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Das Philharmonische Tagebuch

Mo, 31. Oktober 2016

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Wiener Philharmoniker-Woche in Japan 2016

Zum Monatsende des September kam es in Vorbereitung einer sich deutlich weiter erstreckenden Tournee zu einer intensiven Proben- und Konzertphase in Wien mit unserem Ehrenmitglied Maestro Zubin Mehta. Es ging dabei insgesamt um 23 Positionen von Konzertstücken, die für ein Gesellschaftskonzert, das Abonnement inklusive Soirée und in der Folge für eine Tournee nach Japan zu erarbeiten waren; wobei es sich bei 12 Kompositionen allerdings um kürzere Piècen der Strauß-Dynastie und deren Umfeld handelte, sowie die als Zugaben gebrachten. Das Konzert für die Gesellschaft der Musikfreunde am Freitag den 23. September abends hatte das Programm mit Mozart, Ouvertüre „Don Giovanni“ (Arrang. Ferruccio Busoni), Debussy, „La Mer“ sowie Schubert, die „Große C-Dur“-Symphonie. Die darauf folgende Japan-Tournee fand vom 27. September bis zum 13. Oktober statt. Eine Aufzählung der Stücke folgt hier in zwar nicht vollends systematischer, aber thematisch zusammenfassender Reihenfolge.

1) W.A. Mozart, Symphonie Nr. 36 in C-Dur, KV 425 („Linzer Symphonie“)

2) W.A. Mozart, Ouvertüre zur Oper „Le Nozze di Figaro“, KV 492

3) W.A. Mozart, Ouverture zu zur Oper „Don Giovanni“ KV 527 (Arrangement: Ferruccio Busoni)

4) Franz Schubert, Symphonie Nr. 7 in h-Moll D759 („Unvollendete“)

5) Franz Schubert, Symphonie Nr. 8 in C-Dur D 944 („Große C-Dur“)

6) Ludwig van Beethoven, Symphonie Nr. 9 in d-Moll op. 125; mit Tamayo Yoshida, Sopran; Mihoko Fujimura, Mezzosopran; Kei Fukui, Tenor; Franz-Josef Selig, Bass; und dem Suntory Hall 30th Anniversary Chorus.

7) Johannes Brahms, Konzert für Klavier Nr. 1 in d-Moll, op. 15; Solist Rudolf Buchbinder

8) Anton Bruckner, Symphonie Nr. 7 in E-Dur WAB 107

9) Claude Debussy, „La Mer“, Trois Esquisses symphoniques

10) Maurice Ravel, „La Valse“, Poème choréographique pour orchestre

11) Toru Takemitsu, „Nostalghia“ (in memoriam Andrej Tarkovskij); Solistin Anne-Sophie Mutter, Violine

12) Johann Strauß Sohn, Ouvertüre zu „Der Zigeunerbaron“

13) Johann Strauß Sohn, „Rosen aus dem Süden“. Walzer, op. 388

14) Johann Strauß Sohn, „Annen-Polka“, op. 117

15) Johann Strauß Sohn, „Frühlingsstimmmen“. Walzer, op. 410 (Version mit Gesang, Solistin Chen Reiss, Sopran)

16) Josef Hellmesberger d.J., „Leichtfüßig“. Polka schnell

17) Johann Strauß Sohn, „Klänge der Heimat“ aus „Die Fledermaus“. Solistin Chen Reiss, Sopran

18) Johann Strauß Sohn, „Tritsch-Tratsch“. Polka Schnell, op. 214

19) Franz Lehár, „Meine Lippen, die küssen so heiß“; Arie der Giuditta, aus „Giuditta“, Solistin Chen Reiss, Sopran

20) Johann Strauß Sohn, „Unter Donner und Blitz“. Polka schnell, op. 324

21) Fritz Kreisler, Caprice Viennoise. Solistin Anne-Sophie Mutter, Violine

22) Peter I. Tschaikowsky, Walzer aus „Schwanensee“

23) Antonín Dvořák, Slawischer Tanz in g-Moll, op. 46/8

 

Der Konzertbetrieb im Tourneeablauf gestaltete sich folgendermaßen:

Samstag, 1. Okt. 2016, Tokio, Suntory Hall, Gala-Konzert 1; Programm: 2) (Mehta), 4) (Ozawa); – 11) (Ozawa), 9) (Mehta); – 12), 13) 14), 15) 16), 17), 18) (Mehta). Zugaben 19), 21), 20). Anzumerken, dass die letzte Zugabe „Unter Donner und Blitz“ von beiden Maestri zusammen, und zwar Rücken an Rücken, dirigiert wurden. Siehe die Illustration.

Sonntag, 2. Okt. 2016, Tokio, Suntory Hall, Gala-Konzert 2, Programm wie am Vortag. – Beide Konzerte wurden von NHK, der japanischen Fernsehgesellschaft, aufgezeichnet.

Dienstag, 4. Okt. 2016, Kurume, City Plaza, Grand Hall. Programm: 3), 9); 5); Zugabe 23).

Mittwoch, 5. Okt. 2016, Hiroshima, Cultural Exchange Hall. Programm: 7); 9), 10);
Zugabe 22).

Donnerstag, 6. Okt. 2016, Osaka, Festival Hall. Programm: 1); 8).

Freitag, 7. Okt. 2016, Tokio, Suntory Hall. Programm: 7); 9), 10); Zugabe 22).

Sonntag, 9. Okt. 2016, Kawasaki, Muza Symphony Hall. Programm: 3), 9); 8); Zugabe 23).

Montag, 10. Okt. 2016, Tokio, Suntory Hall. Programm: 1); 8).

Dienstag, 11. Okt. 2016, Tokio, Suntory Hall. Geschlossenes Konzert für den Sponsor Daiwa Securities Group. Programm: 3), 1); 5); Zugabe 23).

Mittwoch, 12. Okt. 2016, Tokio, Suntory Hall. Jugendkonzert um 11:00, zugleich Generalprobe für abends. 6).

Mittwoch, 12. Okt. 2016, Tokio, Suntory Hall. 1); 6).

 

Die Ankunft in Tokio war vorerst einmal mit einer gewissen Überraschung verbunden: Seitdem die Firma Suntory die Wiener Philharmoniker für den japanischen Bereich betreut, hat sich für die Konzerte in der Tokioter Suntory-Hall das in Gehdistanz liegende Hotel Okura – ein erstes Haus in Tokio mit internationalem Renomée – als Wohnstätte des Orchesters für die letzten zwanzig Jahre erwiesen. Man konnte sich in diesem Hotelkomplex gleichsam wie „zuhause“ fühlen, die leichte Patina des Spitzenbetriebs hatte der Wohnqualität nicht nur keinerlei Abbruch getan, sondern ihren eigenen Charme entwickelt. An der Stelle des Hauptgebäudes gähnt nun eine riesige Baugrube: das Okura wird als Ganzes neu errichtet werden. Der „South Wing“ genannte große Annex neben dem Hauptgebäude steht allerdings gerade noch in originaler Pracht und beheimatete für die Dauer des Tokio-Aufenthaltes die Orchestermitglieder; leider durchaus mit gewissen akustischen und sonstigen Beeinträchtigungen, für die reisende Musiker mitunter selten Verständnis haben.

Kern- und erster Höhepunkt waren die ersten zwei Konzerte in der Tokioter Suntory Hall, die 2016 ihr dreißigjähriges Jubiläum feiert. Die zwei als „Gala“ bezeichneten Termine hatten ganz ausnahmsweise aber doch sehr verständlich zwei Dirigenten: zu Zubin Mehta gesellte sich Seiji Ozawa, der sich von seiner schweren Krankheit sichtlich erholt hatte. Die Proben und dazugehörigen Konzerte in Tokio waren damit auf die beiden Maestri in gerechter Weise aufgeteilt, wie es in der obigen Übersicht auch vermerkt ist.

Nach diesen beiden gewichtigen „Startschüssen“ ging es in den Süden des japanischen Inselkomplexes: Kurume liegt auf der südlichen Hauptinsel Kyushu, etwa eine Autostunde von Fukuoka entfernt, der größten Stadt und Zentrum der Insel, wo das Orchester nach dem Konzert auch übernachtete. Die weiteren Stationen auf der Rückreise nach Tokio waren Hiroshima und Osaka, die Transporte geschahen mit den bekannten „Bullett Trains“ auf den Shinkansen-Hochgeschwindigkeitsstrecken.

Die Umsorgung durch unsere japanischen Freunde von der Firma Suntory und der Tourneeleitung in Gestalt von Frau Keiko Manabe und Dolmetscherin Akiko Matsuda kann wieder als beispielhaft bezeichnet werden. Im kleinen Saal der Suntory Hall kam es zu kulinarischen Begegnungen mit japanischen Köstlichkeiten während der so genannten Welcome Party, wie auch nach dem letzten Konzert bei der Farewell Party. Die „Freunde der Wiener Philharmoniker in Tokyo“ hatten ebenfalls am japanischen Nationalfeiertag, dem National Sports Day am 10. Oktober, zu einem Empfang geladen. Konzernchef Nobutada Saji erhielt aus den Händen des Philharmonischen Vorstandes Andreas Großbauer die Franz Schalk-Medaille in Gold, eine Ehrung, die das Orchester seit 1963 vergibt und an den Dirigenten, Orchesterleiter und ehemaligen Staatsoperndirektor erinnern soll. Sie wird für außergewöhnliche Verdienste um die Wiener Philharmoniker verliehen, die das normale Ausmaß von Geschäftsbeziehungen weit überschreiten. Sie wurde bislang in Japan nur dreimal verliehen: für 1973 an Prof. Dr. Daigoro Arima, den damaligen Präsidenten des NHK Orchesters, für 1992 an die Übersetzerin Frau Julia Serizawa, sowie für 1998 (in Gold) an den damaligen Präsidenten des Suntory-Konzerns, Keizo Saji, den Vater des nun Geehrten.

Als „Celebration Concert“ am 3. Oktober und ebenso zur Farewell-Party am 12. Oktober gab es musikalische Beteiligungen von Orchestermitgliedern, die hier noch kurz anzuführen sind: Das erstgenannte Ereignis im Hotel Okura am 3. Oktober wurde von Daniel Froschauer, und Harald Krumpöck, Violine, Wolf-Dieter Rath, Viola, Raphael Flieder, Violoncello sowie Daniel Ottensamer, Klarinette, musikalisch gestaltet. Gegeben wurde von Franz Schubert das Streichtrio in B-Dur D 471, hierauf von Hans Gál das Trio und letztendlich von W. A. Mozart das Klarinettenquintett in A-Dur KV 581.

Die Farewell Party umrahmten eingangs mit der Wiener Philharmoniker Fanfare von Richard Strauss zehn philharmonische Bläser und Pauke. Im weiteren Verlauf wurden noch zwei Werke von Josef Strauß gespielt, die Ausführenden waren in diesem Fall Johannes Tomböck und Benjamin Morrison, Violine, Gerhard Marschner, Viola, Peter Somodari, Violoncello, sowie Iztok Hrastnik, Kontrabass. Es ging um den Walzer „Dorfschwalben aus Österreich“ op. 164 sowie um die Polka schnell „Die Soubrette“ op. 109. Und wenn es sich schon um Dorfschwalben handelt: die bei diesem Walzer essentielle Vogelpfeife wurde von Benjamin Schmidinger bedient. Dergleichen sollte man nicht der Vergessenheit anheimstellen ...

 

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