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Das Philharmonische Tagebuch

Di., 20. November 2018

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

„Concert pour la Paix“ im Theater des Schlosses Versailles

Mit Franz Welser-Möst hatten die Wiener Philharmoniker ab dem 5. November bis zum Beginn des Dezember eine äußerst „innige“ Arbeitsbeziehung. Eine Vielfach-Zusammenarbeit für Abonnement, Friedenskonzert und daraufhin folgender Tournee nach Ostasien stand auf dem Programm. 

Der Samstag, 10. November, brachte den Transport nach Paris und eine konsistente Probe im Theater des Schlosses Versailles. Am Folgetag, dem 11. November, wurde ebendort mit einem feierlichen Konzert das Ende des Ersten Weltkrieges gewürdigt. Unter der Bezeichnung „Concert pour la Paix“ sind alle acht aufgeführten Werke bzw. ihre Teile in einen Bezug zum damaligen Weltgeschehen, seinem gedanklichen Hintergrund oder auch seinen Auswirkungen gestellt. Das Konzert wurde international im Fernsehen übertragen und mit dies kam mit Unterstützung von EBU, ZDF, France TV und Radio France zustande. Es gilt noch die aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen anzuführen, die im Rahmen dieses Ereignisses durchgeführt wurden und die gewiß das allgemeine Sicherheitsgefühl zu heben imstande waren, vielleicht aber nicht zur Leichtigkeit und Flüssigkeit der Abwicklung beigetragen haben. Hier nun die Programmpunkte im einzelnen, wobei die im Programmblatt angeführten Assoziationen ebenfalls kurz angegeben sein mögen.

Wolfgang Amadeus Mozart, Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte“. Dies soll als ein Beitrag zum Zeitalter der Aufklärung nach revolutionären Wirren und mit humaner Grundgesinnung erfüllt verstanden sein.

Claude Debussy, aus den Trois Nocturnes: Sirènes. Mit dem Choeur de Radio France, in der Einstudierung von Martina Batič. Nicht nur das Gedenken an Debussys 100. Todestag wird hier angesprochen, sondern auch eine Querverbindung zum Homerischen Epos der Odyssee, der Idee von Verführung und möglichem schädlichem Einfluss und Zerstörung.

Gustav Holst, aus dem Zyklus „Die Planeten“: Mars, der Bereiter des Krieges. Diese Komposition ist zwischen 1914 und 1916 entstanden.

Richard Wagner, Trauermarsch aus der „Götterdämmerung“. 

Maurice Ravel, Klavierkonzert für die linke Hand in D-Dur. Mit der Solistin Yuja Wang. Dieses Konzert war für den einarmigen Pianisten Paul Wittgenstein geschrieben, der seine rechte Hand an der Ostfront in Polen 1914/15 verloren hatte.

Ralph Vaughan Williams, Dirge [Grabgesang] for two Veterans, vierter Teil der Kantate „Dona nobis Pacem“ mit Text nach einem Gedicht von Walt Whitman. Der Komponist hatte während des Weltkrieges in Frankreich gedient, mit durch Kriegslärm beeinträchtigtem Hörvermögen, das später in Taubheit mündete. Das Werk entstand 1936 in der Erinnerung an den jüngsten Weltenbrand und in der Befürchtung weiterer kriegerischer Auseinandersetzungen. Mit den Solisten Elsa Dreisig, Sopran, Ryan Speedo Green, Bass, und dem Choeur de Radio France (Einstudierung Martina Batič).

Ludwig van Beethoven, Agnus Dei aus der Missa Solemnis. Die Friedensbitte des Messtextes bedarf keiner weiteren bezugsmäßigen Rechtfertigung. Mit den Solisten Elsa Dreisig, Sopran, Ekaterina Gubanova, Mezzosopran, Daniel Behle, Tenor, und Ryan Speedo Green, Bass, sowie dem Choeur de Radio France (Einstudierung Martina Batič).

Als letzter Programmpunkt wurde von Charles Ives „The unanswered question“ gespielt. Die Frage nach der Zukunft wird in diesen Raum der Ungewißheit auch musikalisch gestellt.

Die fast wundersame „Bilokation“ des Orchesters am 11. November in Versailles und am 12. November beim in der Folge beschriebenen Festakt in der Wiener Staatsoper bedarf einer kurzen Erklärung. Wenn die Wiener Philharmoniker auf Tournee gehen, hat natürlich der Opernbetrieb in Wien weiter zu laufen – vielleicht nicht in der Opulenz größter Orchesterbesetzungen, aber doch ein Vollbetrieb. Deshalb ist eine Zweiteilung der personellen Ressourcen bei kluger Einteilung und sinnvoller Ausnützung der in den jeweiligen Partituren notwendigen Instrumente manchmal – wie im vorliegenden Fall – möglich gewesen.

 

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