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Das Philharmonische Tagebuch

Di, 13. September 2016

Prof. Reinhard Öhlberger

Interna

 

Rainer Küchl tritt in den Ruhestand

Mit Rainer Küchl verabschieden die Wiener Philharmoniker einen Konzertmeister, der in den Annalen des Orchesters eine Ausnahmestellung einnimmt. Küchl hatte seine Position vom 1. Jänner 1971 bis Ende August 2016, also volle 45 Jahre und 8 Monate inne, und das ist eine Zeitspanne, die auch der berühmte Arnold Rosé (1863 – 1946, wegen mehrjähriger Unterbrechung der Vereinsmitgliedschaft) nicht überbieten konnte. Rainer Küchl wurde in Waidhofen an der Ybbs am 25. August 1950 geboren. Zum ersten Violinunterricht kam es mit elf Jahren, und bereits mit 14 wurde Küchl Studiosus bei Prof. Franz Samohyl an der (damals noch so genannten) Wiener Musikakademie. Sein Konzertmeisterprobespiel erfolgte 1970, mit Dienstantritt an der Staatsoper zum 1. Jänner 1971, ein Datum, das für Rainer Küchl auch die unmittelbare Mitgliedschaft im Verein Wiener Philharmoniker bedeutete. Ein Jahr später erhielt Küchl die Konzertmeister-Position in der Wiener Hofmusikkapelle. Die Karriere im Orchester und als Solist wird mit einer starken kammermusikalischen Präsenz erweitert: 1973 erfolgte die Gründung des Küchl-Quartetts, das im Ausland auch als Wiener Musikvereins-Quartett bekannt ist. Der Zyklus des Küchl-Quartetts im Brahmssaal des Wiener Musikvereins besteht seit 1976. Seit 1985 ist er außerdem Leiter des Wiener Ringensembles, das sich in erster Linie mit Walzermusik gemäß der Tradition der Wiener Philharmoniker beschäftigt.

Im Herbst 1982 fand die Berufung Rainer Küchls zum ordentlichen Professor und Leiter einer Violinklasse an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien statt. Eine Gastprofessur in Japan unterstreicht sein pädagogisches Wirken. Die solistischen Auftritte Küchls sind im wahren Wortsinn „zahllos“ und im In- wie auch im Ausland erfolgt, mit vielen großen Orchestern und Dirigenten, von denen hier nur beispielshalber Karl Böhm, Claudio Abbado, Leonard Bernstein und Riccardo Muti genannt sein mögen. Von den ebenfalls nur schwer vollauf zu nennenden Ehrungen des Künstlers soll hier ein Rundumschlag erfolgen:

1973 der Mozart-Interpretationspreis für solistische Leistungen; 1978 die (dem Küchl-Quartett verliehene) Mozart-Medaille der Mozartgemeinde Wien; 1985 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg, 1988 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik, sowie 1994 das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. 2001 wurde Rainer Küchl (zusammen mit dem verstorbenen Gerhart Hetzel) zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt. 2010 erhielt er von der japanischen Stadt Kawasaki den Titel „Botschafter der freundschaftlichen Beziehungen“. Im gleichen Jahr verlieh ihm die japanischen Regierung den „Orden der aufgehenden Sonne mit goldenen Strahlen am Band“.

Die weltweite Reputation unterstreicht sich aus Rainer Küchls Präsenz in international zusammengestellten Orchestern, die er als Erster Konzertmeister angeführt hat, so für 1995 unter Sir Georg Solti im „World Peace Orchestra“, das aus Anlass des fünzigjährigen Jubiläums der Vereinten Nationen zusammengerufen worden war. Für 1998 wirkte er in eben dieser Funktion bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Nagano unter Seiji Ozawa mit.

Eine letzte Fähigkeit und Funktion ist hier noch anzufügen, für die sich Rainer Küchl nicht zu schade war: er hat sich ab 1997 zur Mitarbeit im philharmonischen Verwaltungsausschuss als Komiteemitglied in beratender Funktion der Wahl gestellt und ist vom Plenum auch gewählt worden. Dieses Interesse für die administrative Seite unseres Vereins soll hier mit besonderem Dank versehen werden, sie ist bei einem mit so vielfältigen Aufgaben befaßten Künstler alles andere als selbstverständlich.

 

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