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Das Philharmonische Tagebuch

Interna 2016

Mi, 03. Februar 2016

Prof. Reinhard Öhlberger

Interna

 

Prof. Franz Zamazal verstorben

Am 23. Jänner 2016 verstarb nach langer Krankheit unser Orchestermitglied in Ruhe Prof. Franz Zamazal, eine über ihren Tätigkeitsbereich als Schlagwerker im Orchester der Wiener Philharmoniker bekannte Persönlichkeit.

Franz Zamazal wurde am 18. Juli 1939 in Wien geboren und und begann seine musikalische Ausbildung am damaligen Konservatorium der Stadt Wien, wo er Klavier bei Roland Raupenstrauch und Schlagwerk bei Karl Bock studierte; die Reifeprüfung legte er 1959 mit Auszeichnung ab. In der darauffolgenden Zeit war er als Substitut bei zahlreichen Orchestern im Wiener Raum eingesetzt: Wiener Symphoniker, Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester, ORF-Symphonieorchester, Wiener Volksoper, Burgtheater; etliche Jahre war Zamazal auch Mitglied im Ensemble „die reihe“. Trotz aller dieser Beschäftigungen wollte er seine Ausbildung noch fortsetzen und studierte an der damaligen Musikakademie bei unserem ehemaligen Pauker Richard Hochrainer von 1965 bis 1969 Schlagwerk, sowie Komposition bei Friedrich Neumann. Engagiert wurde er 1967 in das Bühnenorchester der Österreichischen Bundestheater, 1970 in das Staatsopernorchester, und zum 1. September 1973 wurde er in den Verein Wiener Philharmoniker aufgenommen.

Franz Zamazal widmete sich in der Folge auch der philharmonischen Administration: er war von 1976 bis 1981 Kartenverwalter, und von 1987 bis 2005 organisierte er den Ball der Wiener Philharmoniker, eine Aufgabe, mit der er sich in hohem Maß identifizierte. Obwohl ab 1. September 2003 als Musiker in Pension, wurde er noch in der Orchesterversammlung vom Juni 2002 für weitere drei Jahre als Ballchef bestätigt. Eine administrative Funktion, die in den Statuten des Vereines Wiener Philharmoniker nicht ausdrücklich aktiven Mitglieder vorbehalten ist, kann auch von einem Mitglied im Ruhestand eingenommen werden; das geschieht allerdings selten und sollte hier hervorgehoben werden. Es ist Zamazals großes Verdienst, die unverwechselbare Atmosphäre dieses gesellschaftlichen Ereignisses bewahrt, weitergetragen, mitunter vertieft und akzentuiert zu haben. Sein leidenschaftliches Engagement in diesen Belangen, sein Einsatz in der Vorbereitung und seine umfassende Kenntnis haben ihn zum angesehenen Fachmann in diesem Metier werden lassen.

Franz Zamazal erhielt den Professortitel 1992 und war auch Träger weiterer sichtbarer Auszeichnungen der Republik (Silbernes Ehrenzeichen) und des Bundeslandes Salzburg Goldenes Verdienstzeichen).

Als Verbreiter gemütvollen Humors ist Zamazal vielen Besuchern der Neujahrskonzerte in Erinnerung. Seine körperliche Kraft, die – manchmal – auch für die Arbeit am Schlagwerk notwendig ist, hat er eindrücklich im Gebrauch des „Hammers“, wie er für die VI. Symphonie von Gustav Mahler vorgesehen ist, bestätigt. Dieses Gerät, ursprünglich aus Vollholz, wurde persönlich von Zamazal durch den Einbau einer Autobatterie noch „schlagkräftiger“ gemacht. Einen solchen Hammer zu schwingen und dann niedersausen zu lassen, das machte Zamazal in Schlagwerkerkreisen sogar international gesehen zu einer Berühmtheit. Das Ansinnen eines Berufskollegen aus Deutschland, sich diesen formidablen Hammer einmal ausleihen zu dürfen, verwehrte Zamazal freilich mannhaft, und es ist von ihm ein Ausspruch in diesem Zusammenhang verbürgt: Auch Violinisten würden ihre Stradivari nicht so einfach herborgen. Dem daraufhin aufgekommenen Ondit vom „Stradivari-Hammer“ kann wohl niemand ein kleines Schmunzeln verwehren. — Die Wiener Philharmoniker werden Franz Zamazal in seinen kräftigen, lebhaften und charmanten Fähigkeiten ein dauerhaftes und dankbares Angedenken bewahren.

 

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