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Das Philharmonische Tagebuch

Fr, 05. Juni 2015

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Uraufführung im Reisegepäck

Wann geschieht es schon, dass ein Orchester mit einer Uraufführung im Reisegepäck unterwegs ist?! Der Autor dieser Zeilen hat dergleichen über die vierzig Jahre seines Lebens mit den Wiener Philharmonikern noch nicht erlebt, und so bald dürfte eine derartige Unternehmung auch nicht wieder vorgenommen werden. Mit Daniel Harding erarbeiteten sich die Wiener Philharmoniker das neu erstandene Werk von Olga Neuwirth, „Masaot / Clocks without Hands“, eine etwa 25minütige Komposition, die unserem Orchester gewidmet ist und auf eine Initiative von mehreren Institutionen zurückzuführen ist: sowohl die Wiener Konzerthausgesellschaft als auch die Wiener Festwochen wie die „KölnMusik“ und die Carnegie Hall New York zeichnen dafür mit einem Kompositionsauftrag verantwortlich. „Masa’ot“ ist der Plural des hebräischen Wortes „Reise“; der Apostroph steht für einen Sitmmabsatzlaut, also eine kurze Unterbrechung vor der Silbe ’Ot. Würde das Wort ohne diese Unterbrechnung gesprochen, bezeichnete es „Gepäck, Lasten, Dinge, die man tragen muss“. Mit dieser Doppelbedeutung befrachtet nimmt sich der Nebentitel „Uhren ohne Zeiger“ als auf innerhalb eines großen Zeitflusses auftauchende Erinnerungsmomente, hochgeschwemmte Melodieteile und Klangsplitter ausgerichtet aus. – Nach der Pause war „Das Lied von der Erde“ von Gustav Mahler mit den Interpreten Klaus Florian Vogt (Tenor) und Matthias Goerne (Bariton) vorgesehen.

Nach fünf intensiven Proben im Wiener Konzerthaus kam es nun zum Konzert in der Kölner Philharmonie mit der oben apostrophierten Uraufführung, am 6. Mai 2015. Es stand im Rahmen des vom Intendanten Louwrens Langevoort durchgeführten Festivals „Acht Brücken / Musik für Köln“, das heuer unter das breite Thema „Spannungsfeld zwischen Musik und Politik“ gestellt war und in über 50 Veranstaltungen an verschiedenen Spielorten in der ganzen Stadt vom 30. April bis 10. Mai durchgeführt wurde. Widrige Transportumstände – es geht dabei um den mehrtägigen bundesweiten Lokführerstreik – verhinderten dabei leider die Anwesenheit der Komponistin, die aus Überzeugung ihren Fuß in kein Flugzeug setzt.

Der Folgetag brachte die Wiederholung dieses Konzertes in der Philharmonie in Luxemburg. Weitere zwei Aufführungen fanden dann als Festwochenkonzerte im Wiener Konzerthaus am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Mai, statt, und hier konnte Olga Neuwirth endlich den ihr zustehenden Anteil am Applaus nach ihrem Werk entgegennehmen.

 

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