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Das Philharmonische Tagebuch

Do, 07. Jänner 2016

Silvia Kargl

Aktuelles

 

Pierre Boulez und die Wiener Philharmoniker

Pierre Boulez ©  Terry Linke Pierre Boulez | + Auch wenn die intensive und kontinuierliche Zusammenarbeit mit Pierre Boulez 1992 bei den Salzburger Festspielen begann, so erfolgte das Debüt des Dirigenten bereits dreißig Jahre früher. 1962 dirigierte Boulez drei Vorstellungen von Igor Strawinskys „Les noces“ und „Le sacre du printemps“ von Maurice Béjarts Ballet du XXe siècle ebendort. Was für ein Beginn: Ein Verfechter der zeitgenössischen Kunst beginnt seine Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern mit einem der revolutionärsten Ensembles des zeitgenössischen Tanzes im 20. Jahrhundert.

Im August 1992 waren es wieder Ballettmusiken, die das Programm des ersten Konzerts nach der dreißigjährigen Zäsur prägten, Werke von Strawinsky, Béla Bartók, dazu Claude Debussy und „Livre pour cordes“ von Boulez, das die Wiener Philharmoniker seither öfter gespielt haben. Dieses Konzert machte Orchestergeschichte. Auch Pierre Boulez zeigte sich begeistert und schrieb am 3. September 1992 an das Orchester: „Ich habe mich über unser Konzert in Salzburg wirklich sehr gefreut, und ganz besonders über die Atmosphäre während der Proben, die so wunderbar verlaufen sind…à bientôt!“

1994 dirigierte Boulez erstmals ein Abonnementkonzert der Wiener Philharmoniker mit Alban Bergs „Sieben frühe Lieder“ und Gustav Mahlers 6. Symphonie, der Beginn einer Reihe von unvergesslichen Aufführungen und Einspielungen von Werken Mahlers. Als er 2004 Mahlers 2. Symphonie mit den Wiener Philharmonikern aufführte, suchte er im Vorfeld Kontakt zum am 1. Jänner 2016 verstorbenen Gilbert Kaplan, einem ausgewiesenen Experten für diese Symphonie.

Bis zum letzten gemeinsamen Konzert, das am 28. Jänner 2012 im Rahmen der Salzburger Mozartwoche stattfand, folgten rund hundert Konzerte, darunter so bedeutende wie 2005 die philharmonische Erstaufführung von Arnold Schönbergs Klavierkonzert op. 42 mit Daniel Barenboim, 2006 die Uraufführung von Olga Neuwirths „…miramondo multiplo…für Trompete und Orchester“ und 2007 die Uraufführung von Jörg Widmanns „Armonica für Orchester“ sowie gefeierte Aufführungen von Werken Anton Bruckners und Richard Wagners, u. a. bei Gastspielen in New York.
Pierre Boulez trug wesentlich dazu bei, das Repertoire der Wiener Philharmoniker um Werke des 20. Jahrhunderts zu bereichern, dafür hat er sein eigenes Repertoire im Gegenzug um die 8. Symphonie Bruckners erweitert – fruchtbarer kann eine künstlerische Zusammenarbeit nicht sein.

Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde Pierre Boulez 2005 Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker. In seiner Ansprache erinnerte er sich an eine Anekdote, in der das Kind Mozart seine Zuhörer gefragte habe „Lieben Sie mich“? Pierre Boulez: „Ich glaube, dass ich mich selber oft noch im Stadium der Kindheit und der Naivität befinde, und dass die Frage, die ich nicht mehr zu stellen wage – in meinem Alter wäre das exzessiv! – dieses berühmte „Lieben Sie mich?“ ist. Sie haben mir jedoch, ohne dass ich Ihnen die Frage gestellt hätte, eine ehrenvolle Antwort gegeben. Ich danke Ihnen dafür aufrichtig“.

2007 erhielt Pierre Boulez darüber hinaus den Ehrenring der Wiener Philharmoniker, 2010 folgte eine philharmonische Feierstunde zum 85. Geburtstag, bei der Franz Welser-Möst die Laudatio hielt.

 

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