu Zubin Mehta aus. Wenn er selbst dieses halbe Jahrhundert der Zusammenarbeit so beschreibt, daß er bei uns zunächst seine Professoren an der damaligen Musikakademie dirigierte, später seine Studienkollegen und mittlerweile deren ehemalige Schüler, dann charakterisiert dies die Einzigartigkeit der Beziehung: Zubin Mehta wurde von Philharmonikern unterrichtet und ist mit einer Philharmoniker-Generation musikalisch aufgewachsen. Als er debütierte, war Konzertmeister Fritz Sedlak, 1895 geboren, das älteste aktive Mitglied. Wie der damalige Vorstand Otto Strasser wurde Sedlak 1922 engagiert, also zu einer Zeit, als Richard Strauss und Franz Schalk die Wiener Staatsoper leiteten und Arnold Rosé, der Schwager Gustav Mahlers und Konzertmeister Hans Richters, an der Spitze des Orchesters stand. Allein diese Zusammenhänge machen klar, was ein halbes Jahrhundert in Bezug auf historische Zusammenhänge und künstlerische Verantwortung bedeutet!

Wie sehr Zubin Mehta diese Verantwortung wahrnimmt, wie groß seine Treue zu unserem Orchester ist, beweist bereits eine einzige Zahl: Von den 255 Konzerten, die wir unter Zubin Mehtas Leitung bisher spielten, waren 82, also ein Drittel, Abonnementkonzerte. Es ist dies der Ausdruck tiefster Zuneigung zu unserem Orchester, zu unserer Tradition, zu unserem Publikum, und diese Treue zu den Abonnementkonzerten drückt aus, daß unser Orchester seit einem halben Jahrhundert nicht nur Teil seiner musikalischen Arbeit, sondern seines Lebens ist.

Die Philharmonische Feierstunde am 18. Juni 2011, bei der Clemens Hellsberg, Dominique Meyer und Daniel Barenboim die Laudationes hielten, hatte ein opulentes musikalisches Programm: Anton Mittermayr dirigierte die Fanfare, die Richard Strauss 1924 für den ersten Philharmonikerball schrieb; das Kontrabaßquartett „Circus Bassissimus" wies auf den Anfang von Mehtas musikalischer Laufbahn als Kontrabassist hin; und Daniel Barenboim, der engste Freund Zubin Mehtas, spielte mit Rainer Küchl, dem längstdienenden Konzertmeister in der Geschichte der Wiener Philharmoniker, und dessen Quartettkollegen Heinz Koll und Gerhard Iberer den Variationensatz aus Schuberts „Forellenquintett", wobei der Kontrabaßpart von Herbert Mayr übernommen wurde, der ebenso wie Konzertmeister Rainer Honeck (welcher mit Daniel Barenboim die „Rosenkavalier"-Phantasie von Vaša Přihoda aufführte) 1961 zur Welt kam – also in jenem Jahr, in dem Zubin Mehta bei uns debütierte.

Dieses Debüt Zubin Mehtas erfolgte in einem Festwochenkonzert, von dem es leider keine Tonaufnahme gibt. Er dirigierte damals die „Symphonie in drei Sätzen" von Igor Strawinsky, Ludwig van Beethovens Drittes Klavierkonzert in c-Moll, op. 37, sowie Richard Strauss' „Don Quixote", und genau dieses Programm gelangte auch im zehnten Abonnementkonzert der vergangenen Saison (18./19. Juni 2011) zur Aufführung. Im Tonarchiv, das unser langjähriger erster Flötist Dr. Werner Tripp anlegte, befindet sich allerdings ein Mitschnitt der Rundfunkübertragung von Mehtas erstem Philharmonischen Abonnementkonzert: Am 29. Februar/1. März 1964 leitete er Robert Schumanns Vierte Symphonie, Arnold Schönbergs „Fünf Orchesterstücke" (als philharmonische Erstaufführung) sowie die Symphonischen Fragmente „Daphnis et Chloé" von Maurice Ravel. Dr. Tripps Witwe Karin stellte uns diesen Mitschnitt dankenswerter Weise zur Verfügung, und so konnte Zubin Mehta im Rahmen der Feier zu seinem 50-Jahr-Jubiläum eine Compact Disc des ersten von ihm geleiteten Abonnementkonzerts überreicht werden.

- Dr. Clemens Hellsberg

 

Tags

© 2017 Wiener Philharmoniker RD0003FF4B68AC