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Das Philharmonische Tagebuch

Fr., 09. November 2018

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Eröffnungskonzert „Wien Modern“

Unter dem Festival-Titel „Wien Modern“ hatten die Wiener Philharmoniker am 28. Oktober 2018 die Aufgabe, ein sehr ungewöhnliches Programm als Eröffnungskonzert zu präsentieren. Das Festival befindet sich im 31. Jahr und ist mit einer Vielzahl von Ur- und Erstaufführungen ausgestattet, es soll über einen Monat lang den heiß erwünschten und so genannten „frischen Wind“ in die Stadt bringen. Im Wiener Konzerthaus wurde zwar ohne Dirigenten – nicht aber ohne sorgsame Vorbereitung und Leitung – eine Abfolge von vier Stücken konzertiert; zwei davon waren philharmonische Erstaufführungen, ein weiteres – das letzte – eine Uraufführung. 

Eingangs wurde von John Cage das frühe Stück „4'33''“ aus dem Jahr 1952 gebracht, dessen Ausführung eine weihevolle Konzentration nicht nur der anwesenden Künstler verlangt, sondern auch eine ebensolche des Publikums. Von einem kurzen Zwischenfall ist zu berichten, dass exakt 4 Minuten und 33 Sekunden nach Stückbeginn ein einzelner Ruf aus dem Auditorium „Hallelujah!!“ erscholl; dieser war allerdings uneingedenk dessen, dass die drei Sätze des Werkes durch Satzpausen getrennt zu sein haben, welche von Konzertmeister Rainer Honeck freilich penibel zum Gesamtzeitablauf der Aufführung dazugerechnet worden sind. Der Rest des Publikums ließ sich von diesem „Ausrutscher“ aber nicht stören und verharrte in stiller Konzentration. 

Im weiteren folgte von Arnold Schönberg die Streichorchesterfassung von „Verklärte Nacht“ op. 4. Nach der Pause kam abermals John Cage mit dem Spätwerk „Sixty-Eight“ aus 1992 zu Wort, und die Uraufführung von Johannes Maria Staud „Scattered Light für unbalanciertes Orchester“ [„Streulicht“] beschloß das Konzert. 

Als Mentor und Schaltstelle für alle künstlerischen Belange (aber nicht als Dirigent) ist hier unser Konzertmeister Rainer Honeck anzugeben. Ebenso wurde vorab eine wichtige Ausrüstungsanweisung vom philharmonischen Betriebsbüro verbreitet, dass sich nämlich alle für „Sixty-Eight“ eingeteilten Musiker mit einer Stoppuhr oder immerhin eines Mobiltelefons mit Alarmfunktion zu versehen hätten.

Mit diesem Programm im Tourneegepäck wurde am Folgetag, dem 29. Oktober im Berliner „Konzerthaus“ (dem vormaligen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt) das Berliner Publikum erfrischt. Das geschah allerdings unter Hinweglassung von „4'33''“, und in auch sonst veränderter Abfolge: Begonnen wurde hier mit Johannes Maria Staud („Scattered Light“), in der Folge kam John Cage („Sixty-Eight“) und nach der Pause Arnold Schönberg („Verklärte Nacht“). Auf dem Ablaufplan war als wichtiger Hinweis angegeben, dass das Einstimmen der Instrumente diesmal ausnahmweise schon vor dem Auftritt zu geschehen habe; wohl, um jede denkbare Verwechslung mit anderen akustischen Effekten auszuschließen. In Berlin hatte man ausserdem eine moderative Hilfe im Musikwissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Matejka, einen gebürtigen Wiener, der seit längerem als Programmchef der Kulturabteilung des Runkfunks Berlin-Brandenburg tätig ist. 

Das Berliner Konzert wurde außerdem unter dem Titel „360 Grad Wiener Philharmoniker“ angekündigt, was ein besonderes räumliches Naheverhältnis des Publikums zu den Ausführenden bedeuten sollte. Hier zur Abrundung eine kurze Erläuterung des Konzerthauses Berlin: „360 Grad Konzerte kennen Sie schon von uns? Sie haben während eines Kammerkonzerts im Publikum ungewöhnlich nah rund um die Ausführenden gesessen und waren fasziniert von der Intensität der Musik? Dann ist ,360 Grad Wiener Philharmoniker’ Ihr Format für Fortgeschrittene. Hier sitzen Sie im Parkett rund um ein ganzes Orchester – so nah war Berlin den Wienern bisher nie!“

 

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