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Das Philharmonische Tagebuch

Aktivitäten 2017

Di., 14. November 2017

Prof. Reinhard Öhlberger

Aktivitäten

 

Tournee mit Andris Nelsons Oktober 2017

Nach dem ersten Abonnementkonzert begaben sich die Wiener Philharmoniker zusammen mit Andrís Nelsons auf eine Tournee, deren Schwerpunkt auf Destinationen in China lag. Zuerst gab es freilich noch einen „Vortermin“ am 16. Oktober in Dortmund, wo man im dortigen Konzerthaus mit den Beethoven’schen Symphonien Nr. 8 und Nr. 7 das Abonnementkonzert-Programm nachspielte; als Zugabe fungierte dabei von Mozart die Figaro-Ouvertüre. – Reisen ins Reich der Mitte sind im Vergleich zur Sonderbeziehung unserer japanischen Tourneen eine nicht so häufige Angelegenheit. Zum ersten Mal chinesischen Boden betraten die Philharmoniker im Rahmen der Weltreise von 1959 die damalige britische Kronkolonie Hong Kong. Der Anflug auf den alten Flughafen, den berühmt-berüchtigten Flughafen Kai Tak wurde damals von einer zur Begrüßung aufspielenden Militärkapelle belohnt, wo es sich Herbert von Karajan tatsächlich nicht nehmen ließ, dieser Ehrenformation adhoc am Flugfeld den Radetzkymarsch zu dirigieren. Einen nächsten Besuch gab es im Jahr 1973 mit Claudio Abbado und Willi Boskovsky, wo man im Zug des „Tauwetters“ nach der Kulturrevolution auch in Peking Konzerte gab. Mit Seiji Ozawa wurde 1993 nach Taiwan gereist. Eine substantielle Steigerung der kulturellen Beziehung zur chinesischen Volksrepublik ließ sich 1996 mit einem Konzert unter Zubin Mehta in Peking in der Halle des Volkes am Platz des Himmlischen Friedens erreichen. Als später erstmalig in Shanghai ein Konzert der Wiener Philharmoniker stattfand, kam es im damaligen philharmonischen Tagebuch zur denkwürdigen Eintragung, dass die örtlichen Debüts des Orchesters für 2004 anzugeben seien für Shanghai – und für Gmunden.

Die aktuelle Tournee kann ebenfalls wieder mit Stadtdebüts aufwarten, es geht dabei um Konzerte in Shenzhen, Guangzhou (Kanton) und Nanjing (Nanking). Die beiden Konzertprogramme, die pro Destination immer im Doppel dargeboten wurden, lauteten:

Ludwig van Beethoven, Symphonie Nr. 8 in F-Dur, op. 93;
Richard Strauss, „Ein Heldenleben“ op. 40 (Violinsolo: Volkhard Steude).

Die Zugaben zu diesem Programm waren jeweils von Josef Strauß, der Delirienwalzer, op. 212; und Johann Strauß, die Polka schnell „Unter Donner und Blitz“ op. 324.

Ludwig van Beethoven, Ouvertüre Nr. 3 zur Oper „Fidelio“ op. 72b („Leonoren-Ouvertüre“);
Richard Wagner, Vorspiel zur Oper „Tristan und Isolde“ und „Isoldes Liebestod
Ludwig van Beethoven, Symphonie Nr. 7 in A-Dur, op. 92.

Die diesbezüglichen Zugaben waren von Johann Strauß, der Walzer „Frühlingsstimmen“, op. 410; und wieder die Polka schnell „Unter Donner und Blitz“ op. 324.

Donnerstag, 19. und Freitag, 20. Oktober 2017, Shenzhen, Shenzen Concert Hall
Samstag, 21. und Sonntag, 22. Oktober 2017, Guangzhou, Xinghai Concert Hall
Dienstag, 24. und Mittwoch, 25. Oktober 2017, Shanghai, Shanghai Oriental Arts Centre
Donnerstag, 26. und Freitag, 27. Oktober 2017, Nanjing, Jiangsu Grand Theatre
Sonntag, 29. und Montag, 30. Oktober 2017, Macao, Macao Cultural Centre.

Veranstaltet wurde der chinesische Anteil der Tournee von der Organisation „Wu Promotions“, wobei der Kopf des Managements, Herr Jiatong Wu persönlich, auf der gesamten Reise auch anwesend war und sich um jeweils anfallende Belange kümmerte. In der ehemaligen portugiesischen Besitzung Macao, die ja ebenfalls wie Hong Kong an die chinesische Volksrepublik zurück gegeben worden ist und wie Hong Kong eine Sonderwirtschaftszone darstellt, hatte sich das örtliche Management zusammen mit Wu Promotions für die beiden dort stattfindenden Konzerte verantwortlich gezeigt.

Von der Management-Gesellschaft Wu Promotions erhielt die Tourneegemeinschaft vor dem Reiseantritt eine Information zugemailt, die sich auf die anzufahrenden bzw. -zufliegenden Ziele bezog, um gewisse Dimensionen ins rechte Licht zu rücken: Shenzen, von Hongkong gar nicht weit entfernt, ist eine 12-Millionen-Metropole, das nur eineinhalb Autostunden weiter liegende Guangzhou (Kanton) beherbergt 14 Millionen Einwohner.

In Shanghai hat man eine Bevölkerungsanzahl von mehr als 24 Millionen, vergleichsweise bescheiden ist Nanjing (Nanking) mit 8 Millionen, und Macao kann überhaupt nur mit stolzen 612.000 Einwohnern aufwarten. Der Blick auf alle diese Städte und die chinesische Sichtweise soll durch eine beispielshalber beigefügte Illustration mit der Idealansicht von Kanton Ausdruck verleihen. – Der Transport von Shanghai nach Nanking geschah mit der chinesischen Ausgabe der Hochgeschwindigkeitszüge „CRH“ (China Railway High-Speed), die mittlerweile das Tempo der europäischen (TGV) und japanischen (Shinkansen) Konkurrenz in den Schatten stellen. Eine vorsorgliche Nachricht zur Kenntnis des europäischen applausgewohnten Orchestermusikers las sich bei Wu Promotion dergestalt, dass man sich nicht durch lauwarme Beifallskundgebungen abschrecken lassen möge, weil solche den lokalen Usancen entsprächen, und keineswegs einen verminderten Enthusiasmus bei der Reflexion auf den Konzertgenuss bedeuten würden. Im Endeffekt konnte man durch die allemal notwendig gewesenen zwei Zugaben freilich doch auf eine begeisterungsfähige chinesische Zuhörerschaft schließen …

 

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