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Das Philharmonische Tagebuch

Aktivitäten 2016

Mo, 06. Juni 2016

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Sommernachtskonzert Schönbrunn 2016

Nach sämtlichen meteorologischen Augurenberichten war es diesmal ein witterungsbeständiges Konzert der (Früh)Sommernacht. Am 26. Mai 2016 gastierte im Schloßpark von Schönbrunn das große Event, dessen Wetterabhängigkeit im vorhinein so viel Bedenken macht, im Erfolgsfall aber nach wie vor als ein großer Wurf zu werten ist. Im heurigen Jahr sollen es wieder über 100.000 Besucher gewesen sein, und nach einer kurzfristigen Sperre der Zugänge zum Parkparterre – wegen Überfüllung – ergab das zwischen Neptunbrunnen und der Gloriette einen bis dato noch nicht erlebten Publikumsaufmarsch. Dirigent der Wiener Philharmoniker war in diesem 13. Jahr der Schönbrunner Konzertgeschichte erstmalig Semyon Bychkov. Die Programmwahl hatte einen Schwerpunkt auf französischer Musik. Man begann mit Georges Bizet, der Farandole aus der Suite Nr. 2 „L’Arlesienne“; der Rákóczy-Marsch aus „La Damnation du Faust“ schloß sich an. – Mit Katia Labèque und Marielle Labèque (letztere die Ehefrau Maestro Bychkovs) an zwei Flügeln wurde darauf von Francis Poulenc das Konzert für zwei Klaviere und Orchester gespielt. Die Solistinnen geizten nicht mit einer Zugabe, von Camille Saint-Saëns das Finale aus seinem Zyklus „Le carnaval des animaux“. Zwei Werke von Maurice Ravel beschlossen den offiziellen Programmteil, die Suite Nr. 2 des Ballettes Daphnis et Chloé sowie der Boléro. Als Zugaben wurden von Jacques Offenbach der Cancan aus „Orphée aux enfers“ sowie das traditionell letzte Stück, von Johann Strauß Sohn der Walzer „Wiener Blut“ op. 354 präsentiert. Beim Cancan unterstützte die Wirkung des Stückes das von so vielen im Publikum als Augenschmaus sehnlich erwartete Feuerwerk.

Die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft mit ihrem Direktor Mag. Dr. Franz Sattlecker und ebenso die Österreichischen Bundesgärten mit ihrer Direktorin Dipl.-Ing. Brigitte Mang sind hier ebenso wieder hervorzuheben als auch ein großer Dank für die treffliche Zusammenarbeit auszusprechen ist. Der Medienpartner ORF übertrug im Fernsehen in gewohnt überlegener Manier das Konzert, von den technischen Gegebenheiten her konnte man sich an einer abwechslungsreichen Bildregie (Henning Kasten) erfreuen, der Aufwand der Kameras war bedeutend: Insgesamt 16 Stück im Einsatz, davon vier funkgesteuert, eine Kamera auf Schienenlauf, und dann die ins Auge fallende Camcat – „Kamerakatze“ – auf der 350 Meter langen Seilführung diagonal über das Parkparterre, ein „Drahtseilakt“ von exquisiten Effekten. Die Übertragung via European Broadcasting Union in mehr als 80 Staaten der gesamten Welt hatte eine ähnliche Streuung wie im Jahr zuvor: Neben einer so gut wie gebietsabdeckenden Wirkung über Gesamteuropa und den großen TV-Stationen Asiens und Amerikas kamen auch wieder Anbieter aus entlegenen Weltgegenden zum Zug, wo sich etwa Fiji TV nicht nur für das eigene Land sondern auch mit Weiterleitungen bis nach Nauru, Papua New Guinea, Samoa und den Salomonen hervortut. Ein Public Viewing in vier europäischen Städten (London, Paris, Madrid und Monte Carlo) hat ebenso Erwähnung zu finden. Moderatorin der Österreichischen Übertragung war Barbara Rett.

Am Tag zuvor hatte abends die Generalprobe für Gäste der Bank Austria stattgefunden – neben unserem Hauptsponsor ROLEX einer der weiteren wichtigen Sponsoren, zusammen mit der ZZ Vermögensverwaltung sowie der Österreichischen Nationalbank und der Münze Österreich. Es muß hier nach wie vor betont werden, dass alle die gewaltigen technischen und administrativen Kosten ohne diese Hilfen (inklusive der Beiträge der Öffentlichen Hand, des Bundeskanzleramtes, der Wien Kultur, ebenso der Stadt Wien, sowie des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft) nicht zu erbringen wären, für ein Gratiskonzert von diesem Ausmaß. Den Wiener Linien ist weiter zu danken, dass sie für An- und Abreise des öffentlich herbeiströmenden Publikums Hervorragendes leisten, mit Ordnerdiensten und auf ganz knapp verkürzten Zugintervallen der U-Bahn.

Im Vorprogramm sowohl der Generalprobe wie auch des eigentlichen Sommernachtskonzertes wurde die Initiative der Wiener Philharmoniker vorgestellt, die in den vorletzten Tagebucheintragungen schon Erwähnung gefunden hat. Mit „BePhilharmonic“ ist für Jugendliche einen Strauß Music Contest gestartet worden, Musik der Strauß-Dynastie neu zu gestalten: auf eine möglichst kreative Art, unverstaubt, frisch drauflos, nach freien Assoziationen. Gemäß dem Jury-Entscheid waren fünf Gruppierungen für die Generalprobe geladen worden; und der Sieger des Contests, die Gruppierung „Groovin’Tango quiNNtett“ aus Tirol, für einen Live-Auftritt vor dem Sommernachtskonzert. Präsentiert wurden diese Auftritte von der ORF-Moderatorin Teresa Vogl. Der Verantwortliche für die Durchführung des Contests, Solokontrabassist Christoph Wimmer, konnte damit seinen Auftrag blendend zu Ende führen.

Der direkte Partner des Orchesters für die administrative Vorbereitung und Organisation des Sommernachtskonzertes war auch wie in den Vorjahren die Konzertdirektion Buchmann GesmbH. Ihr gilt es hier für den reibungslosen Ablauf und die Unzahl an „kleinen Dingen“, die vorzubereiten für ein solches Mega-Ereignis unerläßlich sind, herzlichen Dank zu sagen. Orchesterintern war unser Bratscher Thilo Fechner, als Reiseleiter schon durch verschiedene Feuer gegangen und für das Sommernachtskonzert vom Orchesterplenum als Beauftragter gewählt, eine verläßliche Drehscheibe für all die verschiedenen auftauchenden Probleme. Trotz allem Weitblick und jeder möglichen Prophylaxe sind freilich jene Einflüsse unvermeidbar, die urplötzlich auftauchen – und dann entweder verschwinden oder sich als schwerste Hindernisse erweisen. Es geht dabei beispielshalber um die Windstöße während der Nachmittagsprobe am Vortag, die an den Plachen der Konzertmuschel-Verschalung rüttelten und mit diesen Geräuschen jede leisere Orchesterstelle im Knattern versinken ließen. Die dabei vorsorglich schon getätigten akustischen Aufnahmen wurden somit teilweise wertlos. Mit großem Glück hat sich dann am eigentlichen Konzertabend die Windlage deutlich gebessert. Banale Hilfsmittel beim Notenmaterial, die das Publikum hoffentlich nicht als störende Accessoires empfindet, sind simple Wäschekluppen, die das Notenblatt des Musikers vor dem Herabfallen schützen sollen; Wäschekluppen in besonders großer Ausfertigung, und zur optischen Vernachlässigung auf schwarz gespritzt.

Für Freunde des Gender-Gedankens soll dokumentarisch festgehalten sein, dass beim Sommernachtskonzert in Vollbesetzung (nämlich während der letzten zwei Werke des Hauptprogramms) immerhin schon vierzehn weibliche Ausführende auf dem Podium anwesend waren.

Eine weitere Verbesserung der orchestralen Lebensumstände wäre noch lobend zu erwähnen: die Zustände im Aufenthaltsbereich hinter dem Podium der Orchestermuschel sind neu gestaltet und vergrößert worden. Bis dato gab es Sitzgelegenheiten a la Heurigen mit den dafür typischen Klapptischen und -bänken. Heuer hat man erstmalig eine stoffliche doppelte Verschalung als Decken- und Wandkonstruktion eingebaut, sowie zusätzliche Sitzgelegenheiten ähnlich wie in einer Hotellounge geschaffen. Das Angebot des Buffets wie der Kaffeebrauerei hatte auf hungrige bzw. durstige Musikermägen eine ungebrochene Anziehungskraft … 

 

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