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Das Philharmonische Tagebuch

Fr., 01. September 2017

Prof. Reinhard Öhlberger

Interna

 

René Staar tritt in den dauernden Ruhestand

René Staar ©  Wilfried Hedenborg René Staar | +

René Staar ist der jüngste von drei Brüdern, die dem Orchester ihren Stempel aufgedrückt haben. Josef Staar, der älteste, war langjährig Solobratscher, Alfred Staar, Mitglied der Primgruppe, zugleich begnadeter Lehrer und Ausbilder einer ganzen Reihe von Violinisten nicht nur in unserem Orchester. Eine Verschwägerung zur philharmonischen Familie Tomböck (Horn, jetzt auch 1. Violine) ist hier ebenfalls anzuführen. René kam wie seine Brüder in Graz zur Welt, geboren am 30. Mai 1951. Sein künstlerischer Weg begann schon sehr früh, ist dabei nicht auf die Violine beschränkt – Staar ist hervorragender Pianist und kann mit seinem kompositorischen Werk als herausragender Vertreter der österreichischen Avantgarde bezeichnet werden.

Staar komponierte bereits in früher Jugend erste Stücke. 1962–1963 besuchte er die Östermalms Musikskole Stockholm und studierte Musiktheorie bei Walter Wasservogel. Daran schloss sich ein Violinstudium bei Franz Samohyl und ab 1965 ein Studium von Harmonielehre und Kontrapunkt an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien an. – 1968 absolvierte Staar ein Gaststudium in Helsinki an der Sibelius-Akademie bei Anja Ignatius (Violine) und Izumi Tateno (Klavier). Ebendort debütierte er auch als Geiger und Pianist. In Wien setzte er seine Ausbildung bei Alfred Uhl in Komposition, bei Erich Urbanner für die Zwölftonmusik und bei Francesco Valdambrini für Neue Musik fort. Er begann 1972 ein Dirigierstudium bei Hans Swarowsky und Karl Österreicher. Ab 1977 nahm er Meisterkurse bei Nathan Milstein in Zürich und absolvierte bei 1981 ein postgraduelles Studium bei Roman Haubenstock-Ramati.

Seit 1974 war Staar langjährig Assistent seines Lehrers Franz Samohyl. Als Geiger trat er unter anderem mit den Wiener Symphonikern auf, unternahm Konzertreisen in die Schweiz, die Niederlande und die Vereinigten Staaten und spielte mit dem ORF Symphonieorchester die Uraufführung von Robert Schollums Violinkonzert.

Seit Anfang der 1980er Jahre arbeitete Staar als Solist mit dem „Ensemble 20. Jahrhundert“ zusammen, mit dem er bei einer Konzertreise durch Schweden 1986 seine Komposition „Fragmente eines Traumspiels“ aufführte. Im gleichen Jahr wurde er für seine Komposition „Just an Accident? A Requiem for Anton Webern an Other Victims of the Absurd“ mit dem Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien ausgezeichnet. Seit 1987 war er Mitglied der Wiener Streichersolisten, von 1990 bis 1994 als deren Geschäftsführer.

1987 gründete er mit Eugene Hartzell und Erik Freitag das „Ensemble Wiener Collage“, das sich der Interpretation zeitgenössischer Werke insbesondere österreichischer Komponisten widmet. 1988 wurde er nach gewonnenem Probespiel Mitglied des Orchesters der Wiener Staatsoper; seine Aufnahme in den Verein Wiener Philharmoniker erfolgte zum 1. September 1991. Als Stimmführer der Zweiten Violinen fungierte René Staar von da an bis 2015, in der Folge darauf im Tutti der Gruppe; ohne sich freilich in seinen vielfältigen Aktivitäten außerhalb des Orchesterdienstes einbremsen zu lassen.

Mit dem Ensemble Wiener Collage führte er 1991 Kompositionen von Mozart und zeitgenössischen Komponisten in Japan und den Vereinigten Staaten auf. 1994 wurde Staar Gastprofessor an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. 1999 wurde das gemeinschaftliche Bühnenwerk „Da Capo al Capone“ von Dieter Kaufmann und Ulrich Kaufmann, Erik Freitag, Georg Amanshauser, Amy Leverenz, Eugene Hartzell und Staar uraufgeführt. Zum ersten Mal in ihrer über 170-jährigen Geschichte erteilten die Wiener Philharmoniker einen Kompositionsauftrag an eines ihrer Mitglieder: Am 17. Mai 2014 wurde Staars Orchesterwerk „Time Recycling“ unter Leitung von Semjon Bychkov im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins uraufgeführt, im Abonnementzklus des Orchesters. am 23. und 24. August 2014 wurde das Werk unter Leitung von Gustavo Dudamel bei den Salzburger Festspielen vorgestellt, weiters beim Grafenegg Festival und in Tokios Suntory Hall zwischen 23. August und 23. September 2014. Das Abonnementpublikum konnte sich in der Folge über ein Wiederhören von „Time Recycling“ in der Saison 2016-17 unter dem Dirigat von Franz Welser-Möst im 5. Konzert im vergangenen Februar freuen.

René Staars kompositorische Leistungen lassen sich hier insgesamt nicht völlig im Detail wiedergeben; genaueren Einblick gibt seine überaus wohlgestaltete Website, deren Besuch sehr empfehlenswert ist: www.staar.at/

 

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