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Das Philharmonische Tagebuch

Nachrichten 2016

Mo, 30. Mai 2016

Prof. Reinhard Öhlberger

Nachrichten

 

Schiffsreise auf der „Mein Schiff 3“

Zum Gesamtvolumen des von Zubin Mehta getragenen musikalischen Arbeitsprogrammes gehört auch der Beginn einer Schiffsreise. Diese Aktivität der Wiener Philharmoniker ist eine relativ junge, sie begann im Juni 2008 als eine Schiffstournee von Malta, die italienische und französische Küste entlang bis nach Barcelona, mit der „Aidadiva“. Neben mehreren kammermusikalischen Aufführungen auf dem Schiff gab es auch Gesamtorchester-Auftritte, diese allerdings an Land. Dirigent dieser sechs Tage andauernden und mit drei Konzerten (zweimal im Teatro Comunale in Florenz, einmal im „L’Auditori“ in Barcelona) war – Zubin Mehta gewesen.

Es gilt sich hier an einen ganz besonderen Eindruck von Erlebniswert zu erinnern, von dem kurz berichtet werden soll. Die Proben für die damals auszuführenden Programme hatten freilich an Bord stattgefunden, in einem „Theatrium“ genannten, mittschiffs mehrere Etagendecks hohen amphitheatralischen Mehrzweck-Veranstaltungsraum. Die dabei zahlreich anwesenden Schiffsgäste wurden zusätzlich mit einer Bildübertragung des dirigierenden Maestro auf eine Riesenleinwand bedient. Wenn diese Übertragung wirklich zeitgleich gewesen wäre, dann hätte wohl niemand daran Anstoß genommen. So aber hat damals die Tücke der Technik mit einer etwa eine halbe Sekunde dauernden Verzögerung das übergroße Leinwandbild angeliefert. Der „Riesen“-Mehta war seinem Vorbild, dem echten „Zwergen“-Mehta vorn am Pult, immer hemmungslos mit seinen Impulsen hinten nachgelaufen, ohne ihn jemals einholen zu können. Es war damals für uns Musiker fast unmöglich gewesen, den überdimensional gestikulierenden Hintergrund gleichsam auszuschalten und sich am vorn agierenden Original zu orientieren.

Verglichen mit dieser ersten und den darauf folgenden weiteren Schiffsreisen des Orchesters mit deutlich mehr Zeitaufwand (Juli 2010, Ostseekreuzfahrt mit Valery Gergiev, Christian Thielemann und Rudolf Buchbinder; Juli 2012, östliches Mittelmeer mit Herbert Blomstedt und Rudolf Buchbinder) ist die gegenwärtig stattfindende mit vier Übernachtungen am Schiff als die kürzeste zu nennen. Es handelt sich dabei um „Mein Schiff 3“, einen erst 2014 vom Stapel gelaufenen Meeresriesen, auf den sich das Orchester für ein Konzert in Livorno im dortigen Teatro Goldoni am 9. Mai begeben hat. Auf dem Programm stand Ludwig van Beethoven, mit seinen Symphonien Nr. 6, F-Dur, op. 68, der „Pastorale“, und Nr. 7, A-Dur, op. 92. – Über den weiteren Verlauf der Tournee wird im nächsten Abonnementprogrammheft berichtet werden.

Die Schiffsreise auf der „Mein Schiff 3“ hatte ihre Fortsetzung im westlichen Mittelmeer, von Livorno aus führte die Route nach Villefranche, La Seyne / Toulon, und (für das konzertrelevante Publikum) schlußendlich nach Barcelona, wo man am Donnerstag, den 12. Mai 2016 einlangte. Im dortigen Palau de la Música (dem beeindruckenden Jugendstilgebäude, errichtet zwischen 1905 und 1908 nach Plänen des Architekten Lluís Domènech i Montaner) wurden die Früchte der auf dem Schiff erarbeiteten zweiten Programmabfolge der Schiffsreise präsentiert. Unter der Stabführung von Konzertmeister Rainer Honeck ging es um die Symphonie Nr. 5, B-Dur, D 485 von Franz Schubert; darauf mit Bariton Thomas Hampson die „Zigeunermelodien” von Antonín Dvořák. Nach der Pause spielte das Ensemble die „Verklärte Nacht“ op. 4 von Arnold Schönberg in der Fassung für Streichorchester. Als Zugabe vor der Pause brachte Thomas Hampson aus „Des Knaben Wunderhorn“ von Gustav Mahler das „Rheinlegendchen“. Die Orchesterzugabe am Ende des Konzerts war das Andante aus der Kassation Nr. 1 KV 63 von W. A. Mozart. 

Bei aller wohlvorbereiteten Disposition hatte eine leicht verspätete Schiffsankunft in Barcelona und die dadurch verzögerte Anlieferung der Musikinstrumente doch ihre Auswirkungen: ein weiterer „Stressfaktor“ war das völlig unvorbereitete Podium im Palau, ohne jede Pult- und Sitzeaufstellung. Das erforderte die schnelle Mithilfe der Orchesterkollegen auf breitester Basis. Solche Notsituationen geschehen eigentlich äußerst selten; man erinnert sich freilich auch jetzt noch im Kollegenkreis ganz konkret an ähnliche Erlebnisse „damals in London“ und „damals in Königsberg“.

 

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