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Das Philharmonische Tagebuch

Mi., 14. August 2019

Prof. Reinhard Öhlberger

Interna

 

Zum Ableben von Prof. Gerhard Formanek

Gerne trug er in Kollegenkreisen den Beinamen „der Edle von Simmering“; auch die französisierte Aussprache seines Vornamens, also „Gérard“, war eine geläufige Benennung. Am 9. August 2019 verstarb unser langjähriges Orchestermitglied, Kontrabassist Prof. Gerhard Formanek. Ein kleines, aber würdiges Denkmal setzen soll dieser Nekrolog.

Geboren in Wien am 15. Januar 1942, war er als Musiker bereits erblich vorbelastet. Schon sein Vater, Prof. Adolf Formanek, war Kontrabassist in der Wiener Volksoper und hat ihn ab dem 13. Lebensjahr in die Geheimnisse des „dicken Brummers“ eingeweiht. Er studierte das Instrument dann an der damaligen Wiener Musikakademie von 1958 bis 1965 bei seinem späteren Kollegen, unserem langjährigen Solokontrabassisten Prof. Otto Rühm. Bereits ab seinem 17. Lebensjahr übernahm er Substitutendienste in den verschiedenen Orchestern Wiens, und erhielt an der Wiener Staatsoper ab 1964 einen der damals möglichen so genannten „Juniorenverträge“. Während der Ableistung des Präsenzdienstes bereitete er sich für das Probespiel einer regulären Planstelle an der Staatsoper vor und erreichte erfolgreich sein Ziel. Ab September 1967 trat er seinen Dienst in der Kontrabaßgruppe an. Die Aufnahme in den Verein Wiener Philharmoniker erfolgte erst zum 1. März 1973; Formanek war damit einer jener Fälle, die in Verzögerung auf eine solche Mitgliedschaft warten mußten, weil die Vergrößerung des Vereins nach der Aufstockung des Staatsopernorchesters von 1964 erst im Dezember 1972 beschlossen worden war.

Formanek wurde 1983 mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1991 mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Salzburg, sowie 1995 mit dem Berufstitel Professor ausgezeichnet; und er war seit 1995 Träger des Ehrenringes der Wiener Philharmoniker. 

Die 43 Jahre seines Berufslebens im Orchester hat Prof. Gerhard Formanek auch darauf verwendet, sein Interesse auf die Wahrung und Weiterführung der philharmonischen Tradition zu verwenden. Profunde Kenntnisse der Militärhistorie und überhaupt das Wissen um historische Zusammenhänge machten ihn zu einem höchst anregenden und oft überraschenden Gesprächspartner. Seine in mancher Beziehung geradezu altertümelnde Diktion brachte oft Dinge auf einen Punkt, an den man sich noch viel später gern wortwörtlich erinnert hat bzw. hätte. Bedauerlicherweise gibt es darüber keine schriftlichen Aufzeichnungen, sie wären es wert gewesen. Oft mit großer Gestik und Hingabe an das angerissene Thema konnte er seine Kenntnisse präsentieren, die unvermeidliche Zigarette in der Hand. Diesem seinem Laster hat Formanek gefrönt bis wirklich zu allerletzt, und nach Aussage seiner Tochter habe er drei Tage vor seinem Ableben bemerkt, es sei kein gutes Zeichen, wenn die Zigarette nicht mehr schmeckt.

Die Wiener Philharmoniker werden sich gerne an die Unverwechselbarkeit unseres „Gérard“ erinnern und diese Erinnerung in Ehren halten.

 

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