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Das Philharmonische Tagebuch

Sa, 30. März 2013

Interna

 

Wolfgang Schulz verstorben

Prof. Wolfgang Schulz

Bereits während seiner aktiven Zeit mit dem Attribut „Legende" ausgezeichnet, wurde Wolfgang Schulz auch in den wenigen Monaten, die ihm nach der Pensionierung verblieben, seiner Berufung voll und ganz gerecht: Noch im Jänner dieses Jahres spielte er in Japan Mozarts Flötenkonzert in G-Dur, sein Terminkalender war übervoll mit Projekten, die seine bis in die letzten Lebenstage anhaltende Leidenschaft für Musik dokumentieren.

Wolfgang Schulz wurde am 26. Februar 1946 in Linz/D. geboren, wo er 1956 neben dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums mit dem Flötenstudium bei Christiane Schwamberger und Willi Bauer (Musikschule Linz) begann und in der Folge die Ausbildung bei Rudolf Leitner am Brucknerkonservatorium fortsetzte. Von 1960 bis 1964 belegte er Konzertfach Flöte bei Hans Reznicek an der damaligen Wiener Musikakademie, ab 1967 nahm er regelmäßig an Meisterkursen von Aurèle Nicolet in Basel und Freiburg teil. Zu diesem Zeitpunkt stand Wolfgang Schulz bereits längere Zeit im Berufsleben, war er doch im Alter von achtzehn Jahren erster Flötist des Orchesters der Wiener Volksoper geworden, dem er sechs Spielzeiten angehörte, ehe er per 1. September 1970 in die Staatsoper wechselte. Am 1. März 1973 wurde er Mitglied der Wiener Philharmoniker, seit 1979 unterrichtete er Konzertfach Flöte an der Wiener Musikhochschule, der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Im Laufe seiner großen Karriere brillierte Wolfgang Schulz nicht nur mit sämtlichen Flötensoli der Opern- und symphonischen Literatur, sondern errang auch als international tätiger Solist weltweite Anerkennung. Er trat bei den bedeutendsten Festivals auf (Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Carinthischer Sommer, Schleswig-Holstein Musik Festival, Lucerne Festival, Ravenna Festival) und leitete ab 1996 als künstlerischer Direktor das Klassik-Festival „Bonheur musical" in Lourmarin (Frankreich). Sein weitgespanntes Repertoire reichte vom Barock bis in die Gegenwart, wobei dem Schaffen österreichischer Komponisten stets seine ganz besondere Aufmerksamkeit galt: Helmut Eder, Friedrich Cerha, Iván Eröd, Erich Urbanner und Herbert Willi widmeten ihm Werke, die er zur Uraufführung brachte.

Mit den Wiener Philharmonikern trat Wolfgang Schulz 45mal in zahlreichen europäischen Ländern sowie in Asien und Nordamerika als Solist auf. Dabei spielte er unter der Leitung von Claudio Abbado, Leonard Bernstein, Sir Colin Davis, Christoph von Dohnányi, Leopold Hager, Bernard Haitink, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Seiji Ozawa, Wolfgang Sawallisch, Horst Stein und Marcello Viotti Flötenkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart, Jacques Ibert, Helmut Eder, Lorin Maazel, „Halil" von Leonard Bernstein und – gemeinsam mit dem unvergessenen Gerhart Hetzel – das Konzert für Violine und Flöte von Bohuslav Martinů.

Selbstverständlich war Wolfgang Schulz seit jeher auch intensiv als Kammermusiker tätig, wobei dem Wirken im Ensemble Wien-Berlin zentrale Bedeutung zukam. Die wichtigsten Partner seiner Duo-Rezitals waren Helmut Deutsch, Elisabeth Leonskaja, András Schiff oder Stefan Vladar. Für viele seiner Schallplattenaufnahmen erhielt er nationale und internationale Preise (Wiener Flötenuhr, Edison-Preis, Grand Prix du Disque, Diapason d'or), sein Wirken fand ferner auf Landes- wie Bundesebene durch zahlreiche sichtbare Auszeichnungen die verdiente Würdigung.

Am 28. März 2013, dem 171. „Geburtstag" der Wiener Philharmoniker, wurde Universitätsprofessor Wolfgang Schulz von dieser Welt abberufen. In der Geschichte unserer Vereinigung, die ihm 1999 ihren Ehrenring verlieh, stellt sein künstlerisches Wirken einen zeitlos gültigen Meilenstein dar; in den Herzen seiner musikalischen Wegbegleiter, seiner Schülerinnen und Schüler sowie des Publikums in aller Welt, das ihn auf dem Podium erlebte, wird seine glühende Begeisterung für die Musik weiterleben.

-- Dr. Clemens Hellsberg

 

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