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Das Philharmonische Tagebuch

Nachrichten 2014

Mi, 05. November 2014

Prof. Reinhard Öhlberger

Nachrichten

 

Verleihung des „Birgit-Nilsson-Preis“

Der Verleihung des „Birgit-Nilsson-Preis“ wird in ihrer Bedeutung und Sinnhaftigkeit mit einem Beitrag von Prof. Dr. Rutbert Reisch im Programmheft des 2. Abonnementkonzerts Rechnung getragen. Hier sollen lediglich für Ablauf und Ausführung erhellende Annotationen folgen. Es verstand sich von selbst, daß das Orchester bei dieser Verleihung in Konzertformation anzutreten und die Überreichung musikalisch zu begleiten hatte. Sie fand am 8. Oktober im Konserthuset in Stockholm statt, zu einer Zeit also, wo durch die Bekanntgabe der diesjährigen Nobelpreisträger ohnedies schon medial ein Fokus auf diese Stadt gelegt war.

Eine solche höchst ehrenvolle Würdigung mit ihrem Zeitbedarf in den ohnehin recht angespannten Arbeitsplan unterzubringen war eine eigene Kunst, die unkonventionelle Lösungen hervorbrachte. Nach der Arbeitsprobe mit Maestro Muti am 7. Oktober und der anschließenden bereits um 18.30 Uhr angesetzten „Salome“ (bekanntlich ein Werk mit nicht eben kammermusikalischem Orchesterapparat) begab sich die Musikerschar unmittelbar nach Ende der Vorstellung zu den Bussen Richtung Schwechat für den Charter- angekommen wäre der weitere Bustransport zum Hotel fast gescheitert; und zwar an den bald schon rabiat zu nennenden Chauffeuren, die nicht dulden wollten, daß wir unser Eintages-Handgepäck in den Fahrgastraum des Busses mitnehmen.

Die Übernachtung erfolgte dann in den Designer-Zellchen des Hotels Clarion. Aber auch diese Fährnisse konnten die Begeisterung über die Entgegennahme des schönen Preises nicht hemmen. Der Wert der Zuwendung von einer Million Dollar sollte freilich mit einer würdigen Verwendung versehen werden. Diese wurde bei einer Pressekonferenz in Stockhom am Vormittag des 8. Oktober bekannt gegeben. Vorstand Andreas Großbauer in der Stellungnahme: „Unser Orchester glaubt fest daran, durch Vergangenheitsaufarbeitung den Weg in die Zukunft zu finden. Bezugnehmend auf die musikhistorische Bedeutung der Wiener Philharmoniker – ebenso wie auf diejenige von Birgit Nilsson – hat das Orchester in einer Abstimmung einstimmig beschlossen, den Birgit Nilsson Preis für Ausbau und leichtere Zugänglichkeit des Historischen Orchesterarchives zu verwenden.“ Großbauer weiter: „Es gibt schon lange die Wunschvorstellung der Wiener Philharmoniker, ein leicht zugängliches und transparentes Archiv der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen zu können. Junge Studierende sollen verleitet werden, diese Orchestergeschichte durch bald schon zwei Jahrhunderte zu betrachten und zu untersuchen. Ein Umfeld für wissenschaftliche Aufarbeitung soll damit geschaffen werden. Dieser Preis wird dem Orchester für sein Historisches Archiv eine dauerhaft-adäquate Heimstatt ermöglichen; die Bestände sind über die letzten Zeiträume merklich angewachsen. In der Weiterentwicklung der Wiener Philharmoniker soll nun das musikalische Erbe als im historischen Kontext abgesichert betrachtet werden können.“

Der eigentliche Festakt im Konserthuset fand dann um 18.00 Uhr statt. Dem schwedischen Zeremoniell entsprechend hatten das Königspaar und die Ehrengäste den Saal unter ohrenbetäubendem Trommelwirbel zu betreten. Nach der schwedischen Hymne sprachen Konserthuset-Direktor Stefan Forsberg und daraufhin Rutbert Reisch, der Präsident der Birgit-Nilsson-Foundation. Insgesamt durch das Programm führte die schwedisch-amerikanische Fernsehjournalistin Pia Lindström, die Tochter von Ingrid Bergman. Riccardo Muti erfreute das Auditorium mit in launiger Art dargebrachten Reflexionen, ehe dann „Les Préludes“ von Franz Liszt unter seinem Dirigat erklangen. Als nächstes wurde von seiner Königlichen Hoheit Carl XVI. Gustav in b redtem Schweigen die eigentliche Preisübergabe in Gestalt einer Bronzestatue von Birgit Nilsson zusammen mit dem Dekret an Vorstand Andreas Großbauer und Altvorstand Prof. Dr. Clemens Hellsberg vorgenommen; auf diese folgten die Dankadressen der beiden Letztgenannten. Das königliche Ehepaar ist im Festprogramm übrigens ausdrücklich als „Great admirers of the Vienna Philharmonic“ apostrophiert. Nach einem kurzen Filmausschnitt aus dem zweiten Akt von „Tristan und Isolde“ spielten die Wiener Philharmoniker „Isoldes Liebestod“ in orchestraler Fassung, abermals unter der Leitung von Riccardo Muti.

Unmittelbar nach dem Ende dieser offiziellen Zeremonien war es freilich für den Orchesterapparat (ebenso wie für den Instrumententransport) gleich wieder Zeit zum Reiseantritt nach Hause. Eine Opernprobe mit Christian Thielemann am nächsten Morgen hatte dies erforderlich gemacht. Zurückblieben lediglich die derzeitige wie einstige philharmonische Führungsriege sowie das Steude-Quartett in leicht veränderter Formation. Beim anschließenden königlichen Dinner in den Festräumen des Grand Hotel wurde auch noch hier für ein musikalisches Glanzlicht gesorgt: Volkhard Steude, Holger Groh, Sebastian Führlinger (Orchester der Wiener Staatsoper) und Wolfgang Härtel sowie der besondere Freund unseres Orchesters Yefim Bronfman gaben den 1. und 4. Satz des Klavierquintetts von Robert Schumann, op. 44 zum Besten.

 

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