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Das Philharmonische Tagebuch

Nachrichten 2015

Mi, 10. Juni 2015

Prof. Reinhard Öhlberger

Nachrichten

 

Festakt zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages

Am 15. Mai, dem sechzigsten Jahrestag der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages, fand am originalen Ort – dem Marmorsaal des Oberen Belvedere – ein offizieller Festakt mit musikalischen Akzenten statt. Dieser wurde auch im ORF live übertragen. Zusammen mit Mitgliedern des Wiener Staatsopernchores unter der Leitung von Martin Schebesta, mit dem Tenor Herbert Lippert und Thomas Lausmann am Klavier umrahmte ein philharmonisches Streichquintett die Feierlichkeiten. Angetreten waren die Orchestermitglieder Daniel Froschauer und Marian Leško, Violine, Innokenti Grabko, Viola, Raphael Flieder, Violoncello, und Christoph Wimmer, Kontrabass. Vornab ging es um die Darstellung der Bundeshymne, zusammen mit der Auswahl des Staatsopernchores vorgetragen. Es folgte nach mehreren Ansprachen und einer Trailer-Dokumentation des ORF eine Aufführung des Divertimento D-Dur KV 136 für Streichquintett von Wolfgang Amadeus Mozart, 1. Satz: Allegro. Symbolträchtig die nächsten musikalischen Beiträge: die Arie des Florestan aus „Fidelio“ („Gott, welch Dunkel hier“) von Ludwig van Beethoven mit Herbert Lippert und Thomas Lausmann; sowie ein Chor aus „Idomeneo“ („Godiam la pace“) von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Wiener Staatsoperchor, sowie jeweils einem Solisten aus den Signatarstaaten: Aida Garifullina, Sopran (Russland, vormals Sowjetunion); Catherine Trottmann, Mezzosopran (Frankreich); Carole Wilson, Mezzosopran (Großbritannien); Herbert Lippert, Tenor (Österreich); David Pershall, Bariton (USA); der letztere Beitrag geleitet von Martin Schebesta. Zum Ende des Festaktes wurde noch die Europahymne intoniert, ebenfalls mit Unterstützung des Streichquintettes, des Solistenensembles und des Chores.

Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, dass sich das einzige Original des Österreichischen Staatsvertrages nicht in Österreich befindet, sondern in Moskau. Alle anderen Exemplare (auch dasjenige im österreichischen Staatsarchiv!) sind Facsimili. Allerdings mag es auch nicht in allgemeiner Erinnerung sein, dass sich die sechs wichtigsten Unterschriften des Staatsvertrags – und diese liegen hier aber im Original vor – im historischen Archiv der Wiener Philharmoniker wiederfinden. Vor zehn Jahren (10. Abonnementkonzert, 11./12. Juni 2005), gab es im philharmonischen Tagebuch darüber eine Erwähnung, auch mit (S/W) Bildbeigaben.

Es kam folgendermaßen: Das spätere philharmonische Orchestermitglied Prof. Kurt Anders (1923 – 2008), das damals noch in der Volksoper angestellt war, hatte als Teil einer hintermalenden Musikformation in Form eines Streichquartetts am Festmahl des 15. Mai 1955 abends im Schloß Schönbrunn teilzunehmen. Natürlich habe man auch von dieser etwas entfernteren Position feststellen können, dass die Atmosphäre zwischen den Persönlichkeiten der hohen Politik eine anfänglich steife, später etwas freundlichere, wenn nicht gar im Verlauf des Geschehens eine gelockerte gewesen sein musste. Die Atmosphäre geriet im Verlauf des Diners in einen so gelösten Zustand, dass sich Kurt Anders auch wahrhaftig in einer Spielpause an die Festtafel wagen und die Honoratioren zu einer weiteren Unterschrift auf einem Notenblatt motivieren konnte. Wieweit sich auch noch andere Personen mit solchen Unterschriftsbitten an die Signatare herangemacht haben, läßt sich aus heutiger Perspektive freilich nicht mehr eruieren. Trotzdem kann dieser „kleine Staatsvertrag“ sicher als ein Stück besonderer historischer Bedachtsamkeit, als kurioses Rarissimum gelten. Kurt Anders hat in vorgerücktem Alter im Frühjahr 2005 seinen Schatz den Wiener Philharmonikern geschenkt.

 

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