Anmelden

Anmelden

 

Mein Bereich

Nützen Sie zahlreiche Vorteile mit Ihrer Registrierung auf www.wienerphilharmoniker.at: Verschiedenste Newsletter, Teilnahme an den Kartenverlosungen und ein Überblick über alle Ihre Online-Einkäufe!

Jetzt registrieren

Fenster schließen

Menu Kalender

  2017  
  NOV  
M D M D F S S
M 1
D 2
F 3
S 4
S 5
M 6
D 7
M 8
D 9
F 10
M 13
D 14
M 15
D 16
F 17
D 21
M 22
D 23
M 27
D 30

Startseite > Orchester : Orchester

 

Das Philharmonische Tagebuch

Aktivitäten 2014

Di, 09. Dezember 2014

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Schubert mit Nikolaus Harnoncourt in Wien und Berlin

Mit Nikolaus Harnoncourt ist das Orchester für eine Produktion mit einem reinem Schubert-Programm in einem Abonnementkonzert der Gesellschaft der Musikfreunde am 9. November aufgetreten. Auf dem Programm standen die komplette Musik zum „Großen romantischen Schauspiel Rosamunde, Fürstin von Zypern“ von Helmina von Chézy D 797 sowie die „Unvollendete“ in h-Moll D 759. Solistin war die Altistin Wiebke Lehmkuhl, weiters sang der Arnold Schoenberg Chor, einstudiert von Erwin G. Ortner. Dieses Konzert wurde am Tag darauf in Berlin im jetzt „Konzerthaus“ genannten ehemaligen Königlichen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt wiederholt. Der klassizistische Bau des Architekten Karl Friedrich Schinkel wurde 1821 eröffnet und erinnert den Gast aus Wien in manchen Details an den Großen Musikvereinssaal.

Hier möge eine kurze Reminiszenz an ein Ereignis im Jahr 1984 eingeflochten sein, das damals natürlich nicht in einem philharmonischen Tagebuch Erwähnung finden konnte:

Vor dreißig Jahren, im Oktober 1984, waren die Wiener Philharmoniker im Zuge der Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung dieser auch damals noch als „Schauspielhaus“ bekannten Baulichkeit mit Leonard Bernstein geladen gewesen und hatten Musik von Joseph Haydn, das „Divertimento“ von Leonard Bernstein und die Erste Symphonie von Robert Schumann im Gepäck gehabt. Auf speziellen Wunsch Bernsteins hatte es damals um 18.00 Uhr eine offene Arbeitsprobe „für die Berliner Jugend“ gegeben, und um 20.00 Uhr war das eigentliche Konzert angesetzt. Wie sich herausstellte war dieses eine Art „(Partei-)Bonzen-Veranstaltung“. Man konnte freilich nicht pünktlich beginnen, weil sich das aus dem Saal strömende Probenpublikum zu einer Menschenkette formiert hatte, die die (KP-) Honoratioren nicht einlassen wollte ... Ein beeindruckendes Beispiel realsozialistischer Unbotmäßigkeit schon fünf Jahre vor dem freilich damals noch nicht im mindesten abzusehenden Mauerfall.

Das Auftreten Harnoncourts in seiner Geburtsstadt wurde unter dem Titel „Einmal noch Berlin“ mit einer Hommage auf der Webseite des Konzerthauses, einer Ausstellung sowie einer Festschrift gewürdigt. Seine Position als der herausragende, stets auf dem Weg befindliche Musiker kommt in der ihm gewidmeten Stellungnahme des Konzerthauses gut zum Ausdruck: „Er wird stets davor warnen, irgendeine Interpretation von Musik, auch seine eigene, für zeitlos und allgemeingültig zu halten. Harnoncourt wird weiter in den Manuskripten nach einer für heute gültigen Wahrheit suchen, die sich befreit hat von in einer zweifelhaften Tradition entstandenen Vorurteilen.“

 

Tags

© 2017 Wiener Philharmoniker RD0003FF4B68AC