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Das Philharmonische Tagebuch

Fr, 09. Dezember 2011

Interna

 

Prof. Wolfgang Schulz in den Ruhestand getreten

Prof. Wolfgang Schulz
© Ulla Schulz

Wolfgang Schulz wurde am 26. Februar 1946 in Linz/D. geboren, wo er 1956 neben dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums mit dem Flötenstudium bei Christiane Schwamberger und Willi Bauer (Musikschule Linz) begann und in der Folge die Ausbildung bei Rudolf Leitner am Brucknerkonservatorium fortsetzte. Von 1960 bis 1964 belegte er Konzertfach Flöte bei Hans Reznicek an der damaligen Wiener Musikakademie, ab 1967 nahm er regelmäßig an Meisterkursen von Aurèle Nicolet in Basel und Freiburg teil. Zu diesem Zeitpunkt stand Wolfgang Schulz bereits längere Zeit im Berufsleben, war er doch im Alter von achtzehn Jahren erster Flötist des Orchesters der Wiener Volksoper geworden, dem er sechs Spielzeiten angehörte, ehe er per 1. September 1970 in die Staatsoper wechselte. Am 1. März 1973 wurde er Mitglied der Wiener Philharmoniker, seit 1979 unterrichtet er Konzertfach Flöte an der Wiener Musikhochschule, der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Im Laufe seiner großen Karriere brillierte Wolfgang Schulz nicht nur mit sämtlichen Flötensoli der Opern- und symphonischen Literatur, sondern errang auch als international tätiger Solist weltweite Anerkennung. Er tritt bei den bedeutendsten Festivals auf (Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Carinthischer Sommer, Schleswig-Holstein Musik Festival, Lucerne Festival, Ravenna Festival) und leitet seit 1996 als künstlerischer Direktor das Klassik-Festival „Bonheur musical" in Lourmarin (Frankreich). Sein Repertoire reicht vom Barock bis in die Gegenwart, wobei er dem Schaffen österreichischer Komponisten stets besondere Aufmerksamkeit widmete: Helmut Eder, Friedrich Cerha, Iván Eröd, Erich Urbanner und Herbert Willi widmeten ihm Werke, die er zur Uraufführung brachte.

Mit den Wiener Philharmonikern trat Wolfgang Schulz 45mal in zahlreichen europäischen Ländern sowie in Asien und Nordamerika als Solist auf. Dabei spielte er unter der Leitung von Claudio Abbado, Leonard Bernstein, Sir Colin Davis, Christoph von Dohnányi, Leopold Hager, Bernard Haitink, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Seiji Ozawa, Wolfgang Sawallisch, Horst Stein und Marcello Viotti Flötenkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart, Jacques Ibert, Helmut Eder, Lorin Maazel, „Halil" von Leonard Bernstein und das Konzert für Violine und Flöte von Bohuslav Martinů.

Selbstverständlich war Wolfgang Schulz seit jeher auch intensiv als Kammermusiker tätig, wobei dem Wirken im Ensemble Wien-Berlin zentrale Bedeutung zukommt. Die wichtigsten Partner seiner Duo-Rezitals sind Helmut Deutsch, Elisabeth Leonskaja, András Schiff oder Stefan Vladar. Seine zahlreichen Schallplattenaufnahmen wurden mit mehreren Preisen (Wiener Flötenuhr, Edison-Preis, Grand Prix du disque, Diapason d'or) ausgezeichnet, sein künstlerisches Wirken wurde auf Bundes- und nationaler Ebene durch zahlreiche sichtbare Auszeichnungen gewürdigt. In der Geschichte der Wiener Philharmoniker, die ihm 1999 ihren Ehrenring verliehen, besitzt das Wirken von Universitätsprofessor Wolfgang Schulz eine ebenso prägende wie weit über die 41 Jahre seiner Orchestertätigkeit hinaus reichende, bleibende Bedeutung.

 

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