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Das Philharmonische Tagebuch

Interna 2012

Mo, 24. September 2012

Interna

 

Vier Mitglieder traten in den Ruhestand

Franz Bartolomey

Vom ersten Moment seines Lebens war Franz Bartolomey, geboren am 23. Dezember 1946 in Wien, von den Wiener Philharmonikern in Geschichte und Gegenwart umgeben: Sein aus Prag gebürtiger Großvater Franz Bartolomey (František Bartolomej, 1865-1920) wurde 1892 erster Klarinettist des k. k. Hofopernorchesters in Wien sowie der Wiener Philharmoniker, sein Vater Franz Bartolomey (1911-1988) erhielt 1938 ein Engagement als Sekundgeiger und fungierte zudem von 1961 bis 1965 als Vizevorstand. Die Ausbildung erfolgte unter adäquaten philharmonischen Auspizien, nämlich durch drei Solocellisten unseres Orchesters: Im Alter von sechs Jahren erhielt er bei Ewald Winkler den ersten Unterricht, setzte das Studium bei Richard Krotschak an der damaligen Wiener Musikakademie fort und schloß es privat bei Emanuel Brabec ab. Noch während der Studienzeit machte er 1963 mit dem Gewinn der „Casals-Medaille" beim Cellowettbewerb in Budapest (dem 1966 ein Diplom beim „Tschaikowsky-Wettbewerb" in Moskau und 1967 der Sieg beim Internationalen Violoncello-Wettbewerb in Wien folgen sollten) auch auf internationaler Ebene auf sich aufmerksam.

Mit 1. Oktober 1967 wurde Franz Bartolomey Mitglied des Staatsopernorchesters und war damit nach Josef Hellmesberger jun., Peter Schmidl und seinem Bruder Ernst Bartolomey, der bereits am 1. März 1966 als Sekundgeiger engagiert worden war, der vierte Musiker, der wie sein Vater und Großvater diesem Ensemble angehörte. Am 1. März 1973 erfolgte die Aufnahme in den Verein Wiener Philharmoniker, und im selben Jahr avancierte er nach einem neuerlichen Probespiel zum Solocellisten. In den folgenden Jahrzehnten spielte er sämtliche großen Soli der Orchesterliteratur sowie, begleitet von den Wiener Philharmonikern, Haydns Sinfonia concertante, Brahms' Doppelkonzert für Violine und Violoncello und das Cellokonzert von Edward Elgar, wobei Leonard Bernstein, Sir Simon Rattle und Sir Roger Norrington am Pult standen. Daneben setzte er die schon von Kindheit an gepflegte Kammermusiktätigkeit mit größter Intensität fort: Er war Mitglied des „Küchl-Quartetts" oder der „Wiener Virtuosen", daneben musizierte er mit Christian Altenburger, Tzimon Barto, Rudolf Buchbinder, Helmut Deutsch, Paul Gulda, Ernst Kovacic, Igor Oistrach, Boris Pergamenschikow, Sir André Previn, Sir Simon Rattle, Gil Shaham, Stefan Vladar sowie Kathleen Battle, Barbara Bonney, Jessye Norman, Sylvia McNair und Thomas Hampson, um nur einige herausragende Künstlerpersönlichkeiten zu nennen.

Die reiche Berufserfahrung, die er an seiner exponierten Position in unserem Orchester sowie durch die permanente Zusammenarbeit mit führenden Musikerinnen und Musikern gesammelt hat, gibt Professor Franz Bartolomey, der Träger hoher Auszeichnungen auf Bundes- und Landesebene ist, als Dozent bei Meisterkursen im In- und Ausland weiter – und damit auch ein Stück jener philharmonischen Tradition, der er ein markantes Kapitel hinzugefügt hat.

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Wolfgang Brand

Wolfgang Brand wurde am 25. Februar 1948 in Vöcklabruck geboren und erhielt im Alter von neun Jahren den ersten Violinunterricht. Nach dem Besuch des Gymnasiums Vöcklabruck Wagrain, wo er 1966 maturierte, inskribierte er das Konzertfach Violine bei Günter Pichler und später bei Franz Samohyl an der damaligen Wiener Musikakademie bzw. Musikhochschule Wien, wobei er die Ausbildung 1970 durch einen Solistenkurs bei Henryk Szeryng in Genf ergänzte. Im Jahre 1974 legte er die Diplomprüfung ab, nachdem er in der Saison 1972/73 ein Engagement als Konzertmeister im Raimundtheater innegehabt hatte. Nach ausgedehnter Substitutentätigkeit in der Staatsoper und bei den Philharmonikern gewann er ein Probespiel für eine Primstelle im Orchester der Wiener Staatsoper, wo er seinen Dienst am 1. Jänner 1975 antrat. Genau drei Jahre später erfolgte seine Aufnahme in den Verein Wiener Philharmoniker.

Neben der intensiven Orchestertätigkeit widmete sich Wolfgang Brand, der vorübergehend auch der Hofmusikkapelle Wien angehörte und 2005 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg erhielt, der Kammermusik. Von 1974 bis 1994 war er Mitglied der „Wiener Streichersolisten", in deren Reihen er eine große Anzahl von Konzerten in mehreren Ländern Europas spielte, und in der Folge gründete er ein Klaviertrio, mit dem er in Österreich, Deutschland, Mexiko und Argentinien auftrat.

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Wolfgang Gürtler

Wolfgang Gürtler wurde am 11. April 1947 in Wien geboren, erhielt während der Volksschulzeit Klavierunterricht und besuchte die Handelsakademie, an der er 1966 die Matura ablegte. Nach dem Präsenzdienst im Österreichischen Bundesheer wurde er Bankbeamter in der damaligen Zentralsparkasse und legte bis 1971 zwei Sparkassenprüfungen ab. Gleichzeitig mit dem Eintritt in das Berufsleben verwirklichte er einen lange gehegten Wunsch: Nicht zuletzt inspiriert durch das Vorbild seines Bruders Dietfried, der seit 1966 Cellist des Staatsopernorchesters war, begann er ein Abendstudium im Fach Kontrabaß bei Julius Badstöber am Prayner Konservatorium Wien. 1970 setzte er die Ausbildung bei Otto Rühm, dem langjährigen Solokontrabassisten der Wiener Philharmoniker, an der damaligen Musikakademie fort und erhielt bereits ein Jahr später ein Engagement im Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester. Nach einem erfolgreichen Probespiel wurde er per 1. Jänner 1974 Kontrabassist im Orchester der Wiener Staatsoper, avancierte 1976 aufgrund eines weiteren Vorspiels zum Stimmführer und wurde am 1. Februar 1977 in den Verein Wiener Philharmoniker aufgenommen, zu dessen Selbstverwaltung er als Komiteemitglied in beratender Funktion (1980/81) bzw. als Archivar des Notenarchivs (1981-1984) beitrug.

Die elementare Begeisterung für die Musik, welche schon im ungewöhnlichen Ausbildungsweg Professor Wolfgang Gürtlers zum Ausdruck kam, manifestierte sich nicht nur in seinem unermüdlichen Einsatz für unser Orchester, sondern auch in der intensiven Betätigung als Kammermusiker – er ist (Gründungs-)Mitglied der „Wiener Streichersolisten", des „Gürtler-Trios Wien", des „Wiener Streichquintetts" und des Ensembles „PhiliTango". Seit 2007 studiert Wolfgang Gürtler, der neben mehreren Auszeichnungen auf Landes- und Bundesebene Ehrenmitglied der „Bachgemeinde Wien" ist, am Prayner Konservatorium Wien Dirigieren und trat als Orchesterleiter bisher in Ungarn, Rumänien und der Ukraine auf.

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Karl Jeitler

Auch für Karl Jeitler, geboren am 25. März 1947 in Neunkirchen (Niederösterreich), schien zunächst ein anderer Lebensweg vorgezeichnet: Nach vier Jahren Gymnasium in Neunkirchen besuchte er von 1961 bis 1965 die Lehrerbildungsanstalt in Wiener Neustadt, brach dieses Studium jedoch ein Jahr vor dem Abschluß ab, um sich seiner Berufung, der Posaune, zu widmen. In der Folge studierte er bei den Philharmonikern Hans Bauer, Franz Bahner und Josef Rohm an der Musikakademie bzw. Musikhochschule Wien und arbeitete konsequent an seiner Laufbahn: 1969 absolvierte er ein Probespiel für das Volksopernorchester, 1970 wurde er Mitglied der Wiener Symphoniker, 1973 legte er die Diplomprüfung im Konzertfach Posaune ab, und 1974 erreichte er sein großes Ziel: Nach einem neuerlichen Probespiel trat er mit 1. September 1974 sein Engagement als Posaunist des Staatsopernorchesters an, per 1. September 1978 wurde er Mitglied der Wiener Philharmoniker.

Die Begeisterung für sein Instrument sowie die pädagogischen Ambitionen erschlossen Karl Jeitler in der Folge eine Vielzahl an Betätigungsfeldern. Ab 1980 widmete er sich der Weiterentwicklung der Wiener Modelle von Tenor- und Baßposaune, Tenorhorn und Euphonium, die er gemeinsam mit der japanischen Firma Yamaha betrieb. 1970 wurde ihm der Aufbau der Jugendkapelle in Rohrau anvertraut, von 1976 bis 1986 war er Kapellmeister der Musikkapelle seines Heimatortes Grafenbach. 1990 gründete er die „Junge Bläserphilharmonie", seit 1991 wirkt er als Dozent beim „Pacific Music Festival" in Sapporo, im selben Jahr gründete er eine Musikschule in Sakuma und erweiterte seine Tätigkeit auf die Universitäten von Yokohama, Kagoshima, Hakui und Tokyo. Seit 1989 dirigiert er die Fanfare beim Ball der Wiener Philharmoniker, seit 2006 leitet er das populäre „Sonderkonzert der Wiener Philharmoniker mit jungen Blasmusiktalenten" im Rahmen der Salzburger Festspiele. Anläßlich Professor Jeitlers Pensionierung hat seine Tochter Maria Großbauer unter dem Titel „In Frack und Lederhose" eine ebenso informative wie liebevolle Biographie herausgebracht.

 

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