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Das Philharmonische Tagebuch

Interna 2016

Do, 06. Oktober 2016

Prof. Reinhard Öhlberger

Interna

 

Herbert Manhart gestorben

Am Sonntag, den 25. September 2016 verstarb unser langjähriger Solokontrabassist Professor Herbert Manhart. Mit ihm verlieren wir einen derjenigen liebenswürdigen Kollegen, die wenig Wesens um sich gemacht und dabei aber so effektiv an der Orchesterarbeit teilgenommen haben.

Herbert Manhart wurde am 24. August 1938 in Wien geboren. Seine musikalische Tätigkeit setzte früh an, als Mitglied der Wiener Sängerknaben ab 1948. Nach dieser profunden Lehr- und Ausbildungszeitzeit kam es zum Wechsel ins Instrumentalfach fünf Jahre später, als er bei Prof. Otto Rühm an der damaligen Wien Musikakademie das Hauptfach Kontrabaß zu studieren begann. Nach der 1959 bestandenen Diplomprüfung konnte Herbert Manhart unmittelbar ins Berufsleben einsteigen: Er wurde von den Niederösterreichischen Tonkünstlern engagiert und zwei Jahre später, 1961, erfolgte sein Übertritt in die Wiener Staatsoper. Die Aufnahme in den Verein Wiener Philharmoniker kam ein Jahr später, zum 1. November 1962. In weiterer Folge bald zum Stimmführer in der Gruppe aufgestiegen, trat er die Nachfolge seines Lehrers Otto Rühm als Solokontrabassist nach dessen Pensonierung im Herbst 1971 an. Im selben Jahr wurde er auch zum Mitglied der Wiener Hofmusikkapelle bestellt und kehrte damit an seine frühe Wirkungsstätte zurück. Ebenfalls 1971 war Herbert Manhart an der Neugründung des „Wiener Oktetts“ beteiligt und zahlreiche Erfolge dieses Ensembles im In- und Ausland belegen seine rege kammermusikalische Aktivität.

Ausgezeichnet wurde Herbert Manhart für seine künstlerische Tätigkeit 1982 mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1984 mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Salzburg sowie 1991 mit dem Professorentitel.

Herbert Manharts stilles Wesen und seine fachliche Kompetenz am Instrument waren zwei grundverschiedene Aspekte seiner Persönlichkeit. Wenn man erlebt hat, wie er bei gewissen Stellen gleichermaßen „aus sich heraus gehen“ konnte, dann war das von großem Eindruck. [Eine Einspielung der so genannten „Gran Partita“ von Mozart in den Wiener Sofiensälen hat den Schreiber dieser Zeilen in unmittelbarer Nachbarschaft seine einfühlsame Spielweise erfahren lassen: Manhart hat dabei abseits jeder opulenter Baßbreite einen viel weniger halligen „Holz“-ton der Stimme erzeugt, damit also eine wirklich sinnvoll passende Ergänzung zur Diktion der Bläser.] – In der sprachlichen Formulierung trocken, aber beileibe nicht ohne Humor, konnte Professor Manhart sehr oft den Nagel auf den Kopf treffen. Als scharfzüngiger Beobachter des Börsengeschehens ist von ihm der knappe Ausdruck „dort ist immer was los“ überliefert. Die zunehmende Beeinträchtigung des Gehvermögens war dann der Grund, mit dem 1. Jänner 1996 in den Ruhestand zu treten. Auch aus dieser zeitlichen Entfernung ist Herbert Manhart immer noch so Vieles zu danken und ihm von den Wiener Philharmonikern ein dauerhaftes und ehrendes Gedenken zu bezeugen.

 

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