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Das Philharmonische Tagebuch

Di, 21. Jänner 2014

Dr. Clemens Hellsberg

Aktuelles

 

Zum Gedenken an Claudio Abbado

Die Wiener Philharmoniker trauern gemeinsam mit der gesamten Musikwelt um Claudio Abbado – eine Künstlerpersönlichkeit, die unser aller Zugang zur Musik geprägt und verändert hat. In der Geschichte unseres Orchesters nimmt Abbados Wirken längst den Rang einer „Ära“ ein, wie sich bereits an bloßen Zahlen ablesen läßt: Zwischen 1965 und 1997 dirigierte er – Sonderveranstaltungen wie Jeunesse-Proben eingeschlossen – über 320 Konzerte, zu denen 27 Opernaufführungen im Rahmen der Salzburger Festspiele kamen. Mit den 173 Abenden, die er an der Wiener Staatsoper dirigierte, leitete er unser Orchester in weit über 500 Auftritten, zu denen noch zahlreiche Platteneinspielungen kamen.

Claudio Abbado (1987) ©  Vivianne Claudio Abbado (1987) | + Von Bach bis Ligeti, von Händel bis Webern, von Mozart bis Boulez, von Schubert bis Rihm – die Breite des gemeinsam erarbeiteten Repertoires, innerhalb dessen Beethoven, Bruckner, Brahms, Mahler und Richard Strauss besondere Schwerpunkte bildeten, ermöglicht eine Vorstellung von jener Horizonterweiterung, die sein Wirken für uns bedeutete. Und dieses Wirken erstreckte sich auf die verschiedensten Bereiche: auf unsere Abonnementkonzerte, in deren Rahmen er 92mal auftrat, auf das Neujahrskonzert, das er 1988 und 1991 leitete, auf die Gesellschaft der Musikfreunde, die Wiener Festwochen, die Salzburger Mozartwoche, das Linzer Brucknerhaus … 

Claudio Abbado (1967) Claudio Abbado (1967) | + Dazu war er über Jahrzehnte unser treuester „Reisedirigent“: Mit 138 Konzerten auf drei Kontinenten leistete er einen wesentlichen Beitrag zur Festigung der internationalen Geltung unseres Orchesters. Auch in dieser Hinsicht war er einerseits stets Neuem gegenüber aufgeschlossen, wie etwa unsere erste Reise nach China im Jahre 1973 beweist, und zeigte sich andererseits bemüht, an „traditionellen“ Gastspielorten bleibende Akzente zu setzen: Die Beethoven-Zyklen in New York und Tokio (1987) sowie in Paris (1988) zählen zu den bleibenden Höhepunkten der Geschichte unseres Orchesters.

Claudio Abbado hat die internationale Musikszene ebenso verändert wie unser Orchester. Die Ernsthaftigkeit seiner Auseinandersetzung mit der Kunst, sein unablässiges Bemühen um das zeitgenössische Schaffen ebenso wie um junge Menschen, sein sanftes, aber unaufhaltsames Streben nach höchster Qualität – er setzte Maßstäbe, an denen kein Weg vorbeiführt. An diesen Maßstäben ist auch die Geschichte unserer Zusammenarbeit zu messen, die zunächst in schmerzlicher Weise unvollendet erscheint: Nach seiner schweren Erkrankung schlugen in der Folge alle Versuche (auch gemeinsamer Freunde unter den nationalen und internationalen Veranstaltern) fehl, ihn an unser Dirigentenpult zurückzuholen, und insofern umgibt diese Verbindung, eine der intensivsten und erfolgreichsten in der Geschichte unseres Orchesters, ein tragischer Aspekt. Aber Claudio Abbado hat uns eine Vielzahl an Sternstunden gerade dadurch bereitet, daß er mit seiner Hingabe an die Musik die Sublimierung jener Tragik, die das Leben jeder großen Künstlerpersönlichkeit begleitet, nachvollziehbar machte. Und in diesem Sinne wird auch das „Unvollendete“ unserer Beziehung durch den Dank verklärt, den wir ihm auf seine letzte Reise mitgeben.

 

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