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Das Philharmonische Tagebuch

Fr, 04. März 2016

Prof. Reinhard Öhlberger

Interna

 

Prof. Roland Altmann verstorben

In den Morgenstunden des 24. Februar 2016 verstarb unser langjähriges Orchestermitglied Professor Roland Altmann, im 75. Lebensjahr, nach längerer schwerer Krankheit.

Roland Altmann wurde am 21. Juni 1941 in Jena in Thüringen geboren. Sein Vater Eduard (Eddo) Altmann, gebürtiger Niederösterreicher aus Korneuburg, unterrichtete Musiktheorie und spielte Oboe. Der älteste Sohn Roland erhielt mit 13 Jahren den ersten Unterricht in Schlagwerk und Oboe und besuchte ab 1955 das Konservatorium in Sondershausen, wo er bei Fritz Guthe ausgebildet wurde. Die Familie siedelte 1957/58 nach Österreich zurück und das bedeutete für Roland in der Folge den Besuch der Wiener Musikakademie bei den Lehrern Hans Gärtner und Richard Hochrainer, beide Philharmoniker. Bereits 1959 erhielt Roland Altmann ein Engagement bei den Niederösterreichischen Tonkünstlern, wo er für zehn Jahre verblieb. Danach wechselte er zum ORF-Symphonieorchester, aber schon kurz darauf wurde Altmann in das Bühnenorchester der Bundestheater aufgenommen, mit einem Kombi-Vertrag und Spielverpflichtung im Orchester der Wiener Staatsoper. 1973 voll in das Staatsopernorchester übernommen, avancierte Altmann wenig später zum Pauker und als Mitglied in den Verein der Wiener Philharmoniker zum 1.1. 1976.

Parallel zu diesem Werdegang hatte sich Roland Altmann zu einem aktiven Mentor und weithin anerkannten Interpreten der zeitgenössischen Musik entwickelt. Von allem Anfang an und über viele Jahrzehnte im Ensemble „die reihe“ tätig, gründete er 1966 zusammen mit Otto M. Zykan, Heinz Karl Gruber, Kurt Schwertsik und seinem Bruder Volker das Ensemble „MOB art & ton ART“ und war auf diese Weise für eine große Anzahl von Ur- und Erstaufführungen in beiden Formationen verantwortlich. Mit solistischen Auftritten im Großen Musikvereinssaal trat er dabei in Konzerten von Darius Milhaud, André Jolivet, Bélá Bartók und Ottmar Gerster in Erscheinung. Seine Lehrtätigkeit übte er für 1980/81 mit einer Gastprofessur in Graz und ab 1985 mit der Leitung einer Klasse des Wiener Konservatoriums aus. Als Pauker der Wiener Philharmoniker war es ihm ein besonderes Anliegen, den spezifischen Klang der Wiener Pauke zu pflegen und und seinen Schülern weiterzugeben. Diese Tradition vermittelte er auch in Japan bei seinen regelmäßigen Gastauftritten, Workshops und Meisterklassen.

Über die Fülle dieser Aufgaben hinaus war Roland Altmann ebenfalls in der philharmonischen Selbstverwaltung aktiv. Nach beratender Mitgliedschaft im philharmonischen Verwaltungsausschuss in den Saisonen 1979/80 und 1982/83 wurde er dann von 1993 bis 2005 – mit einjähriger Unterbrechung 1996/97 – vom Plenum zum Vizevorstand gewählt. In dieser Funktion konnte er seine Vision von der künstlerischen Entwicklung des Orchesters einbringen. Sein akribisches Engagement bewies er auch in der erstmaligen Erstellung einer Gesamt-Diskographie 1985, die er auch weiterführend betreute. Im philharmonischen Jubiläumsjahr 1992 trug er maßgeblich zur Entstehung des Bildbandes „Die Wiener Philharmoniker und ihre Dirigenten“ bei. Seine Verbindung zum Ideenbringer Stefan Seigner beeinflußte das in der Wiener Seilerstätte entstandene „Haus der Musik“, das ja jetzt einen gewissen Anteil an der öffentlichen Präsentation des Orchesters in diesem Museum hat und auch unser historisches Archiv beherbergt.

Nach seiner Pensionierung wurde er auf Wunsch von Maestro Seiji Ozawa Mitglied in dessen international besetztem Orchester im Mito (Japan) und trat noch im vergangenen August als Solist beim Seiji Ozawa Festival in Matsumoto auf.

Professor Roland Altmanns klarer Blick, seine schnelle Entschlußkraft, sein im besten Sinn ausgeübtes „Machertum“ aber auch seine Kollegialität und seine soziale Einstellung gegenüber jungen Orchestermusikern werden uns noch lange an ihn erinnen und sein Andenken in Ehren halten. Die Jugend in Thüringen hat bis zum Schluß ein ganz klein wenig seine Sprechweise geprägt. Um sich selbst hat er wenig Wesens gemacht.

 

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