Anmelden

Anmelden

 

Mein Bereich

Nützen Sie zahlreiche Vorteile mit Ihrer Registrierung auf www.wienerphilharmoniker.at: Verschiedenste Newsletter, Teilnahme an den Kartenverlosungen und ein Überblick über alle Ihre Online-Einkäufe!

Jetzt registrieren

Fenster schließen

Menu Kalender

  2017  
  NOV  
M D M D F S S
M 1
D 2
F 3
S 4
S 5
M 6
D 7
M 8
D 9
F 10
M 13
D 14
M 15
D 16
F 17
D 21
M 22
D 23
M 27
D 30

Startseite > Orchester : Orchester

 

Das Philharmonische Tagebuch

Mo, 12. September 2016

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Salzburger Festspiele 2016

Der Juli und der August 2016 waren für die Wiener Philharmoniker mit der alljährlichen Teilnahme an den Salzburger Festspielen ausgefüllt. Das 92. Mal bestritten sie den Festspielsommer, was nach der Tatsache der nun in der 156. Saison stehenden ebenso alljährlich stattfindenden Abonnementkonzerte die zweite große Dauerverbindung des Orchesters darstellt. In diesem Sommer waren es 26 Opernaufführungen in fünf Produktionen (davon zwei Produktionen in Neuinszenierung, zwei in Wiederaufnahmen und eine Produktion in konzertanter Form) und 8 Konzerte, sowie alle dazugehörigen Proben in weiteren 50 Arbeitseinheiten. Die Opernbeteiligung fand folgendermaßen statt:

31. Juli (Premiere) und 5. / 8. / 12. / 15. August, Großes Festspielhaus: Richard Strauss, Die Liebe der Danae. Neuinszenierung in der Regie von Alvis Hermanis; Dirigent Franz Welser-Möst.

4. August (Premiere) und 7. / 9. / 13. / 18. / 21. August, Haus für Mozart: Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni. Wiederaufnahme in der Regie von Sven-Eric Bechtolf, Dirigent Alain Altinoglu.

10. August (Premiere) und 14. / 17. / 20. / 23. / 26. / 29. August, Großes Festspielhaus: Charles Gounod, Faust. Neuinszenierung in der Regie von Reinhard von der Thannen; Dirigent Alejo Pérez.

27. und 30. August, Großes Festspielhaus: Otto Nicolai, Il Templario. Konzertante Aufführungen; Dirigent Andrés Orozco-Estrada.

Wie im Vorjahr waren die Konzertprogramme unter das Motto „Wiener Philharmoniker und Ihre Komponisten“ gestellt. Dabei sollten Werke aufgeführt werden, die von den Wiener Philharmonikern entweder aus der Taufe gehoben wurden oder interpretationsgeschichtlich eng mit ihnen verbunden sind. In diesem Sommer ging es – mit der einzigen Ausnahme eines Mozart-Klavierkonzertes – ausschließlich um Uraufführungen oder ehemalige Uraufführungen, die hier in der Folge mit vormaligem Datum und Interpreten auch genannt werden.

30. Juli, Großes Festspielhaus (ebenso auch im Rahmen der Veranstaltungsreihen „Ouverture spirituelle“ sowie „Salzburg Contemporary“): Péter Eötvös, HALLELUJA – Oratorium balbulum, vier Fragmente für Mezzosopran, Tenor, Sprecher, Chor und Orchester. Original ungarischer Text von Péter Esterházy, in der deutschen Übersetzung von György Buda. Uraufführung des 2015 entstandenen Werkes; Auftragswerk der Salzburger Festspiele gemeinsam mit mehreren anderen österreichischen, ungarischen, schweizerischen, deutschen und australischen Institutionen. Mit Iris Vermillion (Mezzospran), Topi Lehtipuu (Tenor), Peter Simonischek (Sprecher) und dem Chor des Ungarischen Rundfunks (Einstudierung: Zoltán Pad).

Johannes Brahms, Variationen über ein Thema von Joseph Haydn B-Dur op. 56a [uraufgeführt am 2. Nov. 1873 von den Wiener Philharmonikern unter Johannes Brahms].

Gustav Mahler, Adagio aus der Symphonie Nr. 10 Fis-Dur (1910; in der Fassung Deryck Cooke) [uraufgeführt am 12. Oktober 1924 von den Wiener Philharmonikern unter Franz Schalk]. — Dirigent Daniel Harding.

6. / 7. August, Großes Festspielhaus: Arvo Pärt, „Swansong“ (2013) [uraufgeführt am 29. Jänner 2014 von den Wiener Philharmoniker unter Marc Minkowski].

Gustav Mahler, „Kindertotenlieder“ (1901 - 1904), Zyklus nach Texten der gleichnamigen Gedichtsammlung von Friedrich Rückert [uraufgeführt am 29. Jänner 1905 von den Wiener Philharmonikern mit Friedrich Weidemann unter Gustav Mahler]. Mit Matthias Goerne (Bariton).

Anton Bruckner, Symphonie Nr. 4 Es-Dur WAB 104, „Romantische“, 2. Fassung 1878-1880 [uraufgeführt am 20. Feb. 1881 von den Wiener Philharmoniker unter Hans Richter]. — Dirigent Zubin Mehta.

13. / 14. / 15. August, Großes Festspielhaus: Richard Strauss, „Der Bürger als Edelmann“, Orchestersuite op. 60 [uraufgeführt am 31. Jänner 1920 von den Wiener Philharmonikern unter Richard Strauss in Wien, als Benefizkonzert für die ersten Salzburger Festspiele]. Mit Gerhard Oppitz (Klavier), Rainer Küchl (Solovioline).

Anton Bruckner, Symphonie Nr. 2 c-Moll WAB 102 [uraufgeführt am 26. Oktober 1873 von den Wiener Philharmonikern unter Anton Bruckner]. — Dirigent Riccardo Muti.

20. / 21. August, Großes Festspielhaus: Wolfgang Amadeus Mozart, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 22 Es-Dur KV 482 [uraufgeführt 23. Dez. 1785]. Solist: Emanuel Ax, Klavier. Anton Bruckner, Symphonie Nr. 6 A-Dur WAB 106 [uraufgeführt am 25. Feb. 1899 von den Wiener Philharmonikern unter Gustav Mahler]. — Dirigent Mariss Jansons.

Weitere wichtige Aktivitäten, die von Mitgliedern unter der Patronanz des Orchesters stattfanden bzw. organisatorisch betreut werden, sind die Angelika-Prokopp-Sommerakademie, das Internationale Orchesterinstitut Attergau und weiters die mit dem Musikvermittlungsprogramm der Wiener Philharmoniker vernetzten Operncamps sowie das jährliche Blasmusikkonzert.

Prof. Michael Werba hat sich in bewährter Weise um die Angelika-Prokopp-Sommerakademie verdient gemacht, die in diesem Jahr von 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht wurden. Die Studiosi wurden von insgesamt 28 Tutoren aus den Reihen des Orchesters unterrichtet. Dabei erarbeiteten sie 21 verschiedene Kammermusikwerke; zusätzlich gab es Instrumentalunterricht für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Posaune. Auch bekamen heuer wieder 20 Studentinnen und Studenten, die sich bei Auswahlspielen profilieren konnten, die Gelegenheit, die Bühnenmusiken für die Produktion des „Don Giovanni“ im Haus für Mozart zu stellen: was neben der musikalischen Fertigkeit auch die reizvolle Möglichkeit bedeutete, sich auf der Bühne zu präsentieren.

Die Dkfm.Angelika Prokopp Privatstiftung wurde 1999 als gemeinnützige Institution gegründet und hat sich seither durch die großzügige Unterstützung der nach ihr benannten Sommerakademie wie auch durch eine instrumentale Leihgabe an die Wiener Philharmoniker einen hohen Grad an Dankbarkeit des Orchesters erworben. Hier noch ein paar Worte zur Namensgeberin: Angelika Prokopp wurde 1923 in Baden bei Wien geboren. Nach dem Studium an der Hochschule für Welthandel trat sie in das väterliche Unternehmen der „Prokopp-Klassenlotterie“ ein, das sie mit großem Einsatz und Erfolg führte. Dabei galt ihr besonderes Interesse der Wiener Kulturszene. Hieraus resultierte letztendlich die Gründung der nach ihr benannten gemeinnützigen Privatstiftung, deren Tätigkeit Angelika Prokopp bis zu ihrem Ableben 2006 mit – fast leidenschaftlichem – Engagement verfolgte. Ein wahrhaft großes Anliegen war ihr der Ankauf der 1727 vom damals schon 77-jährigen Antonio Stradivari geschaffenen Violine, die nach späteren Besitzern den Beinamen „Ex Benvenuti“ bwz. „Ex Halphen“ trägt. Dieses Instrument ist derzeit an die Konzertmeisterin der Wiener Philharmoniker, Albena Danailova, verliehen und konnte im Rahmen der von der Sommerakademie veranstalteten bzw. mitveranstalteten Konzerte auch gehört werden. Es hatte sich dafür schon in den letzten Jahren ein gewisser Aufbau der Termine ergeben. Als erste Präsentation der erarbeiteten Werke fanden am 12., 13. und 14. August im Marmorsaal des Schlosses Mirabell Voraufführungen statt, deren Zusammenfassung als „Schlussmarathon“ am 16. August in der Großen Universitätsaula um 16.00, 18.00 und 20.00 Uhr die jungen Künstler und ebenso das Publikum vor die Aufgabe stellten, sich hier in Konzentration zu beweisen. Von den 21 Kammermusikwerken, die hier teilweise auch nur in einzelnen Sätzen präsentiert wurden, ist nun besonders der 1. Satz der Oktetts von Franz Schubert anzuführen, bei dem Konzertmeisterin Danailova, mit den Studenten – als „prima inter pares“ musizierend – die vorhin genannte Stradivari zum Einsatz brachte.

Das „Internationale Orchesterinstitut Attergau“ mit seinem Kürzel IOIA wurde 1994 von unserem Orchestermitglied (dem vormaligen Schlagwerker) Prof. Wolfgang Schuster gegründet und von ihm 20 Jahre lang geleitet. 2014 wurde es von ihm an die Wiener Philharmoniker übergeben, die es seither organisatorisch und künstlerisch betreuen. Das IOIA soll talentierten jungen Musikern aus aller Welt ein Gefühl für die besonderen Merkmale einer ganz bestimmten Klangvorstellung vermitteln, die unter dem Namen ,,Wiener Klang“ weltberühmt geworden ist. Außerdem bekommen die jungen Teilnehmer wohl zum ersten Mal in ihrer Laufbahn die Gelegenheit, mit einem Dirigenten zu arbeiten, der durch seine Konzerterfahrungen mit den Wiener Philharmonikern ebenfalls um die Mittel zur Erreichung des wienerischen Klangideals weiß. Ein langjähriger Dozent beim IOIA, jetzt Vizevorstand des Orchesters, Univ.Prof. Helmut Zehetner, drückt es folgendermaßen aus:

Die Wiener Philharmoniker gelten weltweit als das Orchester mit dem stärksten eigenständigen und unverwechselbaren Klangprofil. Dieses Gut, das in Zeiten von Normierung und Globalisierung einen besonderen, einzigartigen Wert darstellt, zu erhalten, ist dem Orchester selbst ein großes Anliegen. Der sogenannte ,Wiener Klang‘, den die Wiener Philharmoniker repräsentieren, ist eine über viele Generationen gewachsene und tradierte Spielkultur, die letztendlich – wie das olympische Feuer – immer wieder an die Nächsten weitergegeben werden muss, um nicht zu erlöschen.“

Im Sommer 2016 konnte man Maestro Michael Schønwandt begrüßen, der heuer zum ersten Mal das Orchesterinstitut geleitet hat.

Als jährlich zum Ende der Festspielzeit stattfindendes weiteres Jugendprojekt hat das traditionelle Blasmusikkonzert in der Felsenreitschule seinen Stammplatz. In diesem Jahr dem elften in Serie – war es neben der Salzburger Blasmusikjugend diejenige aus Niederöstereich, die gerufen war; gemäß dem Wechsel der Jugendauswahl mit Schwerpunkt auf immer ein anderes Bundesland. Prof. Karl Jeitler, hochaktives Orchestermitglied im Ruhestand, konnte die uneitle Professionalität seines Dirigats sowohl beim Einstudieren wie im Konzert selbst unter Beweis stellen. Betreut wurden die jungen Kräfte von den Mitgliedern der Wiener Philharmoniker Wolfgang Breinschmid (Flöte), Alexander Öhlberger (Oboe), Harald Müller (Fagott), Gotthard Eder (Trompete/Flügelhorn), Lars Michael Stransky (Horn), und von weiteren Tutoren Hannes Moser (Klarinette) und Markus Pichler (Tenorhorn/Euphonium/Posaune) von der Bühnenmusik der österreichischen Bundestheater sowie Robert Schweiger (Tuba) von der Wiener Volksoper und Andreas Steiner (Schlagwerk) vom Mozarteum-Orchester Salzburg. Alle diese haben dann auch beim Festkonzert mitgewirkt. Präsentiert wurden Werke von Richard Wagner, Antonín Dvořák, Franz von Suppé, Josef Strauß, Johann Strauß, Carl Michael Ziehrer sowie Johann Strauß Vater. Das Programm war im Rahmen einer dreitägigen Akademie vor dem Konzert erarbeitet worden. Der Andrang auf die Zählkarten für das Konzert war wie schon in den Vorjahren beträchtlich. Die MusikerInnen bedankten sich bei der beifallsfreudigen Zuhörerschaft mit zwei Zugaben; traditionsgemäß zunächst mit dem Rainer Marsch von Hans Schmid und im Anschluss noch mit „Bahn frei!“ - Polka schnell von Eduard Strauß (Arr. Heribert Raich). – Die Begrüßungsworte von Seiten des Landes sprach Landtagspräsidentin Dr. Brigitta Pallauf. Mit ihr gemeinsam begrüßten Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler, Univ.-Prof. Helmut Zehetner (Vizevorstand der Wiener Philharmoniker) sowie Mag. Christian Hörbiger (Landeskapellmeister des Salzburger Blasmusikverbandes) die Gäste.

Das erfolgreiche Nachwuchsförderungsprojekt fand erneut als Koproduktion der Wiener Philharmoniker mit den Salzburger Festspielen und dem Salzburger Blasmusikverband statt. Finanziell unterstützt wurde das Konzert zudem vom Land Salzburg sowie vom Land Niederösterreich.

 

 

 

Tags

© 2017 Wiener Philharmoniker RD0003FF4B68AC