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Das Philharmonische Tagebuch

Di, 23. April 2002

 

Laufbahn beendet

Am 26. August 1997 wurden in Salzburg gleich vier prominente Musiker unseres Orchesters verabschiedet, die mit 1. September 1997 ihre aktive Laufbahn beendeten.

Professor Josef Kondor wurde am 25. September 1934 in Wien geboren und studierte Violine bei Josef Drevo und Franz Samohyl an der Wiener Musikakademie. Im Jahre 1959 gründete er mit Walter Weller, Helmut Weis und Werner Resel das "Weller-Quartett" und gewann mit diesem Ensemble noch im selben Jahr einen Kammermusikwettbewerb in München. Obwohl Josef Kondor bereits 1958 erstmals als philharmonischer Substitut an den Salzburger Festspielen sowie 1959 an der legendären Weltreise der Wiener Philharmoniker unter der Leitung Herbert von Karajans teilgenommen hatte, trat er 1961 sein erstes Engagement bei den Wiener Symphonikern an.

Drei Jahre später wurde er nach erfolgreich abgelegtem Probespiel Mitglied der Sekundgeigergruppe des Staatsopernorchesters, 1965 nahmen ihn die Wiener Philharmoniker als Mitglied auf. In den folgenden 32 Jahren avancierte Josef Kondor, der auch seit 1975 der Wiener Hofmusikkapelle angehört und mit dem Professorentitel, dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Salzburg, dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und dem Ehrenring der Wiener Philharmoniker ausgezeichnet wurde, zu einer wahren Säule der zweiten Violinen und somit unseres Ensembles.

Mit Solocellist Professor Robert Scheiwein trat einer der profiliertesten Künstler der Wiener Philharmoniker in den dauernden Ruhestand. Geboren am 26. Mai 1935 in Wien, begann er im Alter von neun Jahren mit dem Cellostudium bei Frieda Litschauer-Krause und setzte es von 1954 bis 1957 bei Nikolaus Hübner am Konservatorium der Stadt Wien fort. 1957 erhielt er ein Engagement im Volksopernorchester, wo er 1959 zum Solocellisten aufstieg, bereits ein Jahr später wurde er als Solocellist der Staatsoper verpflichtet. Die Wiener Philharmoniker nahmen ihn per 1. November 1962 in ihre Vereinigung auf, ab 1966 gehörte er auch der Hofmusikkapelle an.

Neben seiner großen Orchesterkarriere war Robert Scheiwein auch als Kammermusiker erfolgreich. 1955 gastierte er mit dem "Jungen Wiener Trio" sechs Monate in den Vereinigten Staaten von Amerika, in der Folge gehörte er dem Boskovsky- bzw. Weller-Quartett an. Als Solocellist der Wiener Philharmoniker setzte Robert Scheiwein bleibende Maßstäbe: mit dem Solo in Strauss' "Frau ohne Schatten" etwa, das er nicht nur in zahlreichen Aufführungen, sondern auch bei den von Karl Böhm und Sir Georg Solti geleiteten Gesamtaufnahmen dieser Oper spielte, mit dem Konzert für Violine und Violoncello von Johannes Brahms, das er 1975 mit Rainer Küchl in Wien, Osaka und Tokyo zur Aufführung brachte (Dirigent: Riccardo Muti), oder - in einem ganz anderen Genre - mit der von Zubin Mehta geleiteten Einspielung der Supp‚-Ouvertüren "Dichter und Bauer" sowie "Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien".

Mehr als dreißig Jahre musizierte Solobratschist Josef Staar an der Seite von Robert Scheiwein, nun trat er mit ihm gemeinsam in den dauernden Ruhestand, womit das Orchester zweifellos eine tiefgreifende Veränderung erfährt. Professor Josef Staar wurde am 10. Februar 1935 in Graz als Sohn des Geigers und Kapellmeisters Josef Staar geboren und erhielt hier bei dem Joachimschüler Professor Krechan den ersten Violinunterricht. In der Folge setzte er sein Studium bei Ernst Morawec mit solchem Erfolg fort, daß er bereits 1953 als Geiger in der - damals im Theater an der Wien beheimateten - Staatsoper substituierte. Mozarts "Sinfonia concertante", die er gemeinsam mit seinem Bruder, unserem früheren Primgeiger Professor Alfred Staar, 1954 in Salzburg aufführte, beeinflußte seine Karriere maßgeblich, wechselte er doch aus diesem Anlaß zur Viola. Am 1. September 1955 wurde er Mitglied des Staatsopernorchesters, 1957 trat er in den Verein Wiener Philharmoniker ein, acht Jahre später übernahm er die Position des Solobratschisten.

In den folgenden Jahrzehnten spielte er mit unserem Orchester nicht weniger als siebenmal Mozarts "Sinfonia concertante", wobei sechsmal Rainer Küchl und einmal Erich Binder bzw. Claudio Abbado, Christoph von Dohn nyi, Leopold Hager, Zubin Mehta und Sir Andr‚ Previn seine Partner waren. Weitere Höhepunkte der großen Karriere von Josef Staar bildeten Frank Martins "Ballade pour alto et orchestre" sowie Richard Strauss' "Don Quixote" für dessen Einspielung (mit Emanuel Brabec und Lorin Maazel) er den "Edison-Preis 1969" erhielt.

Am 1. September 1955, also gleichzeitig mit Josef Staar, erhielt ein junger Fagottist ein Engagement im Staatsopernorchester: Dietmar Zeman trat seinen Dienst zu einem historischen Zeitpunkt an - kurz nach Beginn dieser Saison, am 5. November 1955, wurde die Wiener Staatsoper nach zehnjähriger Bauzeit wiedereröffnet. Professor Zeman wurde am 31. März 1932 in Wien geboren und studierte an der hiesigen Musikakademie Fagott bei Karl Öhlberger (der heuer seinen 85. Geburtstag feierte). Seine erste Anstellung führte ihn weit weg von seiner Heimatstadt: 1953 wurde er Mitglied des Rundfunkorchesters von Johannesburg. Zwei Jahre später konnte er sich bei einem Probespiel in Wien behaupten und somit die durch eine Vergrößerung des Opernorchesters eröffnete Chance nützen, 1961 wurde er in den Verein Wiener Philharmoniker aufgenommen. Im Jahre 1967 rückte Dietmar Zeman von der zweiten auf die erste Stimme vor und blieb in dieser Position bis zum Jahre 1990 tätig.

Parallel zu seiner Orchesterlaufbahn absolvierte Dietmar Zeman, der seit 1976 auch der Hofmusikkapelle angehört, eine intensive Karriere als Kammermusiker und Pädagoge: Er war Mitglied der "Bläservereinigung der Wiener Philharmoniker" und des "Neuen Wiener Oktetts", seit 1983 wirkt er als Ordentlicher Hochschulprofessor an der Wiener Musikhochschule. Einen Höhepunkt seiner Laufbahn bildete die Tonaufnahme von Mozarts Fagottkonzert, KV 191, bzw. die Aufführung dieses Werks mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Karl Böhm bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern 1976.

 

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