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Das Philharmonische Tagebuch

Mi, 20. Mai 2015

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Konzerte und Reise mit Riccardo Muti

Die letzten zehn Tage des April wurden philharmonisch mit Maestro Riccardo Muti verbracht, wobei drei Konzertprogramme einstudiert wurden. Sowohl ein Konzert in der Zyklenreihe der Gesellschaft der Musikfreunde wie ein achtes Wochenendabonnement wie auch eine darauf unmittelbar anschließende Reise nach Russland waren nun zu absolvieren, was eine Abfolge von sieben Tagen (Freitag 24. April bis Donnerstag 30. April) und den darin enthaltenen sieben Konzerten bedeutete. Im Gesellschaftskonzert kamen von Joseph Haydn die Symphonie Hob. I Nr. 48 in C-Dur („Maria Theresia“) und von Franz Schubert die Symphonie Nr. 8 in C-Dur D 944 zur Aufführung. Das Abonnementkonzert am Wochenende bestand aus der „Ouvertüre im italienischen Stil“ C-Dur, D 591 von Franz Schubert und der Haffner-Symphonie D-Dur KV 385 von Wolfgang Amadeus Mozart; sowie nach der Pause der Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 von Johannes Brahms, was eine weitere Intensivierung der Brahms’schen Werkschau in diesem Frühjahr bedeutete. Es gibt tatsächlich Orchesterkollegen, die sowohl den „Gatti-Brahms“ wie auch den „Eschenbach-Brahms“ und eben jetzt den „Muti-Brahms“ gespielt haben.

Am Montag, den 27. April ging es nun nach St. Petersburg, wo im Haus Mariinsky II das genannte Abonnementprogramm absolviert wurde, vermehrt um die Polka schnell op. 348 „Im Sturmschritt“ von Johann Strauß, die als Zugabe erklang. Mariinsky II ist eine im Mai 2013 eröffnete zweite Spielstätte des berühmten St. Petersburger Opernhauses, nicht zu verwechseln mit der Mariinsky Konzerthalle (diese eröffnet 2006), die sich ebenfalls in der Dekabristenstraße befindet. Auf der Ostsee-Schiffsreise des Orchesters im Juli 2010 hatte man mit Valeri Gergiev sowohl in der Mariinsky Konzerthalle als auch im ehrwürdigen Opernhaus konzertiert, und dem Autor dieser Zeilen ist die dort in der Plakatvitrine affichierte damalige Monatsübersicht mit dem schrägen Überdruck „227. Saison“ noch in eindrücklicher Erinnerung, weil damals sehr ehrfürchtig betrachtet. – Somit haben nun die Wiener Philharmoniker alle drei Spielstätten des traditionsreichen Instituts konzertierenderweise kennengelernt. Auf diesen durchaus nicht als unanstrengend zu bezeichnenden ersten Tourneetag folgte, was man gemeinhin als Schreckgespenst jedes spätmatinal veranlagten Musikers bezeichnen kann, nämlich die Abfahrt des Busses zum Eisenbahntransport nach Moskau um 6 Uhr und 15 Minuten, morgens. In knappen vier Stunden bewältigte man die 650 Kilometer lange zum Großteil fast schnurgerade Strecke zwischen den zwei Metropolen, mit dem neuen russischen Hochgeschwindigkeitszug des Typs „Sapsan“ („Wanderfalke“). Maestro Muti, dem man solches ersparen wollte, konnte leider den für ihn vorgesehenen Flug nicht wahrhaben, weil dieser aus Wettergründen gestrichen wurde. Er musste nach einer mehrstündigen Wartephase am Flughafen nun doch auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zum Konzertbeginn nachrasen bzw. nachreisen – was immerhin auch zeitgerecht gelang.

Die Konzerte in Moskau fanden im Staatlichen Kremlpalast (früher Kreml-Kongresspalast) statt. Dieses jüngste der innerhalb der Mauern des Moskauer Kreml errichteten Gebäude (eröffnet 1961) war in der Sowjetzeit für Parteitage und Kongresse konzipiert, kam aber auch damals schon für Konzerte und Feierlichkeiten in Anwendung. Die überaus trockene und so für Parteitagsreden bestens geeignete Akustik der Haupthalle im Obergeschoss, die bis zu 6.000 Personen Publikum fasst, wurde durch eine elektronische Verstärkungsanlage gleichsam von ihrer Staubigkeit befreit. Hier spielten die Wiener Philharmoniker unter ihrem – jetzt einmal in kyrillischer Schreibung zu apostrophierenden – Дирижер Риккардо Мути am ersten Tag das schon oben genannte Programm Haydn (Maria Theresia) und Schubert (Große C-Dur) mit einer Zugabe der Ouvertüre zu „Nabucco“ von Giuseppe Verdi. Am darauffolgenden Tag, den 29. April, folgte das Abonnement-Programm in leichter Variante: Nabucco-Ouvertüre (Verdi), Haffner (Mozart) und Symphonie Nr. 2 (Brahms); als Zugabe folgte der schon in St. Petersburg erprobte „Sturmschritt“ von Johann Strauss.

Das letzte Konzert dieser Tournee fand in äußerst intimem Rahmen in der von Moskau etwa 90 Werst entfernten Stadt Klin statt. Klin war über die letzten Jahre seines Lebens der häufige Aufenthaltsort von Peter Iljitsch Tschaikowsky gewesen, der sich hier zwei Landsitze erworben hatte. Von 30 April bis 7. Mai hat man anläßlich Tschaikowskys 175. Geburtstag ein internationales Musikfestival ausgerufen, und diesem Ruf konnten sich auch die Wiener Philharmoniker nicht verschließen. Das Konzert fand in den Räumlichkeiten des Kliner Tschaikowsky-Museums statt, und der Fassungsraum des Saales beträgt zwar nur 300 Personen, Anlaß und der Eifer des Veranstalters rechtfertigen freilich auch diesen Aufwand. Hier kam nun endlich das „dritte Programm“ des Arbeitsblockes in Anhörung, das nach der Ouvertüre im italienischen Stil (Schubert) und der Haffner-Symphonie (Mozart) die Symphonie Nr. 5 in e-Moll op. 64 des Genius Loci zu Gehör brachte. „Nabucco“ als Zugabe war ein Gebot der feierlichen Stunde.

 

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