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Das Philharmonische Tagebuch

Mo., 27. Oktober 2003

 

Sechs Mitglieder im Ruhestand

Rudolf Degen wurde am 18. Oktober 1937 in Wien geboren und besuchte hier die Volksschule sowie die Unterstufe der Mittelschule. Im Jahre 1951 wechselte er an das Technologische Gewerbemuseum (TGM), wo er 1956 die Reifeprüfung ablegte. Unmittelbar danach erhielt er seine erste Anstellung - von 1956 bis 1962 arbeitete er als Lichttechniker bei ELIN AG. Die 1960 erfolgte Verleihung des Titels "Ingenieur" schien auf eine erfolgreiche Fortsetzung dieses Berufsweges hinzudeuten, aber wenig später entschloß sich Rudolf Degen zu einer tiefgreifenden Zäsur: Ab 1961 studierte er an der damaligen Musikakademie in Wien Gitarre bei Karl Scheit, 1962 kündigte er bei seiner Firma und wurde in die Kontrabaßklasse von Otto Rühm (1906-1979), dem langjährigen Solokontrabassisten unseres Orchesters und berühmten Pädagogen, aufgenommen.

Selbstverständlich war dies nicht der erste Berührungspunkt Rudolf Degens mit der Musik gewesen, hatte er doch seit dem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht erhalten; aber dennoch bedeutete dieses Verlassen der bisher eingeschlagenen Laufbahn ein großes Risiko, welches sich zwar im Rückblick als absolut geglückt darstellt, das aber vielleicht nur mit dem Wort "Berufung" erklärbar ist. Der Erfolg ließ jedenfalls nicht auf sich warten: Bereits 1967 erhielt er ein Engagement im Orchester der Volksoper, 1970 legte er die Diplomprüfung mit Auszeichnung ab, und 1971 wurde er nach erfolgreichem Probespiel in das Staatsopernorchester aufgenommen. Seit 1974 gehört Professor Rudolf Degen, der auch beim Wiener Haydnorchester, beim Wiener Kammerorchester und bei der von Eduard Melkus geleiteten Capella Academica tätig war, dem Verein Wiener Philharmoniker an.

Der am 12. September 1938 in Wien geborene Dietfried Gürtler erhielt im Alter von acht Jahren Klavierunterricht und studierte ab 1952 am Konservatorium der Stadt Wien Violoncello bei Frieda Litschauer-Krause. Gemeinsam mit seiner Lehrerin wechselte er 1955 an die damalige Musikakademie, wo er 1963 die Reifeprüfung ablegte. Unmittelbar nach der 1956 bestandenen Matura wurde er Solocellist des Orchesters der Jeunesse musicale und spielte ferner bei der Bachgemeinde Wien, im Wiener Barockensemble, in der Kammeroper und im Wiener Kammerorchester. Am 1. Dezember 1960 trat er ein Engagement als Solocellist der Wiener Volksoper an und übte diese Funktion mehr als fünf Jahre aus. Im Herbst 1965 gewann er ein Probespiel für das Staatsopernorchester und wechselte per 1. April 1966 in das Haus am Ring, wo er bereits ein Jahr später zum Stimmführer der Cellogruppe avancierte. Die Aufnahme in der Verein Wiener Philharmoniker erfolgte mit 1. September 1969.

Neben seiner vielseitigen Orchestertätigkeit war Dietfried Gürtler, der 1992 den Berufstitel Professor erhielt und ferner mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Salzburg ausgezeichnet wurde, auch als Kammermusiker erfolgreich tätig. So gehörte er mehrere Jahre dem Seifert-Quartett an und bildete gemeinsam mit seiner Frau Hedda, Primgeigerin im Wiener Volksopernorchester, und seinem Bruder Wolfgang, seit 1977 Kontrabassist der Wiener Philharmoniker, das Gürtler-Trio.

Gemeinsam mit Professor Dietfried Gürtler trat am 1. September 2003 ein weiterer Angehöriger des Seifert-Quartetts in den dauernden Ruhestand: Edward Kudlak, geboren am 25. Mai 1936 in Montreal, war im Jahre 1973 als Mitbegründer dieses Ensembles gewesen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon eine abwechslungsreiche Musikerlaufbahn absolviert: Nach dem Studium an der McGill University in Montreal, in dessen Verlauf er bereits mit 15 Jahren Konzertmeister des Universitätsorchesters gewesen und als Solist mit dem Montreal Symphony Orchestra aufgetreten war, setzte er seine Ausbildung in Wien fort und nahm bei unserem ehemaligen Konzertmeister Ricardo Odnoposoff Violinunterricht. Gleichzeitig war er als Primgeiger des Wiener Barockensembles tätig, hatte ein Engagement bei der Philharmonia Hungarica und trat auch als Kammermusiker hervor.

Im Jahre 1959 kehrte Edward Kudlak nach Kanada zurück, erhielt ein Engagement im Montreal Symphony Orchestra und unterrichtete an der McGill University und am Conservatoire de la Musique in Quebéc Violine und Viola. Nach 13 Jahren verlegte er seinen Wirkungsbereich neuerlich auf Wien: Nach erfolgreich absolviertem Probespiel wurde er mit 1. September 1972 als Bratschist in das Staatsopernorchester aufgenommen, genau drei Jahre später erhielt er die Mitgliedschaft bei den Wiener Philharmonikern. Neben der bereits erwähnten Zugehörigkeit zum Seifert-Quartett widmete sich Edward Kudlak, der ebenfalls mit dem Professorentitel und mehreren Orden ausgezeichnet wurde, auch der philharmonischen Selbstverwaltung, indem er von 1991 bis 1998 in unserem Verwaltungsausschuß als Mitglied in beratender Funktion tätig war.

Der musikalische Weg, den der am 20. August 1941 in Wien geborene Meinhart Niedermayr beschritt, war ihm gewissermaßen bereits in die Wiege gelegt worden: Sein Vater, Josef Niedermayr (1900-1962), war seit 1921 erster Flötist der Wiener Philharmoniker, und es verstand sich von selbst, daß er seinem Sohn bei dessen Eintritt in die Volksschule den ersten Flöten- und Klavierunterricht erteilte. 1956 wurde er in die Klasse unseres langjährigen ersten Flötisten Hans Reznicek (1910-1979) an der Wiener Musikakademie aufgenommen, im Alter von 16 Jahren war er bereits als Substitut in der Wiener Staatsoper tätig und 1961 legte er die Reifeprüfung mit Auszeichnung ab. Noch im selben Jahr erfolgte die Krönung dieser "Bilderbuchlaufbahn": Nach gewonnenem Probespiel trat Meinhart Niedermayr am 1. September 1961 seinen Dienst im Orchester der Wiener Staatsoper an, und im November 1962 wurde er in den Verein Wiener Philharmoniker aufgenommen, wo er bald zum ersten Flötisten aufstieg.

In dieser Position spielte er zahllose große Orchesterpartien für Flöte und trat noch knapp vor Ende seiner langen Aktivzeit in der Staatsoper und bei den Wiener Philharmonikern als Solist in unserem Abonnementzyklus hervor: Unter der Leitung von Lorin Maazel spielte er am 6./7. April 2002 die Suite Nr. 2 in h-Moll, BWV 1067, von Johann Sebastian Bach (wobei das damalige Programm auch im Rahmen einer Konzertreise nach Aalborg, Paris, London und Cardiff aufgeführt wurde). Seit dem Jahre 1970 gehört Meinhart Niedermayr, der mit dem Berufstitel Professor sowie mit mehreren sichtbaren Auszeichnungen geehrt wurde, der Wiener Hofmusikkapelle an, seit 1989 unterrichtet er am Konservatorium der Stadt Wien, daneben trat er solistisch bzw. als Kammermusiker auf und initiierte den Badener Meisterkurs für Flöte.

Klaus Peisteiner, geboren am 12. Dezember 1935 in Kirchschlag (Niederösterreich), erhielt eine umfassende musikalische Ausbildung, nahm er doch Unterricht in Violine, Klavier und Orgel. Nach der Matura begann er ein Doppelstudium an der Wiener Musikakademie: Im Herbst 1955 wurde er in die Klasse von Franz Samohyl (1912-1999) aufgenommen, gleichzeitig inskribierte er das Studienfach Schulmusik. Nach der mit Auszeichnung abgelegten Staatsprüfung (1958) konzentrierte er sich auf die Viola, die er bis 1961 ebenfalls bei Franz Samohyl studierte. 1960 wurde er Solobratschist des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters, wechselte aber bereits 1962 zu den Wiener Symphonikern, wo er ebenfalls als Solobratschist tätig war. Nach einem weiteren erfolgreichen Probespiel wurde er per 1. Jänner 1964 Bratschist des Staatsopernorchesters, und am 1. September 1966 erhielt er die Mitgliedschaft bei den Wiener Philharmonikern, nachdem er schon zuvor Stimmführer der Violagruppe geworden war.

Beinahe gleichzeitig mit dem Eintritt in das Staatsopernorchester startete Peisteiner eine weitere Karriere als Mitbegründer und jahrzehntelanges Mitglied des Wiener Streichquartetts, das neben Konzerten im Rahmen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien zahlreiche Tourneen in Europa und Übersee, vor allem in Japan bestritt. Für die Schallplattenaufnahmen, unter denen die Gesamteinspielung der Streichquartette Franz Schuberts einen besonderen Stellenwert einnimmt, erhielt das Ensemble mehrere Preise, während Klaus Peisteiner, der seit 1990 auch Mitglied der Wiener Hofmusikkapelle ist, neben dem Berufstitel Professor mit mehreren Ehrungen auf Bundes- und Landesebene ausgezeichnet wurde.

Der am 18. Juli 1939 in Wien geborene Franz Zamazal begann seine musikalische Ausbildung am hiesigen Konservatorium, wo er Klavier bei Roland Raupenstrauch und Schlagwerk bei Karl Bock studierte. 1959 legte er die Reifeprüfung mit Auszeichnung ab und wirkte in der Folge bei zahlreichen Orchestern als Substitut mit: Wiener Symphoniker, Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester, ORF-Symphonieorchester, Wiener Volksoper, Burgtheater u. a.; viele Jahre war er auch Mitglied von Friedrich Cerhas Ensemble "die reihe". Trotz dieser umfangreichen Tätigkeit entschloß er sich zu einer Vertiefung seiner Ausbildung und studierte von 1965 bis 1969 an der Musikakademie Schlagzeug bei unserem ehemaligen Pauker Richard Hochrainer (1904-1986) und Komposition bei Friedrich Neumann. 1967 erhielt er ein Engagement als Bühnenmusiker der Österreichischen Bundestheater, am 1. September 1970 erfolgte seine Aufnahme in das Staatsopernorchester, drei Jahre später wurde er Mitglied der Wiener Philharmoniker.

In der Folge widmete sich Franz Zamazal intensiv der philharmonischen Selbstverwaltung: Von 1976 bis 1981 war er Kartenverwalter, und seit 1987 organisiert er den Ball der Wiener Philharmoniker, wobei er maßgeblich dazu beitrug, die unverwechselbare Atmosphäre dieses gesellschaftlichen Ereignisses zu wahren. Das leidenschaftliche Engagement Franz Zamazals, der neben dem Berufstitel Professor sichtbare Ehrenzeichen der Republik und des Landes Salzburg erhielt, erfuhr eine verdiente Würdigung: Obwohl schon im Vorjahr feststand, daß er mit Beginn der heurigen Saison in Pension ginge, wurde er in der Hauptversammlung vom 11. Juni 2002 für weitere drei Jahre zum Ballchef gewählt.

 

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