Anmelden

Anmelden

 

Mein Bereich

Nützen Sie zahlreiche Vorteile mit Ihrer Registrierung auf www.wienerphilharmoniker.at: Verschiedenste Newsletter, Teilnahme an den Kartenverlosungen und ein Überblick über alle Ihre Online-Einkäufe!

Jetzt registrieren

Fenster schließen

Menu Kalender

  2017  
  NOV  
M D M D F S S
M 1
D 2
F 3
S 4
S 5
M 6
D 7
M 8
D 9
F 10
M 13
D 14
M 15
D 16
F 17
D 21
M 22
D 23
M 27
D 30

Startseite > Orchester : Orchester

 

Das Philharmonische Tagebuch

Do, 20. Oktober 2011

Aktivitäten

 

Konzertreise nach Australien, Hongkong, Macao und Japan

Nur zwei Tage nach der Rückkehr aus Bukarest begannen die Proben für eine der weitesten Reisen in der Geschichte unseres Orchesters: Unter der Leitung von Christoph Eschenbach gastierten die Wiener Philharmoniker zwischen 29. September und 19. Oktober in Australien, Hongkong, Macao und Japan. Neben einer Zeitdifferenz von bis zu neun Stunden waren dabei fast 50 Flugstunden zu bewältigen, zu denen noch etwa 42 Stunden an Bus-, Zug- und Bootfahrten sowie Aufenthalten auf den diversen Flughäfen kamen.

Den Beginn machten zwei Konzerte am 29. und 30. September in Perth. Am Eröffnungsabend gelangten die Tragische Ouvertüre in d-Moll, op. 81, von Johannes Brahms, Wolfgang Amadeus Mozarts Symphonie in C-Dur, KV 338, sowie Anton Bruckners Symphonie Nr. 4 in Es-Dur zur Aufführung (mit Wolfgang Tomböck am ersten Horn). Das zweite Konzert, bei dem Franz Schuberts Symphonie Nr. 8 in h-Moll, D 759 („Unvollendete"), acht Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn", gesungen von Matthias Goerne, sowie Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 8 in F-Dur, op. 93, auf dem Programm standen (Zugabe: Zweiter Satz aus der Symphonie Nr. 2 in C-Dur, op. 61, von Robert Schumann), wurde in einer Simultanübertragung via Videoscreen in zwölf Orte (Albany, Broome, Bunbury, Carnarvon, Esperance, Exmouth, Geraldton, Kalgoorlie, Margaret River, Merredin, Moora und Port Hedland) übertragen, wobei – um einen ungefähren Eindruck von den gewaltigen Dimensionen West Australias, des größten australischen Bundesstaates, zu erhalten – der Maximalabstand der genannten Orte rund 2500 Kilometer beträgt. Auch in Brisbane, wo am 2./3. Oktober dieselben Programme gespielt wurden (Zugaben: Johann Strauß' „Kaiser-" bzw. „Donauwalzer"), kam es beim zweiten Konzert zu einer Simultanübertragung, der ersten, die in Queensland je durchgeführt wurde und bei der mit Cairns, Mackay, Mount Isa, Gladstone, Townsville und Rockhampton sechs Orte des mit einer Fläche von 1,7 Millionen Quadratkilometern zweitgrößten australischen Bundesstaates ausgewählt worden waren. Am 5., 6. und 7. Oktober folgten drei Konzerte (zweimal mit dem Schubert-Mahler-Beethoven-Programm, dazwischen Brahms-Mozart-Bruckner) im wegen seiner Architektur weltberühmten Sydney Opera House, wo unser Orchester bereits im September 2006 anläßlich der ersten Australienreise seiner Geschichte gastiert hatte. Wie bereits in Perth und Brisbane waren auch hier die höchsten politischen Repräsentanten des Bundesstaates (New South Wales) anwesend, sämtliche Proben waren für Studierende der diversen Musikhochschulen zugänglich, und Walter Auer und Hans Peter Schuh gaben Workshops am Central Coast Conservatorium of Music in Gosford (New South Wales).

Den sieben Konzerten in Australien folgten zwei Auftritte in China. Am 9. Oktober wurden in Hongkong die genannten Werke von Brahms und Schubert mit Mahlers „Wunderhorn-Liedern" kombiniert (Zugabe: „Donau"-Walzer); wie bei unserem letzten Gastspiel (2006) gab es eine Vidi-Wall-Übertragung auf den Platz vor dem Hongkong Cultural Centre. Tags darauf wurden in Macao Mozarts C-Dur-Symphonie und Bruckners „Vierte" aufgeführt, womit unser Orchester erstmals in der ehemaligen portugiesischen Kolonie gastierte, die mittlerweile wie Hongkong als Sonderverwaltungszone in die Volksrepublik China integriert wurde.

Am 11. Oktober erfolgte die Anreise zur sechzehnten „Wiener Philharmoniker-Woche in Japan". Selbstverständlich steht bei jeder Tournee der künstlerische Aspekt im Vordergrund; im Falle von Japan wird er aber stets durch eine weitere Dimension ergänzt: In mittlerweile 29 Gastspielen mit 265 Konzerten seit 1956 wurde eine Verbindung zu den japanischen Musikliebhabern aufgebaut, die in ihrer Intensität und Qualität einzigartig ist. Dem heurigen Gastspiel kam daher nach der Natur- und Umweltkatastrophe in Fukushima eine ganz besondere Bedeutung zu: Es war ein Besuch bei unseren treuesten ausländischen Freunden, die von einem schrecklichen Schicksalsschlag getroffen wurden, und wir wollten – ebenso wie Christoph Eschenbach, Matthias Goerne und Lang Lang – mit unserer Präsenz unsere Anteilnahme ausdrücken. Ein weiterer Aspekt der heurigen „Wiener Philharmoniker-Woche in Japan" war das 25-Jahr-Jubiläum von Suntory Hall: Seit unserem ersten Auftritt im Jahre 1987 in diesem 1986 eröffneten Haus fühlen wir uns hier heimisch, und es war ein Anliegen, einen Beitrag zu den Jubiläumsfeiern zu leisten.

Die „Wiener Philharmoniker-Woche in Japan 2011" stand zum elften Mal unter der Patronanz von Suntory Holdings Ltd., wobei Dai-ichi Life Insurance als Co-Sponsor fungierte, und umfaßte sieben Konzerte in vier Städten, zu denen noch ein Jugend- bzw. Benefizkonzert kam. Zudem spendeten die Wiener Philharmoniker und Suntory Holdings Ltd. je eine Million Euro in einen eigens gegründeten „Vienna Philharmonic Orchestra and Suntory Music Aid Fund", mit dem den Opfern der Katastrophe von Fukushima geholfen werden soll.

12. Oktober – Yokohama (Yokohama Minato Mirai Hall)
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur (Solist: Lang Lang)
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 4 in Es-Dur
Zugabe: Johann Strauß: An der schönen blauen Donau. Walzer, op. 314

13. Oktober – Tokyo (Suntory Hall)
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur (Solist: Lang Lang)
Robert Schumann: Symphonie Nr. 2 in C-Dur, op. 61
Johann Strauß: Kaiserwalzer, op. 437
Zugaben: Johann Strauß: An der schönen blauen Donau. Walzer, op. 314
Johann Strauß: Unter Donner und Blitz. Polka schnell, op. 324
Das Konzert wurde vom japanischen Fernsehsender NHK übertragen.

15. Oktober – Hiroshima (Hiroshima Bunka Koryo Kaikan)
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur (Solist: Lang Lang)
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 4 in Es-Dur
Zugabe: Johann Strauß: An der schönen blauen Donau. Walzer, op. 314

16. Oktober – Nagoya (Aichi Arts Center)
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur (Solist: Lang Lang)
Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie in C-Dur, KV 338
Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 in h-Moll, D 759 („Unvollendete")
Zugabe: Johann Strauß: An der schönen blauen Donau. Walzer, op. 314

17. Oktober – Tokyo (Suntory Hall)
Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie in C-Dur, KV 338
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 4 in Es-Dur

18. Oktober (12 Uhr) – Tokyo (Suntory Hall): Jugend- bzw. Benefizkonzert
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert in A-Dur, KV 488, 2. Satz (Solist: Christoph Eschenbach)
Gustav Mahler: Drei Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn" (Solist: Matthias Goerne)
Franz Schubert: Symphonie Nr. 7, h-Moll, D 759 („Unvollendete")

18. Oktober (19 Uhr) – Tokyo (Suntory Hall)
Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie in C-Dur, KV 338
Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 in h-Moll, D 759 („Unvollendete")
Gustav Mahler: Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn" (Solist: Matthias Goerne)
Zugabe: Johann Strauß: Unter Donner und Blitz. Polka schnell, op. 324

19. Oktober – Tokyo (Suntory Hall)
Johannes Brahms: Tragische Ouvertüre in d-Moll, op. 81
Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 in h-Moll, D 759 („Unvollendete")
Gustav Mahler: Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn" (Solist: Matthias Goerne)
Zugaben: Johann Strauß: An der schönen blauen Donau. Walzer, op. 314
Johann Strauß: Unter Donner und Blitz. Polka schnell, op. 324

Wie immer wurden die Konzerte durch mehrere Veranstaltungen ergänzt. Wolfgang Schulz hielt eine Master Class, es gab das traditionelle Treffen mit dem „Verein der Freunde der Wiener Philharmoniker in Japan" (18. Oktober), und Suntory lud das gesamte Orchester zu einer Welcome Party am 13. Oktober bzw. zur Abschlußveranstaltung am 19. Oktober. Der obligate Vortrag von Clemens Hellsberg (14. Oktober) war dem Thema „25 Jahre Suntory Hall" gewidmet, wobei dem Jubiläum in ganz besonderer Weise musikalisch Rechnung getragen wurde: Wolfgang Schulz spielte „Air für Flöte" des japanischen Komponisten Toru Takemitsu (1930-1996) sowie mit Dieter Flury und Walter Auer das Trio in h-Moll, op. 90, für drei Flöten von Friedrich Kuhlau (1786-1832), der in Uelzen geboren wurde, in Kopenhagen als Kammermusikus und Hofkompositeur Karriere machte und u. a. von Franz Schubert sehr geschätzt wurde. Die Wiedergabe des Trios im Rahmen der Hommage an Suntory Hall war vermutlich der erste offizielle gemeinsame Auftritt von drei ersten Flötisten der Wiener Philharmoniker. Musikalisch ebenso luxuriös war der Abschluß der Veranstaltung: Christoph Eschenbach spielte mit Volkhard Steude, Elmar Landerer und Franz Bartolomey das Klavierquartett in g-Moll, KV 478, von Wolfgang Amadeus Mozart.

 

Tags

© 2017 Wiener Philharmoniker RD0003FF4B68AC