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Das Philharmonische Tagebuch

Do., 07. November 2002

 

Ruhestand dreier Mitglieder

Der 1. September ist ein Stichtag: Mit Beginn einer neuen Saison treten beinahe Jahr für Jahr verdiente Mitglieder des Staatsopernorchesters in den dauernden Ruhestand. Der heurige Sommer brachte für vier Musiker den Abschied von der aktiven Laufbahn - aber keineswegs den Abschied von den Wiener Philharmonikern, denen sie als "nichtaktive Mitglieder" weiterhin verbunden bleiben.

Professor Richard Heintzinger wurde am 27. April 1943 in Wien geboren, wo er auch die Schule besuchte. Nach der Matura studierte er an der damaligen Akademie für Musik und darstellende Kunst Kontrabaß bei Otto Rühm (1906-1979), dem legendären Lehrer, Kammermusiker und langjährigen Solokontrabassisten der Wiener Philharmoniker. Noch während seiner Ausbildung sammelte Heintzinger erste Orchestererfahrungen: Von 1966 bis 1968 war er beim Kurorchester Badgastein tätig, 1967/68 wirkte er beim Wiener Kammerorchester mit.

Die mit ausgezeichnetem Erfolg abgelegte Diplomprüfung bedeutete im Jahre 1969 den Abschluß seines Studiums, dem sofort eine Verpflichtung beim Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester folgte. Mit Beginn der Spielzeit 1971/72 wechselte er in das Orchester der Wiener Volksoper, nach einem weiteren erfolgreichen Probespiel erhielt er per 1. September 1976 ein Engagement im Staatsopernorchester. Am 1. Jänner 1980 erhielt Richard Heintzinger die Mitgliedschaft bei den Wiener Philharmonikern, im Jahre 1997 wurde er mit dem Berufstitel Professor ausgezeichnet.

Professor Erich Kaufmann, geboren am 26. Mai 1940 im burgenländischen Oberschützen, stammt aus einer Musikerfamilie: Bei seinem Vater Herbert Kaufmann, der als Pianist und Musiklehrer in Villach tätig war, erhielt er im Alter von sieben Jahren den ersten Klavierunterricht, während der Mittelschulzeit nahm er bei seinem Onkel Walter Kaufmann Violinstunden. Ab dem Jahre 1957 absolvierte er an der Wiener Musikakademie ein Doppelstudium: Violine bei Ernst Morawec, Klarinette bei Karl Österreicher. Als Erich Kaufmann im Juni 1964 die Reifeprüfung für Klarinette ablegte, gehörte er bereits einem Berufsorchester als - Bratschist an: 1963 war er Mitglied des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters geworden. 1964 wechselte er in die Wiener Volksoper, acht Jahre später absolvierte er ein Probespiel für das Orchester der Wiener Staatsoper, seit 1. September 1975 ist er Mitglied der Wiener Philharmoniker.

Während seiner gesamten Laufbahn war Kaufmann intensiv als Kammermusiker tätig: Er gehörte dem "Straka-Quartett" und dem "Philharmonia-Quartett" von Wolfgang Poduschka an und war Gründungsmitglied der "Wiener Streichersolisten", in deren Reihen er nicht nur zahlreiche Konzerttourneen im In- und Ausland bestritt, sondern denen er auch eine weitere Facette seiner vielseitigen musikalischen Begabung widmete - seit vielen Jahren betätigt sich Erich Kaufmann, der mit dem Professorentitel, dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Salzburg, dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und dem Ehrenring der Wiener Philharmoniker ausgezeichnet wurde, mit großem Erfolg als Arrangeur von Musikstücken.

Mit fünf Jahren erhielt er Violinunterricht, mit zehn Jahren wechselte er zur Trompete, die er am Linzer Brucknerkonservatorium bei Rudolf Riedelbauer und an der Wiener Musikakademie bei Helmut Wobisch studierte, 1960/61 leistete er seinen Präsenzdienst im Österreichischen Bundesheer als Erster Trompeter der Wiener Gardemusik, nachdem er bereits zuvor als Trompetensolist bei diversen Blasmusikorchestern brilliert hatte - die Karriere des am 15. Juli 1942 in Preßburg geborenen Rudolf Schmidinger schien geradezu vorgezeichnet. Doch dann wurden seine Hoffnungen jäh zerstört: Kurz vor Abschluß seines Studiums sah er sich durch eine Lippenlähmung gezwungen, die Trompete aufzugeben.

Mit bewunderswerter innerer Kraft meisterte er diesen Schicksalsschlag, indem er sich entschloß, bei Richard Hochrainer Schlagwerk zu studieren und somit seine Musikerlaufbahn fortzusetzen. Bereits nach wenigen Jahren waren seine Bemühungen von Erfolg gekrönt: 1965 erhielt er ein Engagement beim Bühnenorchester der Österreichischen Bundestheater. In der Folge spielte er im "Ensemble 20. Jahrhundert" und im "Ensemble Kontrapunkte" und substituierte regelmäßig bei den Wiener Symphonikern bzw. beim ORF-Symphonieorchester. Am 1. September 1975 wurde Rudolf Schmidinger Mitglied des Staatsopernorchesters, seit 1. Jänner 1980 gehört er den Wiener Philharmonikern an. Für seine künstlerischen Leistungen, zu deren herausragendsten zweifellos der schwierige Part der Kleinen Trommel in Maurice Ravels Boléro zählt, wurde ihm 1997 der Berufstitel Professor verliehen.

Am 1. September 1937, im Geburtsjahr seines Sohnes Helmut, wurde Erich Weis (1904-1962) als Bratschist in den Verein Wiener Philharmoniker aufgenommen, genau 65 Jahre danach trat sein Sohn nach 45jähriger Berufstätigkeit in den dauernden Ruhestand.

Helmut Weis wurde am 20. Juni 1937 in Wien geboren und erhielt im Alter von neun Jahren den ersten Violinunterricht bei Lilly Pausch. Edith Steinbauer und Ernst Morawec waren die weiteren Lehrer des jungen Künstlers, der bereits 1957 als Bratschist des Staatsopernorchesters engagiert und 1959 Mitglied der Wiener Philharmoniker wurde, wo er 1968 zum Solobratschisten avancierte. Zu diesem Zeitpunkt war er längst auch in anderer Hinsicht in die Fußstapfen seines Vaters getreten: Während Erich Weis lange Zeit dem "Wiener Konzerthausquartett" angehörte, war Helmut Weis Gründungsmitglied des "Wellerquartetts", mit dem er neben zahlreichen Tourneen einen eigenen Zyklus im Konzerthaus und später im Musikverein bestritt. Das Ensemble hatte einen Exklusivvertrag mit DECCA, wurde mit dem Mozartinterpretationspreis der "Wiener Mozartgemeinde" ausgezeichnet und für den Grammy Award nominiert.

Neben seiner so herausragenden Laufbahn als Orchestersolist und Kammermusiker, die durch die Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Salzburg und des Ehrenrings der Wiener Philharmoniker gewürdigt wurde, war Helmut Weis auch auf einem anderen Gebiet erfolgreich tätig: In den Jahren 1967 und 1980 veröffentlichte er in zwei Bänden "Ernst Fuchs - das graphische Œeuvre", bis heute das Standardwerk über Österreichs Meister des Phantastischen Realismus.

 

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