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Das Philharmonische Tagebuch

Nachrichten 2017

Di, 25. April 2017

Prof. Reinhard Öhlberger

Nachrichten

 

Ausstellungseröffnung „2x 175 Jahre Philharmoniker: Wien und New York“

Am Abend des 28. März 2017, also des eigentlichen „Geburtstagstermins“ der Wiener Philharmoniker, fand im Wiener Haus der Musik die festliche Eröffnung der Ausstellung zum Jubiläum des Orchesters statt. Die Präsentation ist zugleich auch dem 175jährigen Jubiläum der New Yorker Philharmoniker gewidmet, das das Gründungsjahr 1842 mit den Wienern teilt. Der Reigen der Begrüßungen und Ansprachen begann mit dem Hausherrn Simon Posch, und setzte sich mit dem philharmonischen Vorstand Andreas Großbauer fort. „Viele Objekte, darunter die Gründungsdokumente, Konzertprogramme, Orchesterfotos, Fotos von Tournéen, Partituren, Briefe von Gustav Mahler, werden erstmals der Öffentlichkeit zugänglich sein“, so die Worte des Vorstands über die virtuelle Präsentation. Darauf kamen die „Fachkräfte“ der historischen Aufarbeitungen zu Wort, in Gestalt von Frau Dr. Silvia Kargl von unserem Historischen Archiv, Frau Barbara Haws vom Archiv des New Yorker Philharmonic Orchestra sowie Dr. Friedemann Pestel von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Altbundespräsident Dr. Heinz Fischer blieb das Schlusswort vorbehalten. Umrahmt wurde die Feier von einem Streich- sowie einem Blechblasensemble des Orchesters, welche Musik von Ludwig van Beethoven, Gottfried von Freiberg und Joseph Haydn spielten. Die neuen Räumlichkeiten des Historischen Archivs wurden wie schon am Vormittag zum Pressetermin präsentiert, und manche der in der Bildschirmschau einsehbaren historischen Schätze des Orchesters im Original vorgelegt. Eine seltene Gelegenheit gilt es ebenso darzustellen, dass sich alle unter den Lebenden weilenden Altvorstände des Orchesters zusammen mit dem aktuellen Vorstand bei dem Konterfei des Orchestergründers zu einer Ablichtung zusammenfanden.

Eine ganz besondere Gabe ist Frau Barbara Haws zu danken, mit der sie unser Archiv erfreut hat. Es geht dabei um eine Partitur Gustav Mahlers: „Das Lied von der Erde“, ursprünglich im Besitz des Orchesters, dann im Gebrauch und Besitz von Leonard Bernstein, die wieder nach Wien heimgefunden hat. Es gilt hier verschiedentlich Wortmeldungen der Medien zu modifizieren oder zu ergänzen. Man hat in Zeitungsberichten Bernstein unterstellt, sich diese Partitur gleichsam „unter den Nagel gerissen“ zu haben. Das wäre aus der Sicht des Orchesters so nicht hinzunehmen. Die damalige Übersendung der Partitur und in der Folge das mit hoher Wahrscheinlichkeit stattgefundene Ersuchen Bernsteins, sie weiter verwenden zu können, stellt eine freiwillige Überlassung des damaligen Archivs in den Raum; und dieser hätte man sich bei Bernstein wohl nicht entziehen können. Noch heute kursiert das Diktum „Was hätte man unserem Lennie denn schon abschlagen können?!“ und beschreibt damit treffend die Umstände des herzlichen Aufeinander-Zugehens von Philharmonikern und diesem Giganten der Musik. – Weitere Recherchen über das Druckwerk sind Dr. Andreas Lindner von unserem Notenarchiv sowie ergänzt von Frau Dr. Kargl zu danken und sollen hier kurz skizziert werden. Zusammen mit dem Stimmenmaterial wurde die Partitur 1915 angeschafft, für Konzerte unter Bruno Walter. Weitere Benützer waren Willem Mengelberg (1917), Alexander Zemlinsky (Prag 1925), Oswald Kabasta (1930), Rafael Kubelik (1959), sowie Herbert von Karajan (1960). Leonard Bernstein hat mit dem „Lied von der Erde“ sein Wiener Debut in den Abonnementkonzerten vom 2. und 3. April 1966 bestritten, wo er übrigens erstmalig das Werk komplett dirigierte. Unmittelbar darauf fanden auch Aufnahmen mit der Firma DECCA statt, die Gesangssolisten waren dabei wie in den Konzerten James King und Dietrich Fischer-Dieskau. Einerseits geht es dabei um die physische Benützung der Partitur von Seiten Bernsteins aber auch um seine Eintragungen und Bemerkungen, die er hinterlassen hat und die seine Befassung und sein Werkverständnis dokumentieren. Zusammen mit anderen Partituren (diese meist aus dem ursprünglichen Besitz der New Yorker Philharmoniker) wurde das Druckwerk von den Erben aus Bernsteins Nachlass (der sonst insgesamt der Library of Congress in Washington übergeben wurde) separiert und dem Archiv des New York Philharmonic Orchestra zugesprochen. Der Genauigkeit von Frau Barbara Haws ist es zu danken, dass sie die ursprüngliche Zugehörigkeit erkannt und mit dieser Rückführung zu einem für uns glücklichen Ende geführt hat.

 

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