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Das Philharmonische Tagebuch

Aktivitäten 2015

Mo, 05. Oktober 2015

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Konzerte mit Bychkov und Rattle

Im Rahmen der Arbeitsphase mit Semyon Bychkov, die schon am Ende des Salzburger Festspielsommers begonnen hatte, konzertierten die Philharmoniker am 3. September in Grafenegg. Das Programm bestand aus der Symphonie Nr. 44, der so genannten „Trauer-Symphonie“ von Joseph Haydn; hierauf den „Wesendonck-Liedern“ von Richard Wagner mit Elisabeth Kulman, Alt, als Solistin. Nach der Pause wurde die Symphonie Nr. 3 von Johannes Brahms dargeboten, sowie – wie schon vorher in Salzburg – mit dem langjährigen Tabu gebrochen, im Inland keine Zugaben folgen zu lassen. Man gab „Nimrod“, die Variation Nr. 9 aus den „Enigma-Variationen“ op. 36 von Edward Elgar. Selten geschieht es dabei, dass ein Konzert nicht dort endet, wo es begonnen hat, aber hier „hat man’s erlebt“: Im amphitheatralischen Auditorium wurde die erste Konzerthälfte gespielt und witterungsbedingt hatte man in der Pause in den Wolkenturm umzuziehen – wobei vorsorglich die Infrastruktur von Pult- und Sesselaufstellung am Podium schon vorbereitet gewesen war.

Die weiter auf dieses Konzert folgende Tournee nach Großbritannien, der Schweiz und Rumänien wurde von Semyon Bychkov zusammen mit Sir Simon Rattle im Wechsel dirigiert. Ähnlich wie schon einmal bei einer im Vorjahr versuchten Darstellungsform sollen hier die aufgeführten Piècen den Aufführungsorten zugeordnet werden. Der Variantenreichtum in Zusammenstellungsmöglichkeiten von sieben Konzertstücken ist dabei voll ausgenützt worden.

Dienstag, 8. September. Birmingham, Town Hall Symphony Hall
Freitag, 11. September, London, Royal Albert Hall („BBC Proms“)
Sonntag, 13. September, Luzern, Kultur- und Kongresszentrum
Edward Elgar, The Dream of Gerontius, op. 38; mit Magdalena Kožená, Mezzosopran, Toby Spence, Tenor, und Roderick Williams, Bariton; sowie dem BBC Proms Youth Choir; Dirigent Sir Simon Rattle.

Donnerstag, 10. September, London, Royal Albert Hall („BBC Proms“)
Johannes Brahms, Symphonie Nr. 3 in F-Dur, op. 90
Franz Schmidt, Symphonie Nr. 2 in Es-Dur
Als Zugabe erklang von Edward Elgar „Nimrod“ aus den Enigma Variations; 
Dirigent Semyon Bychkov
Die Londoner Proms-Konzerte zeichnen sich durch eine besondere Breitenwirkung in der Bevölkerung aus. Die Albert Hall wird zu diesem kulturbeflissenen Zweck im Parterrebereich zur „Promenade“, also ohne Bestuhlung einem Stehplatzpublikum geöffnet, das seine Begeisterungsfähigkeit in mannigfacher Art äußert. Unschwer sind vom Podium aus die „Einklatscher“ zu erkennen, denen die (selbst auferlegte) ehrenvolle Aufgabe zukommt, rhythmische Vorgaben im Sinn von weit mit den Armen ausholenden einzelnen „Klatscheinheiten“ zu initiieren – durchaus auch optisch signifikant, wobei der Rest des Publikums dann willig folgt.

Samstag, 12. September, Luzern, Kultur- und Kongresszentrum
Joseph Haydn, Symphonie Nr. 44 Hob. I/44, „Trauer-Symphonie“
Richard Wagner, Fünf Gedichte für Frauenstimme und Klavier (Wesendonck-Lieder), Orchestrierung von Felix Mottl. Mit Elisabeth Kulman (Alt)
Johannes Brahms, Symphonie Nr. 3 in F-Dur op. 90
Mit abermaliger Zugabe von Edward Elgar, „Nimrod“. Dirigent Semyon Bychkov

Dieses Konzert stand unter einem besonderen Stern. Die Transportkiste für das Notenmaterial dieses Programmes war „in Verstoß geraten“, also in London zwar zur Weiterfahrt bereitgestellt, dann aber von örtlichen Kräften verräumt und nicht verladen worden. Zur Sitzprobe gähnten die dunklen Notenpulte vor Leere, und ein in Schweiß geratenes Team aus Orchesterkollegen, Assistenz der Reiseleitung und Mitarbeitern des Lucerne Festivals hatte die Noten von einem zur Sicherheit mitgeführten Datenstick auszudrucken, zu vervielfältigen und dann noch notdürftig zusammenzukleben. Dieses Notenmaterial, ohne aktuelle Stricheintragungen für die Streichergruppen, mußte dann noch von den Kollegen auf die Schnelle in spielbare Form gebracht werden, also mit insgesamt höchst ereignisreicher Konzertvorbereitung, oder nennen wir es anders – Stress total.

Davon unberührt sollte eine besonders freundliche Begrüßungsgeste in Luzern erwähnt werden, die man fast als Privatinitiative zu bezeichnen hat: Den „Verwöhnkuchen“, den uns Frau Catrina Veraguth nun schon mehrere Jahre zusammen mit ihrer Mutter bereitet und an dem sich „ausgehungerte“ Musikergaumen mit besonderem Wohlgefallen laben.

In Bukarest traten die Philharmoniker im Rahmen des Enescu-Festivals auf, das in der Grand Palace Hall stattfindet. Dieses Festival, 1958, drei Jahre nach dem Tod des Komponisten gegründet und in ursprünglich Dreijahres- bzw. jetzt in Zweijahresabständen abgehalten, findet heuer zum 22. Mal statt. Die Programmvariation war folgende:

Dienstag, 15. September, Bukarest, Grand Palace Hall, mit TV-Mitschnitt
Joseph Haydn, Symphonie Nr. 44 Hob. I/44, „Trauer-Symphonie“
Richard Wagner, Fünf Gedichte für Frauenstimme und Klavier (Wesendonck-Lieder), Orchestrierung von Felix Mottl. Mit Elisabeth Kulman (Alt)
Peter Iljitsch Tschaikowsky, Symphonie Nr. 6 op. 74, „Pathétique“

Mittwoch, 16. September, Bukarest, Grand Palace Hall, mit TV-Mitschnitt
Joseph Haydn, Symphonie Nr. 44 Hob. I/44, „Trauer-Symphonie“
Georges Enescu, Sept chansons de Clément Marot, op. 15 in der Orchestrierung von Theodor Grigoriu. Solistin Valentina Naforniţă, Sopran
Johannes Brahms, Symphonie Nr. 3 in F-Dur op. 90

Als Zugabe am 16. September wurde wieder Edward Elgars „Nimrod“ gespielt. – Es hat der Vollständigkeit halber erwähnt zu sein, dass die oben inkriminierte Notenkiste samt ihrem kostbaren Inhalt von London dann direkt ihren Weg nach Bukarest gefunden hat.

 

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