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Das Philharmonische Tagebuch

Aktivitäten 2015

Mo, 08. Juni 2015

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Sommernachtskonzert Schönbrunn 2015 mit Zubin Mehta

Es gibt eine gewisse Zeit im Jahr, wo man sich auch im Orchesterkollegenkreis profunde Gedanken über den Zustand des Wetters macht. Zerfurchte Stirnen über die Gewitterwolken am Himmel sind angesagt, wenn es in Richtung des Sommernachtskonzerts im Schönbrunner Schloßpark geht. Die metereologische Bilanz wäre bis dato ja auch ziemlich als durchwachsen zu bezeichnen. Das zwölfte Konzert am Ort fand nun heuer am 14. Mai statt, und von den Bauernregeln her gesehen war es besonderer Wagemut, es genau auf die Periode der „Eisheiligen“ zu positionieren; ein Wagemut, der sich diesmal freilich als richtig erwiesen hat. Knapp über 100.000 Besucher konnten sich eines sturm-, schnee- und regenfreien Konzertes erfreuen. Mit unserem Ehrenmitglied Zubin Mehta hatten wir den schon für Wetterunbilden vortrainierten Maestro, der es ein zweites Mal mit uns unternommen hat, den möglichen Widrigkeiten zu trotzen. Die Voraufführung für Kunden der Bank Austria am Vortag konnte sich unter den besten Voraussetzungen präsentieren, und mit kurzfristigen Entwarnungen zur Wetterlage haben dann die Voraussagen des ORF das übrige getan, den von uns so ersehnten Rekord der Sechstelligkeit zu erreichen – im Lauf der noch nicht so langen Geschichte des Mittsommernachtskonzertes geschah das erst zum vierten Mal, nach den (freilich zum Teil geschätzten und vielleicht nicht völlig verifizierbaren) Meldungen für die Jahre 2007 und 2011 (beide Male Valeri Gergiev) sowie 2012 (Gustavo Dudamel). Immerhin mußte erst ein einziges Mal das Konzert aus witterungsbedingten Gründen abgesagt und mit einem Ersatztermin nachgeholt werden: das war im Jahr 2006, und der unverdient zum Handkuß kommende „Unglücksrabe“ am Pult war damals Placido Domingo. – Jetzt aber in umgekehrter Perspektive: Der Ausblick vom Platz im Orchester, in eine Menschenmenge zu blicken, die vom Neptunbrunnen zurück ohne Unterbrechung bis zum Schloß Schönbrunn reicht – und zugleich zu wissen, dass auf den sanften Matten hinter der Konzertmuschel bis hinauf zur Gloriette ebenfalls eine große Menge von Musikbegeisterten lagert und sich an der Stimmung und am Kunstgenuß erfreut – dieser Ausblick ist ein wahrhaftig erhabener und er vermittelt ein ungemeines Glücksgefühl, das man trotz aller hier versuchter Beredsamkeit nur sehr unvollkommen wiedergeben kann.

Das Sommernachtskonzert hat sich somit neben dem Neujahrskonzert einen sehr festen Platz im Ablauf der philharmonischen Saison erobert; einen Platz, den es fraglos auch der Örtlichkeit und dem damit verbundenen freien Eintritt verdankt. Zu danken ist dabei der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft ebenso wie den Österreichischen Bundesgärten, die in Zusammenarbeit mit dem überlegen organisierenden Künstlersekretariat Buchmann GmbH einen funktionierenden Ablauf ermöglichten; wobei wieder insgesamt rund 700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dafür zu sorgen hatten, dass alles reibungslos klappt.

Wie die vorhergegangenen Konzerte wurde auch dieses vom ORF übertragen – unter dem gewaltigen technischen Aufwand, den wir einerseits geradezu „gewohnt“ sind und der allerdings in seiner Qualität jedesmal hervorgehoben werden muss. Die Ausstrahlung in weitere Länder ist nach wie vor im Wachsen begriffen: waren es im Vorjahr über 70 Länder, so sind es in der heurigen Aufstellung 86. Ein großer Teil der Bundesregierung, an der Spitze Bundeskanzler Dr. Werner Faymann und Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner, wohnten dem Konzertereignis bei. Es gilt weiters Dank zu sagen den mit der finanziellen Unterstützung hilfreichen Institutionen wie unserem Exklusivpartner ROLEX, der österreichischen Nationalbank, der Münze Österreich, der Bank Austria, dem Bundeskanzleramt, dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, der ZZ Vermögensverwaltungsbank sowie der Organisation Wien Kultur. Der freie Eintritt ist hoffentlich weiterhin gesichert, auch wenn die enormen Kosten trotz aller dieser Hilfeleistungen nicht völlig abgefangen werden können.

Das Sommernachtskonzert hatte in diesem Jahr auch noch eine weitere Funktion: Nach den Begrüßungsworten von Vorstand Andreas Großbauer eröffnete der amtsführende Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny hiemit die Wiener Festwochen.

Der Programmablauf war eingangs festlich gestimmt mit der „Wiener Philharmoniker Fanfare“ von Richard Strauss für Blechbläser. Dieses Stück hatte Strauss für den ersten Ball der Wiener Philharmoniker 1924 geschrieben, es erklingt immer noch alljährlich auf unserem Ball zum Einzug der Festgäste. Hierauf wurde nach dem heurigen Motto, nordischen Komponisten die Ehre zu erweisen, von Carl Nielsen die Ouvertüre zur komischen Oper „Maskarade“ gespielt. Es folgte das Klavierkonzert von Edvard Grieg in a-Moll op. 16, mit Rudolf Buchbinder als Solisten. Buchbinder krönte sein Auftreten mit der von ihm gern favorisierten Zugabe „Soirée de Vienne“ von Alfred Grünfeld, die Walzer- und andere Motive aus der „Fledermaus“ von Johann Strauß in virtuoser Manier verarbeitet. Das vormals sehr bekannte „Frühlingsrauschen“ op. 32 Nr. 3 von Friedrich Sinding ist an und für sich ein Stück für Klavier Solo, es wurde von Hans Sitt in eine Orchesterfassung gebracht und in dieser Gestalt von uns vorgetragen. Mit Edvard Grieg setzten wir fort, seiner ersten Peer-Gynt-Suite op. 46, die aus den vier Abteilungen „Morgenstimmung“, „Åses Tod“, „Anitras Tanz“ und „In der Halle des Bergkönigs“ besteht. Es beendete von Jean Sibelius „Finlandia“ das offizielle Programm des Sommernachtskonzertes, dem aber schon bald zwei Zugaben folgten: Von Hans Christian Lumbye der „Københavns Jernbane Damp Galop“, eine pfeifende, keuchende, brausende Hommage an den Dampfeisenbahnverkehr; sowie letztendlich die heimliche Wiener Hymne, der Walzer „Wiener Blut“ von Johann Strauss op. 354.

 

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