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Das Philharmonische Tagebuch

Do, 01. Oktober 2015

Andreas Großbauer

Interna

 

Prof. Reinhard Öhlberger trat in den Ruhestand

Reinhard Öhlberger wurde am 4. Juni 1950 in Wien geboren, er kommt aus einer Wiener Musikerfamilie, in der das Fagott bereits beheimatet war: Vater Camillo und Onkel Karl Öhlberger waren beide Fagottisten, Mitglieder der Wiener Philharmoniker. Nach seiner Matura am humanistischen Gymnasium Wien-Landstraße 1968 legte er 1969 die Rechtshistorische Staatsprüfung ab, mit drei Auszeichnungen. Violinunterricht erhielt er ab seinem siebenten Lebensjahr von Christl Genser-Winkler, der Frau des philharmonischen Cellisten Ewald Winkler. Das Studium an der damaligen Wiener Musikhochschule begann er 1966, zuerst noch ein Jahr im Fach Violine bei Günter Pichler, dann aber Fagott bei seinem Onkel Karl Öhlberger. Sein Diplom absolvierte er 1974 im Konzertfach Fagott mit Auszeichnung.

Nach bestandenem Probespiel (Dezember 1970) trat Reinhard Öhlberger ein Engagement als Fagottist bei den Wiener Symphonikern an (zuerst als Pauschalsubstitut für 1971, dann mit einem Dauervertrag ab 1972). Ein weiteres erfolgreiches Probespiel brachte ihn an die Wiener Staatsoper (1975). Aktives Mitglied der Wiener Philharmoniker wurde er zum 1. Feb. 1978. Von 1979 bis 2014 war er neben der künstlerischen Arbeit zusätzlich als ununterbrochen gewähltes Mitglied im Verwaltungsauschuss des Orchesters tätig, ab 1981 bis 2014 langfristig zuständig für den Bereich Kartenverwaltung. Diese überaus lange Zeitspanne von 33 Jahren, also insgesamt 11 gewählte Perioden, sowie die Intensität der Aufgabe machen Öhlberger zu einem Langzeitfunktionär, wie es ihn in der Geschichte des Orchesters noch kaum gegeben hat. 1999 wurde Öhlberger Mitglied der Wiener Hofmusikkapelle.

Öhlberger spezialisierte sich neben seiner musikalischen Tätigkeit am Fagott auf das Nebeninstrument, das Kontrafagott, das ihm immer ein Herzensanliegen gewesen ist wie er oft betont hat. So war beispielshalber das hervortretende Solo dieses Instrumentes in der Oper Salome von ihm während seiner Dienstzeit über 200 Mal zu hören – in Wien, in Salzburg bei den Festspielen, auf Platteneinspielungen mit Karajan und Dohnányi, ebenso wie bei Gastspielen der Staatsoper in New York und Washington, in Tokio und Osaka, sowie in konzertanter Fassung in verschiedenen europäischen Destinationen wie Amsterdam, Athen, Braunschweig, Florenz, Ravenna, Sofia, Valencia.

Seine kammermusikalischen Tätigkeiten erstreckten sich über Jahrzehnte bei den Wiener Bläsersolisten; von 1971 an bis etwa 1985 im Ensemble die Reihe, auch im Ensemble Kontrapunkte; weiters zu Beginn der Tätigkeit des Ensembles 11.

Öhlbergers Vielseitigkeit erschöpfte sich nicht allein im musikalischen Bereich. Schon früh hatte er graphische Ambitionen auf dem Gebiet der Federzeichnung und Radierung, die in mehreren Ausstellungen, darunter 1972 in der Wiener „Wert-Galerie“ ihren Ausdruck fanden.

Daneben war er noch tätig als Autor und Sprecher einer 160teiligen Sendereihe im ORF (1982/83, „Der Taschenbaedeker“) und weiterhin mit Moderationen im ORF („Pasticcio“). Er moderierte Konzerte des Wiener Hornquartetts, verschiedener Blechblasformationen der Wiener Philharmoniker; sowie des Ensembles 11 und auch der Philharmonia-Schrammeln. Er trat weiterhin als Autor von buchhandelsgeschichtlichen Artikeln im Frankfurter „Börsenblatt des Deutschen Buchhandels“, dem Magazin „Büchermarkt“ und in anderen Fachzeitschriften hervor. In seinen Lebenslauf ist auch einzuflechten: „Berüchtigter Verfasser von Schüttelreimen“. 1995 lieferte er über seine Sammelbeschäftigungen (Hobbies, die ihm gleichsam zur Aufgabe wurden) eine Ausstellung im Wiener Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum unter dem Titel „Baedekerei und Pickerliade“. Im September 2000 erschien dann im Wiener Verlag Löcker Öhlbergers Monographie „Wenn am Buch der Händler klebt“, als erstes Werk im deutschsprachigen Raum über das Spezialthema Buchhändlermarken als Buchhandelswerbung. Es wurde für das Jahr 2003 mit dem Antiquaria-Preis der Stadt Ludwigsburg und des dort ansässigen „Vereins für Buchkultur“ ausgezeichnet.

Reinhard Öhlberger erhielt den Professorentitel, das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg sowie das Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich.

Öhlbergers „berüchtigte“ Wortgewalt hat ihn für die Saison 2014/15 zum Chronisten des Orchesters in den Programmheften der Abonnementkonzerte werden lassen. Er wird versuchen, diesen ehrenvollen Auftrag des philharmonischen Verwaltungsausschusses auch aus der Position des „nichtaktiven“ Orchestermitgliedes weiterzuführen. Ebenso wird er als Helfer im Historischen Archiv bemüht sein, seinen Chef Wolfgang Plank entsprechend zu unterstützen. Wieweit alle diese hochfliegenden Pläne sich auch verwirklichen lassen, wird die Zukunft weisen … wir wünschen alles erdenklich Gute!

 

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