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Das Philharmonische Tagebuch

Fr., 01. September 2017

Prof. Reinhard Öhlberger

Interna

 

Dieter Flury tritt in den dauernden Ruhestand

Dieter Flury Dieter Flury | +

Mit Dieter Flury haben wir einen Doktor der Mathematik und zugleich einen Diplomingenieur sowie einen Ordentlichen Universitätsprofessor der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz. 

Dieter Flury wurde am 8, Juli 1952 in Zürich als viertes von fünf Kindern geboren, sein Vater war Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte, die Mutter eine leidenschaftliche Freizeitpianistin. 1959-1965 besuchte er die Primarschule (Volksschule) in Küsnacht (Kanton Zürich), 1965-1971 das altsprachlich ausgerichtete Literargymnasium Zürich. Ab 1962 erhielt er privaten Flötenunterricht vom damaligen Soloflötisten des Tonhalleorchesters Zürich Hans Meyer, einem Freund der Familie. Nach der Matura 1971 wechselte er zu André Jaunet ans Konservatorium (der späteren Musikhochschule) in Zürich und schloss sein Flötenstudium 1976 mit dem Solistendiplom ab. Wenige, aber höchst anregende Begegnungen mit Aurèle Nicolet ergänzten die Ausbildung und beeinflussten seine Entwicklung nachhaltig. André Jaunet, aus dessen Schule auch Hans Meyer und Aurèle Nicolet stammen, war zweifellos die prägende Persönlichkeit in Dieter Flurys musikalischem Werdegang.

Neben seinem Flötenstudium absolvierte er ab 1972 das Studium der Mathematik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, das er 1976 abschloss. Die Technische Universität Wien nostrifizierte später den „dipl.math.ETH“ zum Diplomingenieur, 1982 erfolgte freilich die Promotion zum Dr.techn. der Technischen Universität Wien aufgrund einer Dissertation zum Komplexitätsgrad von Polynomen in Universalen Algebren. – Mit seiner Frau Marianne ist Dieter Flury seit 1977 verheiratet, aus der Ehe entstammen zwischen 1979 und 1988 drei Söhne und eine Tochter, die alle in Wien geboren und aufgewachsen sind.

Mit 25 Jahren wurde Dieter Flury nach erfolgreichem Probespiel zum 1. September 1977 in das Orchester der Wiener Staatsoper aufgenommen, drei Jahre später als Vereinsmitglied. Von Herbst 1982 bis 2017 war er Soloflötist der Wiener Philharmoniker, 1984 wurde ihm zu seiner schweizerischen zusätzlich die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. 1990-1997 fungierte er als Mitglied des Betriebsrates des Staatsopernorchesters und als Mitglied in beratender Funktion im Verwaltungsausschuss der Philharmoniker. Von 2005 bis 2014 war er dann als gewählter Geschäftsführer für die künstlerische Planung der Wiener Philharmoniker verantwortlich. Seit 1996 leitet Dieter Flury eine Ausbildungsklasse für Flöte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, mit 1998 Ernennung zum Ordentlichen Hochschulprofessor. Die Liste der österreichischen Auszeichnungen stellt sich folgendermaßen dar: 2003 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg, 2007 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, 2015 Silberne Mozartmedaille der Internationalen Stiftung Mozarteum, Salzburg, 2015 Wappenmedaille in Gold der Landeshauptstadt Salzburg, 2015 Ehrennadel der Salzburger Festspiele. Aus dem Schweizer Bereich, der solche Ordensverleihungen nicht kennt, ist ein Procedere, das sich „Ehrung“ nennt, für Dieter Flury zum 17. November 2014 auszumachen, in feierlichem Rahmen mündlich überbracht vom Schweizerischen Botschafter Christoph Bubb, aber sonst ohne jede Materialisation.

Neben seiner Orchestertätigkeit trat Flury als Solist auf mit Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem Zürcher Kammerorchester, dem Kammerorchester Wien-Berlin und dem New Japan Philharmonic Orchestra unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Pierre Boulez, Valery Gergiev, Zubin Mehta, Roger Norrington, Edmond de Stoutz und Christian Thielemann. Außerdem entfaltete er eine rege kammermusikalische Tätigkeit u.a. mit dem Wiener Bläserensemble, dem Klangforum Wien, den Wiener Virtuosen und dem Brueghel-Ensemble. Zeitweise beschäftigte er sich mit einer axiomatischen Theorie der Töne, einer Formulierung der musikalischen Tonsysteme in der Sprache der Mathematik. 1996-2006 war er Dozent an der „Internationalen Sommerakademie an der Lenk“ im schweizerischen Simmental, in der Nachfolge von Peter Lukas („Peluk“) Graf.

Flury hat Werke von Pierre Boulez, Beat Furrer, György Ligeti, Salvatore Sciarrino, René Staar, Theo Wegmann, Jörg Widmann, Herbert Willi und Hans Zender in enger Zusammenarbeit mit den Komponisten erarbeitet. Uros Rojko’s Konzert für Flöte und Orchester hat er mit den Wiener Symphonikern unter Claudio Abbado im Rahmen des Festivals „Wien modern” uraufgeführt. 2011/12 war er Solist in Residence bei der Philharmonie Baden Baden.

Seine Diskographie bei Special Music Edition und bei Camerata Tokyo enthält Werke von Bach, Telemann, Haydn, Mercadante, Mozart, Varèse, Scelsi, Berio, Halffter, Wegmann, zwei CDs mit französischen Komponisten, zwei CDs mit Flötenquartetten der Wiener Klassik und eine Platte mit der Harfenistin Mojca Zlobko-Vajgl.

Auch von Dieter Flury existiert eine besuchenswerte Website, die den Künstler aus den verschiedenen Blickwinkeln seiner Interessen beleuchtet: www.flury.at/


 

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