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Das Philharmonische Tagebuch

Mo, 06. Juni 2011

Nachrichten

 

Außergewöhnliches Konzert in Gaza-Stadt

Unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen fand am 3. Mai 2011 ein außergewöhnliches Konzert statt: Unter der Leitung von Daniel Barenboim brachten Mitglieder der Berliner Philharmoniker, der Staatskapelle Berlin, des Orchesters der Mailänder Scala, des Orchestre de Paris sowie der Wiener Phil­harmoniker (Konzertmeister Rainer Honeck, Clemens Hellsberg und Dieter Flury) Mozarts Serenade in G-Dur, KV 525 ("Eine kleine Nachtmusik") und die Symphonie in g-Moll, KV 550, in Gaza-Stadt zur Aufführung.

"Wir sind hierher gekommen, um die kulturelle Blockade aufzubrechen und zu zeigen, daß es Menschen in Europa gibt, die sich um Euch sorgen", beton­te UN-Friedensbotschafter Barenboim in einer beeindruckenden Ansprache am Ende des Konzerts, das im Al Mata'haf-Museum in Gaza-Stadt vor rund 300 geladenen Zuhörern, darunter zahlreiche Jugendliche, stattfand, und fügte hin­zu: "lch bin Palästinenser und israelischer Staatsbürger, an meinem Beispiel kann man sehen, daß eine Verständigung möglich ist." Unter dieser Prämisse rief Barenboim, der sich seit langem für eine Versöhnung im Nahost-Konflikt ein­ setzt und dafür mit dem West Eastern Divan Orchestra, einem Ensemble, in dem junge Menschen aus Israel und der arabischen Welt gemeinsam musizie­ren, einen zukunftsweisenden Beitrag leistet, Palästinenser und Israelis auf, sich gewaltfrei über eine Zwei-Staaten-Lösung zu verständigen.

Gemeinsam mit Daniel Barenboim und seiner Frau Elena flogen 26 Mitglie­der aus jenen europäischen Orchestern, mit denen der Künstler am intensiv­sten zusammenarbeitet, per Charter von Berlin via Wien nach EI Arish, des­sen seit längerem gesperrter Flughafen vom ägyptischen Militär für diesen Zweck geöffnet wurde. Nach einer Probe am Abend des 2. Mai in EI Arish erfolgte tags darauf über den ägyptischen Kontrollpunkt Rafah die Einreise nach Gaza. "Bis zuletzt war es offen, ob das Konzert überhaupt stattfinden könnte. Nach dem Tod von Terroristenführer Osama bin Laden hatte es innerhalb der Hamas Widerstand gegen ein Konzert gegeben. Barenboim hatte bis tief in die Nacht verhandelt, schließlich gab es eine Einreisegenehmigung. Der Auftritt fand unter strengen Sicherheits-vorkehrungen statt. Mit einem UN-Konvoi waren die Musiker von Rafah nach Gaza-Stadt gefahren. Schwer bewaffnete Polizisten bewachten die Strecke und stoppten den Verkehr. Nach dem Konzert mußte die Gruppe das Kulturzentrum schnell wieder verlassen, um sobald wie mög­lich aus Gaza auszureisen", berichtete die Deutsche Presseagentur.

Das Konzert, welches auf Einladung der UN-Mission in Palästina sowie von sie­ben NGOs erfolgte hinterließ bei allen, die es miterlebten, einen unauslösch­lichen Eindruck. Mozarts Musik wurde ebenso bejubelt wie der Friedensappell von Daniel Barenboim, der darauf hinwies, daß alle Mitglieder des für dieses Konzert zusammengestellten Ensembles freiwillig seiner Einladung Folge lei­steten, um sich mit seinen Bemühungen um dauerhaften Frieden zu solidari­sieren.

 

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