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Das Philharmonische Tagebuch

So, 29. Juni 2014

Dr. Clemens Hellsberg

Nachrichten

 

Konzert in Sarajevo

Im Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren spielten die Wiener Philharmoniker am 28. Juni 2014 ein Konzert im symbolträchtigen Vijećnica in Sarajevo. Während des Konzerts richtete im Namen der Wiener Philharmoniker Dr. Clemens Hellsberg, Vorstand des Orchesters, folgende Worte an das Publikum:

Meine sehr geehrten Damen und Herren, Exzellenzen, liebe Freunde,

es ist mehr als ein Konzert, das uns in diesem herrlichen Gebäude zusammenführt, in der Vijećnica, dem Symbol für die Stadt Sarajevo, die ihrerseits als Symbol Europas gelten kann, verbindet sie doch seit jeher Ost und West, Orient und Okzident. Und das heutige Programm ist über die Abfolge von Musikstücken hinaus eine symbolische Wanderung durch die Zeiten ebenso wie über Höhen und durch Abgründe der menschlichen Seele.

Ob Rückblick, Einblick oder Ausblick: Die Wiener Philharmoniker, eine unabhängige, sich demokratisch selbst verwaltende Musikergemeinschaft, wollen mit Franz Welser-Möst und dem Opernchor des Nationaltheaters Sarajevo an diesem Tag und an diesem Ort ein Zeichen der Hoffnung setzen, ein leidenschaftliches Plädoyer für Frieden und Versöhnung.

Von den Pharaonen über die Römer bis zu den Habsburgern, „in deren Reich die Sonne nicht unterging“: Unzählige scheinbar unvergängliche Imperien wurden hinweggefegt. Wir kennen sie nur aus den Geschichtsbüchern – und von den Zeugnissen der Kunst.

Während keine Manifestation äußerer Macht dem Ansturm der Jahrhunderte standhält, bleibt wahre Kunst vom Wechsel der Zeiten unberührt: Sie ist der erfolgreiche Versuch, jene Grenzen zu überwinden, die uns die menschliche Natur setzt, sie sublimiert unsere Schwächen ebenso wie Leid, Angst und Haß. In der Kunst begegnen wir einander auf einer höheren Ebene, sie kann uns helfen, menschliche Niederungen hinter uns zu lassen, selbst wenn diese zu Katastrophen von historischer Dimension führten. Voraussetzung dafür ist, auf die Stimme der Kunst zu hören, sich ihrer Forderung zu stellen, die eigenen Grenzen zu überwinden. Im Vergleich zur Macht von Politik und Wirtschaft hat die Kunst scheinbar nur eine sehr schwache Stimme. Aber um sie hören zu können, muß man selbst leise sein.

Die Wiener Philharmoniker wollen mit dem heutigen Konzert ihren Respekt vor Sarajevo und seiner Geschichte ausdrücken, diesem Ort der Begegnung der Kulturen und Religionen. Wir fühlen uns den Menschen in dieser Stadt, in diesem Land, in dieser Region verbunden, und wir wollen am heutigen symbolträchtigen Tag hier in der Vijećnica der Idee eines geeinten Europas, des größten und visionärsten Friedensprojektes in der Geschichte unseres Kontinents, mit unserer Musik unsere Reverenz erweisen. Boše cuvaj mirnu i evropsku Bosnu i Hercegowinu!

 

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